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RISIKEN UND WIRKUNG VON VITAMIN B12

  • 12. Juni
  • 8 Min. Lesezeit

Vitamin B12 ist ein essentielles Vitamin, was bedeutet, dass der Körper das Vitamin nicht selbst herstellen kann. Es muss stattdessen mit der Nahrung aufgenommen werden. B12 kommt insbesondere in tierischen Lebensmitteln vor, ganz selten auch in pflanzlichen Lebensmitteln.

Der menschliche Körper kann Vitamin B12 nicht selbst herstellen

 

B12 hat im Körper wichtige Funktionen und Aufgaben, etwa im Bereich der Blutbildung und Zellteilung. Auch fürs Nervensystem, für Herz und Gefäße ist es unverzichtbar.

 

Der Begriff „Vitamin B12“ ist die Bezeichnung für eine

Ganze Gruppe von Cobalaminen: Adenosylcobalamin (aktive Form), Methylcobalamin (die häufigste aktive Form im Blut), Hydroxocobalamin (die B12 – Speicherform, die etwa die Hälfte des im Blut befindlichen Vitamin B12 ausmacht, aber auch in vielen Nahrungsmitteln vorkommt – muss einerseits in 3 Umwandlungsschritten in eine der beiden aktiven Formen umgewandelt werden, hat aber auch schon vor der Umwandlung wichtige Aufgaben wie z. B. bei der Entgiftung und bei der Eliminierung von Nitrostress), Cyanocobalamin (eine synthetische Cobalamin-Form, die in der Natur nicht vorkommt, häufig aber in Vitaminpräpaaten eingesetzt wrid – muss im Körper erst in eine aktive Form umgewandelt werden, kann kaum gespeichert werden, ist nicht so gut bioverfügbar und daher insgesamt nicht so sehr empfehlenswert), Analoga (werden auch Pseudo-VitaminB12 genannt). Hier handelt es sich um Verbindungen, die ähnlich wie das Vitamin B12 aufgebaut sind und daher die Transportermoleküle des echten B12 blockieren und so die Aufnahme von echtem B12 hemmen. Analoga sind also B12Formen, die nicht bioverfügbar sind und daher als schädlich eingestuft werden.

 

Prüfen Sie die Zusammensetzung ihren Vitamin B12, gutes Vitamin B12 Komplex bekommen Sie hier:

 

 

Ein Mangel ist verbreitet und kann schwerwiegende Folgen haben.

 

Vitamin B12 wird ausschließlich von bestimmten Mikroorganismen produziert. Pflanzen können kein B12 herstellen. Findet man das Vitamin in Pflanzen, so liegt es daran, dass sich die entsprechenden Mikroorganismen auf ihnen angesiedelt haben.

 

In Fleisch - insbesondere im Fleisch von Wiederkäuern - befindet sich nur deshalb B12, weil im Magen der Tiere B12-produzierende Mikroorganismen leben, deren Vitamin B12 vom Tier aufgenommen wird. Erst jetzt kann es im Gewebe und auch in der Milch verteilt werden.

 

Das Fleisch von anderen Tieren (die also keine Wiederkäuer sind) ist daher deutlich B12-ärmer, z. B. das von Schweinen oder Geflügel.

 

Einzellige Meerespflanzen bzw. Algen (Phytoplankton) leben in enger Symbiose mit B12-produzierenden Bakterien.

 

Wenn Fische daher Plankton fressen, nehmen sie auch das Vitamin auf, weshalb auch das Fleisch von Fischen (und anderen Meeresfrüchten)

Vit. B12-haltig ist.

 

Nori (Porphyra): Diese Meeresalge, die in der japanischen Küche weit verbreitet ist, enthält nennenswerte Mengen an Vitamin B12, das auch als bioverfügbar gilt. 

 

Vitamin B12 ist ein äußerst wichtiges Vitamin. Es ist an der Blutbildung und Zellbildung, am Energiestoffwechsel und der körpereigenen Entgiftung beteiligt.

 

Es schützt außerdem das Herz-Kreislauf-System und ist für das Gehirn und das Nervensystem unverzichtbar. Zu den wichtigsten Aufgaben und Funktionen des Vitamin B12 zählen die folgenden:

Zellteilung und DNA-Bildung

Vitamin B12 ist an der Zellteilung und dem Zellwachstum beteiligt sowie an der Bildung der DNA (Erbsubstanz).

 

Kinder mit einem Mangel leiden daher an ernsthaften Entwicklungsstörungen, was natürlich auch schon während der Schwangerschaft der Fall sein kann, wenn die werdende Mutter einen Mangel hat.

Schutz vor Blutgefäßschäden bei Diabetes

Da Diabetiker besonders anfällig für Blutgefäßschäden sind und ein B12-Mangel Blutgefäßschäden noch begünstigt, ist Vitamin B12 bei Diabetes sehr wichtig.

 

Darüber hinaus beugt das Vitamin gemeinsam mit anderen B-Vitaminen den häufig bei Diabetes vorkommenden Nervenschäden (Polyneuropathie) vor.

 

Umgekehrt hat man in einer Studie von 2019 festgestellt, dass Diabetiker mit Polyneuropathie Vit. B12 Mangel haben.

 

Wenn Sie daher Diabetiker sind, lassen Sie Ihren Vitamin-B12-Spiegel überprüfen - insbesondere dann, wenn Sie Metformin nehmen, ein Diabetesmedikament, das bekannt dafür ist, einen Vitamin-B12-Mangel zu verursachen.

 

Bildung und Regeneration der Nerven

 

Vitamin B12 ist sehr wichtig für das Nervensystem, da es bei der Bildung und Regeneration der Nervenfaserhüllen mithilft. Neurologische Störungen, wie die oben beschriebene Polyneuropathie, aber auch neuropsychiatrische Störungen gehören daher zu den Symptomen bei einem Mangel. Diese können sich bis hin zu Depressionen und Demenzen ausweiten.

 

Kein Wunder stellte man außerdem in einer im Januar 2016 veröffentlichten Studie fest, dass Menschen mit Autismus und auch Menschen mit Schizophrenie äußerst niedrige Spiegel aufweisen.

 

Die neuropsychiatrischen Störungen können auftreten, noch bevor die weiter unten beschriebene Anämie in Erscheinung tritt.

 

Auch ist zu bedenken, dass manche neurologischen Störungen irreversibel sind, sich also nach der Einnahme des Vitamins nicht wieder zurückbilden können, wenn die Einnahme zu spät erfolgt.

 

Alzheimer-Prävention

 

Ein Mangel lässt bei älteren Menschen das Gehirn schrumpfen, so eine Studie von 2008, die wir in unserem Artikel über die Wichtigkeit von Vitamin B12 vorstellen. Eine weitere Studie (von 2012) zeigte, dass schon ein milder Mangel den geistigen Verfall beschleunigen kann.

 

Bei Demenzen und Alzheimer gehört Vitamin B12 daher in jedem Fall zur Therapie, insbesondere natürlich, wenn nach einer Bestimmung des Wertes ein Mangel festgestellt wurde.

 

Hilft bei Schlafstörungen

 

Vitamin B12 kann gemeinsam mit anderen Vitaminen den Schlaf deutlich bessern (besonders wenn zuvor ein Mangel bestand). Denn das Vitamin ist an der Regulierung des Schlafhormons Melatonin und damit des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. Es beruhigt außerdem die Nerven.

 

Studien zeigten, dass die Schlafqualität mit sinkendem Spiegel schlechter wird.

 

Da auch Vitamin-B6- und Vitamin-D-Mangel Schlafstörungen verursachen kann, sollten auch diese beiden Vitamine überprüft werden, wenn schlechter Schlaf plagt.

 

Abbau von Homocystein

 

Vitamin B12 baut gemeinsam mit Vitamin B6 und Folsäure das toxische Homocystein - das naturgemäß im Rahmen des Proteinstoffwechsels entsteht – zu einem ungiftigen Stoff ab. Bei einem B12-Mangel kann das Homocystein nicht umfassend abgebaut werden. Der Homocysteinspiegel im Blut steigt jetzt und stellt dort eine ernsthafte Gefahr für die Blutgefäße dar.

 

Denn Homocystein schädigt die Blutgefäßwände, so dass es dort zu Reparaturprozessen kommen muss, die wiederum zu arteriosklerotischen Ablagerungen führen können. Daher gelten hohe Homocysteinwerte als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Blutbildung

 

Da das Vitamin auch an der Blutbildung beteiligt ist, kommt es bei einem Mangel zu einer besonderen Form der Anämie. Es handelt sich um die sog. perniziöse Anämie.

 

Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

 

Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) kommt es häufig zu Vitaminmängeln, da einerseits die entzündete Darmschleimhaut Resorptionsprobleme hat und andererseits durch chronische Durchfälle Vitamine schneller wieder ausgeschieden werden, als sie aufgenommen werden können.

 

Auch Vitamin B12 ist bei CED häufig mangelhaft vorhanden und sollte daher gemeinsam mit anderen Vitaminen und auch Mineralstoffen supplementiert werden, um ernsthafte Folgen zu vermeiden.

 

Eine Studie von 2022 zeigte, dass ultrahochdosiertes Vitamin B12 in bestimmten Fällen (Frühstadium) das Fortschreiten einer ALS verlangsamte .

 

Hilft das Vitamin beim Abnehmen?

 

Injektionen mit Vitamin B12 sollen beim schnellen Abnehmen helfen können, liest man immer wieder – besonders in den USA. Dort hat der wöchentliche Vitamin-Shot für viele Übergewichtige schon Routine. Sie spritzen sich teilweise selbst, Woche für Woche, Monat für Monat.

 

Das Vitamin vertreibt Müdigkeit, hebt den Energielevel und bringt den Stoffwechsel auf Hochtouren. Alle diese Eigenschaften sprechen dafür, dass das Vitamin die Gewichtsabnahme unterstützen kann.

 

Im August 2013 erklärten türkische Wissenschaftler anhand der Daten von knapp 1.000 Studienteilnehmern, dass ein niedriger Vitamin-B12-Spiegel mit einem größeren Risiko für Übergewicht einhergehe.

 

Ob aber die Einnahme oder Injektion des B-Vitamins auch wieder zum Abnehmen und zum Fettabbau führen kann, dazu gibt es leider keine eindeutigen Belege.

 

Dass ein Vitamin-B12-Mangel weiter verbreitet ist als gedacht, zeigten irische Forscher im Jahr 2018. In ihrer entsprechenden Studie schrieben sie, dass nicht nur ein B12-Mangel weit verbreitet sei (jeder 8. bei den Ü-50), sondern gleichzeitig oft auch ein Folsäure-Mangel (jeder 7. bei den Ü-50).

 

In Deutschland sieht es teilweise noch schlimmer aus: Hier sind bis zu 25 Prozent der Männer und bis zu 50 Prozent der Frauen von einem B12-Mangel betroffen. 

 

Mangel durch Säureblocker

 

Vitamin-B12-Mangel ist nicht zuletzt deshalb so weit verbreitet, weil sich der Mangel durch Säureblocker entwickeln kann - und Säureblocker von sehr vielen Menschen über lange Zeitabschnitte hinweg eingenommen werden. Säureblocker blockieren die Magensäurebildung in den Zellen der Magenschleimhaut. Diese Zellen bilden jedoch nicht nur die Magensäure, sondern auch den Intrinsic Faktor, der für die Aufnahme von B12 erforderlich ist, jetzt aber aufgrund der Magenmedikamente fehlt.

 

Manel besonders bei älteen Menschen

 

Gerade ältere Menschen leiden an Vitaminmängeln. Der Grund dafür ist schnell erklärt. Die Bevölkerungsgruppe der Ü-50 nimmt häufig Medikamente ein (z. B. Säureblocker oder Metformin (Diabetesmedikament) oder beides), die einen B12-Mangel begünstigen. Auch Antibiotika, Cortison, Psychopharmaka und viele weitere schlagen auf den Magen, stören die Verdauung und verschlechtern die Resorption von Vitaminen.

 

Aus den obigen Aufgaben und Funktionen des Vitamin B12 lassen sich bereits die möglichen Symptome und Folgen eines B12-Mangels abschätzen. 

 

Die meisten Vitamine lassen sich ganz leicht über bestimmte Lebensmittel aufnehmen. Bei B12 ist das nicht so einfach. Denn das Vitamin ist nahezu ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten, die für viele Menschen aber aus ökologischen und ethischen Gründen nicht mehr in Frage kommen.

 

Da B12 an der Blutbildung, der Zellteilung, dem Zellwachstum und der Bildung der Erbsubstanz beteiligt ist, sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit sehr genau auf eine gute B12-Versorgung geachtet warden.

 

Andernfalls kann es zu Entwicklungsstörungen beim Säugling und im Extremfall zu bleibendenneurologischen oder psychischen Schäden kommen.

 

Stillende Frauen versorgen ihren Säugling über die Muttermilch mit ausreichend Vitamin B12 – vorausgesetzt sie sind selbst gut mit dem Vitamin versorgt.

 

Quellen:

 

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