WAS IST 5-HTP? WIRKUNG, DOSIERUNG, NEBENWIRKUNGEN IM FOKUS NICHT NUR BEI DEPRESSIONEN, SCHLAFSTÖRUNGEN ODER WECHSELJAHREN

5-HTP ist eine Aminosäure und die direkte Vorstufe von Serotonin. Das heißt, aus dem Stoff wird im Körper in nur einem Schritt Serotonin hergestellt. Serotonin gilt als jenes Hormon, das die Stimmung reguliert, Aggressionen hemmt und Ängste vertreibt.
Bei Depressionen, Angstzuständen und Stimmungsschwankungen wird daher gerne ein Serotoninmangel vermutet und infolgedessen empfohlen, Maßnahmen zur Erhöhung des Serotoninspiegels zu ergreifen. 5-HTP ist eine solche Maßnahme.
5-HTP ist eine direkte Vorstufe von Serotonin und wird deshalb vor allem eingesetzt, um Stimmung, Schlaf und innere Ausgeglichenheit zu unterstützen.
Im Vergleich zu L-Tryptophan gilt die Substanz als zielgerichteter, weil sie leichter in die Serotoninbildung einfließen kann und dabei einige Umwandlungshürden umgeht.
Besonders häufig wird der Stoff (als Nahrungsergänzung) bei Depressionen, Angstzuständen, Schlafproblemen, Migräne, Heißhunger und Fibromyalgie eingesetzt.
Die Abkürzung 5-HTP steht für 5-Hydroxytryptophan. Achtung: Serotonin wird manchmal als 5-Hydroxytryptamin bezeichnet und dann mit 5-HT abgekürzt. 5-HT ist also nicht gleich 5-HTP. Eine weitere Bezeichnung für 5-HTP ist hingegen Oxitriptan.
In den 1970er und 1980er Jahren wurde 5-HTP routinemäßig bei Depressionen verordnet. Dann aber erschienen die heute so weit verbreiteten Antidepressiva vom Typ der Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) auf dem Markt und verdrängten die Substanz.
Heute gibt es den Stoff nicht mehr als Arzneimittel, sondern "nur" noch in Form eines Pflanzenextrakts als Nahrungsergänzungsmittel.
Auch die Aminosäure L-Tryptophan wurde und wird immer wieder
Zur Erhöhung des Serotoninspiegels und damit zur Stimmungsaufhellung oder auch zur Schlafförderung angepriesen. Denn L-Tryptophan ist die Vorstufe von 5-HTP und damit ebenfalls eine Vorstufe von Serotonin.
Zur Schlafförderung deshalb, weil aus Serotonin abends das Schlafhormon Melatonin gebildet wird.)
Allerdings hat 5-HTP einige Vorteile gegenüber der Einnahme von L-Tryptophan:
Während 5-HTP die direkte Vorstufe des Serotonins ist, handelt es sich bei L-Tryptophan um die Vorstufe von 5-HTP. Man überspringt einen Schritt, was die Serotoninherstellung massiv vereinfacht und beschleunigt, denn gerade der erste Schritt ist mit allerlei Komplikationen verbunden.
Umwandlung von L-Tryptophan in 5-HTP unterliegt vielen Einflüssen
Die Umwandlung von L-Tryptophan in 5-HTP kann von vielen Faktoren blockiert werden, z. B. von verschiedenen Vitalstoffmängeln, von einem hohen Stresshormonspiegel oder von starken Blutzuckerschwankungen.Überspringt man diesen Schritt, umgeht man alle diese möglichen Risikofaktoren, die einer Serotoninbildung aus L-Tryptophan im Wege stehen würden.
Transport von L-Tryptophan ins Gehirn ist oft ein Problem
Außerdem muss L-Tryptophan, um im Gehirn zu Serotonin werden zu können, erst einmal ins Gehirn gelangen – und genau das ist oft ein Problem. Denn L-Tryptophan ist nicht die einzige Aminosäure, die ins Gehirn möchte. Meist sind die anderen Aminosäuren schneller und besetzen die Transporter durch die Blut-Hirn-Schranke, so dass L-Tryptophan keinen Platz mehr bekommt.
L-Tryptophan hat noch viele andere Aufgaben
Das nächste Problem ist, dass L-Tryptophan nicht ausschließlich für die Serotoninherstellung zuständig ist. Die Aminosäure hat noch viele andere Einsatzgebiete im Körper.
Es sollen gar nur 3 Prozent des mit der Nahrung aufgenommenen L-Tryptophans in Serotonin umgewandelt werden.
Nun wird Serotonin aber nicht nur im Gehirn benötigt, sondern auch im übrigen Körper, z. B. für die Regulierung der Darmperistaltik, der Gefäße und des Appetits.
Für alle diese Aufgaben werden 95 Prozent des Gesamtserotonins benötigt. Für die Bildung des Gehirnserotonins bleibt da oft nicht mehr viel übrig.
Leider ist außerdem die Blut-Hirn-Schranke für das Körperserotonin nicht durchgängig. Das Gehirn muss also immer selbst das von ihm benötigte Serotonin herstellen.
5-HTP hat nun im Gegensatz zu L-Tryptophan nur eine einzige Aufgabe, nämlich in Serotonin verwandelt zu warden.
Das bedeutet: Fast 100 Prozent des eingenommenen 5-HTP werden auch tatsächlich zu Serotonin umgebaut. Auch hat der Stoff kein Problem, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren.
Die Einnahme scheint somit ein verführerisch einfaches Mittel zu sein, den Serotoninspiegel zu heben und Probleme wie Depressionen, Stimmungsschwankungen und Angstzustände zu lösen. Doch auch hier gibt es Faktoren, die berücksichtigt werden müssen:
Die L-Tryptophan-Versorgung kann leicht über die Ernährung sichergestellt werden. L-Tryptophanreiche Lebensmittel sind z. B. Nüsse, Getreide, Hülsenfrüchte, Erdnüsse, Cashewkerne, Quinoa und Tofu.
Bei 5-HTP ist das nicht der Fall. Denn der Stoff ist so gut wie überhaupt nicht in Lebensmitteln enthalten.
In unreifen Bananen – jedoch nur in bestimmten Bananensorten – sollen gewisse nicht näher definierte Mengen enthalten sein, liest man manchmal. Ob es sich um jene Bananen handelt, die in unseren Supermärkten erhältlich sind und welchen Unreifegrad sie aufweisen müssen, ist uns nicht bekannt. Eine Versorgung mit dem Stoff über Bananen ist daher nicht realistisch.
In den Samen einer afrikanischen Pflanze, der Afrikanischen Schwarzbohne (Griffonia simplicifolia), entdeckte man außergewöhnlich hohe 5-HTP-Gehalte und nutzt diese Pflanze seither als Rohstoff für die Herstellung von Präparaten.
Neben Depressionen, Ängsten, Panik und Stimmungsschwankungen, gibt es noch weitere Einsatzgebiete, etwa Schlafstörungen, Übergewicht, Hitzewallungen in den Wechseljahren, Fibromyalgie und Migräne.
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Bei Migränepatienten oder Patienten, die häufig an Kopfschmerzen leiden, liegen oft niedrige Serotoninspiegel vor. Gleichzeitig helfen Arzneimittel, die im Gehirn wie Serotonin wirken, indem sie an die Serotoninrezeptoren andocken (Serotoninrezeptor-Agonisten)
In einer Studie von 1986, die im Fachmagazin European Neurology veröffentlicht wurde, hatte man 124 Migränepatienten entweder 5-HTP oder Methysergid gegeben.
Methysergid ist ein Medikament, das zur Migräneprophylaxe eingesetzt wurde, das heute aber – wegen starker Nebenwirkungen – nicht mehr auf dem Markt ist.
In der Methysergid-Gruppe berichteten 75 Prozent der Patienten von einer signifikanten Verbesserung ihrer Beschwerden. In der 5-HTP-Gruppe waren es 71 Prozent, die nun weniger intensive und gleichzeitig viel kürzere Migräneattacken hatten.
Nebenwirkungen waren in der Methysergid-Gruppe häufiger als in der anderen Gruppe.
Übergewicht:
Eine wichtige Aufgabe des Serotonins ist u. a. die Regulierung des Appetits. Ein Serotoninmangel könnte daher auch dazu führen, dass man viel zu viel isst und ständig Appetit hat, obwohl man längst ausreichend Kalorien verspeist hat.
In verschiedenen Studien zeigte sich, dass 5-HTP in etlichen Fällen den Appetit zügeln und erfolgreich beim Abnehmen helfen konnte.
Die University of Rome beispielsweise führte 1989 eine Doppelblind-Studie durch, in der übergewichtige Frauen fünf Wochen lang täglich 8 mg 5-HTP pro Kilogramm Körpergewicht und Tag oder ein Placebo zu sich nahmen.
Die Frauen aßen währenddessen normal, führten also keine Diät durch. Zwar änderte sich an der Stimmungslage dieser Frauen nichts, doch nahmen sie weniger Kalorien zu sich (38 Prozent weniger, in der Placebogruppe nur 20 Prozent weniger) und verloren entsprechend an Gewicht.
In zwei weiteren Doppelblind-Studien dieser Universität von 2012 ergaben sich ähnliche Ergebnisse.
Die Einnahme von 750 bzw. 900 mg 5-HTP pro Tag (was heute als eine zu hohe Dosis gilt, die mit Nebenwirkungen einhergehen könnte) führte bei übergewichtigen Männern und Frauen im Laufe von zwei bzw. sechs Wochen zu einem verminderten Appetit.
Sie nahmen weniger Kohlenhydrate auf, waren früher satt und verloren mehr Gewicht, als dies in der jeweiligen Placebogruppe der Fall war.
In einer 8-wöchigen doppelblinden Studie von 2022 nahmen sportlich aktive Erwachsene täglich 100 mg 5-HTP oder ein Placebo ein. Sie sollten ihr Training und ihre Ernährung nicht verändern.
Am Ende der Studie war die Fettmasse in der Wirkstoff-Gruppe signifikant gesunken, n der Placebogruppe nicht. Die Verträglichkeit war insgesamt gut.
Je gesünder der Serotoninspiegel, umso gesünder ist zumeist auch der Melatoninspiegel, der eine Voraussetzung für gesunden Schlaf darstellt. Wenn es daher gelingt, den Serotoninspiegel mit 5-HTP zu optimieren, dann reguliert sich u. U. auch der Melatoninspiegel, was nun wiederum dazu beiträgt, Schlafprobleme zu beheben.
Allerdings muss berücksichtigt werden, dass es zunächst zu einer gegenteiligen Wirkung kommen kann und die Substanz erst einmal wach macht, dann aber "eine Kaskade physiologischer Prozesse auslöst, die den anschließenden Schlaf fördern" – so eine Untersuchung der University of Texas im Jahr 2000.
Dabei ist die Wirkung des Stoffes auf die Schlafqualität, die Schlafdauer und die Einschlafphase auch abhängig von der Dosis und vom einzelnen Menschen und seinem Stoffwechsel, seinem Neurotransmitterspiegel, seiner L-Tryptophanversorgung, seinem Vitalstoffstatus und vielem mehr.
Daher ist es oft am besten, mit viel Fingerspitzengefühl und kleinen Anfangsdosen die individuell richtige Vorgehensweise vorsichtig auszutesten.
Im Jahr 2004 wurden im European Journal of Pediatrics die Ergebnisse einer Studie mit Kindern veröffentlicht, die an Schlafstörungen (Nachtangst) gelitten hatten. Obwohl im Allgemeinen davon abgeraten wird, Kindern die Substanz zu geben, wurde in dieser Untersuchung genau das getan.
Die Studienteilnehmer waren 45 Kinder zwischen 3 und 10 Jahren. 31 erhielten 20 Tage lang jeweils vor dem Schlafengehen 2 mg 5-HTP pro Kilogramm Körpergewicht. 29 Kinder reagierten äußerst positiv auf das Mittel und konnten viel besser schlafen.
In der Placebogruppe war dies nur bei einem knappen Drittel der Kinder der Fall. Auch noch nach sechs Monaten waren die meisten Kinder der Wirkstoff-Gruppe beschwerdefrei, in der Placebogruppe litten hingegen über 70 Prozent weiterhin an ihrer Nachtangst.
Forscher aus Singapur testeten 2024, wie sich die Einnahme von
5-HTP bei älteren Erwachsenen mit Schlafstörungen auswirkt.
Nach 12-wöchiger Einnahme verbesserte sich die Schlafqualität und der Serotoninspiegel im Blut stieg. In der Kontrollgruppe war dies nicht der Fall.
Außerdem war interessant: Bei den Personen, die zu Beginn schlecht schliefen, nahm die Diversität der Darmflora im Laufe der Studie zu. Dies könnte darauf hinweisen, dass der Stoff auch über die Darm-Hirn-Achse den Schlaf verbessern könnte.
Fibromyalgie
Die Fibromyalgie ist nach wie vor eine recht rätselhafte Erkrankung. Sie zählt zu den rheumatischen Erkrankungen und geht mit chronischen Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Reizdarm und Müdigkeit einher.
Bei der Fibromyalgie wird vermutet, dass häufig ein zu niedriger Serotoninspiegel vorliegt, denn Maßnahmen, die den Serotoninspiegel erhöhen, führen nicht selten zu einer Besserung der Beschwerde.
Zur Fibromyalgie wurden bereits Anfang der 1990er Jahre klinische Studien mit 5-HTP durchgeführt. Eine doppelblinde und placebokontrollierte Untersuchung von 1990 zeigte, dass sich alle klinischen Parameter der Fibromyalgie durch die Einnahme des Stoffes bessern ließen.
m April 1992 schrieben Forscher von der Universitätsklinik in Mailand, dass die Hälfte der Fibromyalgie-Patienten, die mit der Substanz behandelt wurden, innerhalb von 90 Tagen eine Besserung ihrer Beschwerden erlebten.
Bei Depressionen, Panikattacken und Angstzuständen
Nach wie vor ist nicht eindeutig geklärt, wie und warum Depressionen entstehen. Häufig wird bezweifelt, ob tatsächlich in jedem Fall ein Absinken des Serotoninspiegels beteiligt ist. Depressionen, Panikattacken und Angstzustände werden daher vermutlich mehrere Ursachen gleichzeitig haben.
Diese Ursachen können außerdem bei jedem Menschen wieder ganz anders geartet sein. So ist es kein Wunder, dass Antidepressiva bei manchen Patienten gut wirken, bei anderen aber gar nicht.
Genauso verhält es sich bei 5-HTP. Manche Betroffene reagieren darauf mittelmäßig, andere verspüren nichts und wieder andere sind dank des Stoffes plötzlich beschwerdefrei.
Deshalb ist die Studienlage bei Depressionen gemischt.
Aus dem Jahr 2013 liegt jedoch eine randomisierte und doppelblinde Studie mit optimalen Ergebnissen vor. 60 depressive Patienten nahmen acht Wochen lang 5-HTP oder Fluoxetin (ein Antidepressivum). Beide Mittel waren ähnlich wirksam.
Die Besserung der Depressionen konnte schon nach zwei Wochen der Einnahme beobachtet werden – und zwar in allen Schweregraden.
m Juni 2004 las man im Journal of Psychopharmacology, dass der Stoff (täglich 200 mg) zumindest bei Frauen eine mindernde Wirkung bei Panikattacken zeigte, bei Männern aber nicht.
In einer 12-wöchigen Doppelblindstudie von 2020 erhielten 60 Erwachsene mit mittlerer bis schwerer Zwangsstörung zusätzlich zu Fluoxetin entweder 2-mal 100 mg 5-HTP pro Tag oder ein Placebo.
Unter der Serotonin-Vorstufe sanken die Symptome stärker und Remissionen waren häufiger.
Die Verträglichkeit war insgesamt gut. Bauchschmerzen und Verstopfung traten unter 5-HTP etwas häufiger auf, schwere Nebenwirkungen wurden aber nicht beobachtet.
Wenn Sie sich für die Einnahme des Stoffes entscheiden sollten, dann achten Sie darauf, ausreichend Vitamin B6 und Zink versorgt zu sein, denn diese beiden Vitalstoffe sind direkt an der enzymatisch gesteuerten Umwandlung von 5-HTP zu Serotonin beteiligt.
Natürlich sollten Sie mit allen Vitalstoffen gut versorgt sein, denn viele beeinflussen den Serotoninspiegel auf die eine oder andere Weise (z. B. Vitamin B12, Magnesium, Vitamin C usw.). Bestehen daher Vitalstoffmängel, können diese den Serotoninhaushalt beeinträchtigen, was verhindert werden sollt.
Schließlich ist es nicht besonders sinnvoll, auf der einen Seite etwas einzunehmen, um den Serotoninspiegel zu heben und auf der anderen Seite Faktoren zu vergessen, die den Spiegel wieder senken.
Ein bis zwei Stunden nach der Einnahme ist der Stoff vollständig im Blutkreislauf angelangt. 4,3 Stunden nach der Einnahme ist bereits die Hälfte des eingenommenen Stoffes wieder aufgebraucht.
Daher – und auch zur Reduzierung möglicher Nebenwirkungen – sind mehrere kleine Dosen pro Tag sinnvoller als eine Einzeldosis.
Das University of Maryland Medical Center rät zu nicht mehr als 150 bis 300 mg 5-HTP. Diese Dosis kann man auf zwei bis drei Dosen aufteilen, also z. B. zweimal täglich je 75 mg)
In der Praxis könnte das so aussehen:
Man startet – bei Depressionen, Gewichtsabnahme, Kopfschmerzen und Fibromyalgie – mit einmal täglich 75 mg und beobachten die Verträglichkeit und Wirkung. Bei guter Verträglichkeit erhöht man auf zweimal täglich je 75 mg
Wenn man nach zwei Wochen keine Wirkung verspürt, nimmt man noch eine dritte Dosis. Mit dieser vorsichtigen Dosierung reduziert man das Risiko möglicher Nebenwirkungen beträchtlich
Bei Schlaflosigkeit nimmt man 150 bis 300 mg 30 bis 45 Minuten vor dem Schlafengehen
Auch hier beginnt man mit der niedrigen Dosis (75 mg) und steigert diese erst nach frühestens drei Tagen auf z. B. 150 mg, nach einigen weiteren Tagen auf 225 mg und so weiter
600 mg pro Tag stellen das absolute Maximum dar – eine Dosis, die an mancher Stelle bei Depressionen und Angstzuständen empfohlen wird (auf zwei Dosen pro Tag verteilt – je eine morgens und abends)
Eine solche Dosis dürfte dann auch nicht mit z. B. L-Tryptophan kombiniert werden
5-HTP kann – im Gegensatz zu L-Tryptophan – mit den Mahlzeiten eingenommen werden. Lediglich wenn man den Stoff zur Gewichtsabnahme einsetzen möchte, nimmt man ihn 20 Minuten vor den Mahlzeiten
Oft ist es sinnvoll, verschiedene (sich gegenseitig verstärkende) Maßnahmen miteinander zu kombinieren, um eine bessere Wirkung zu erzielen. Beginnen Sie – ganz gleich, welche Kombination Sie probieren möchten – mit einem der Mittel
Erst nach einigen Tagen nehmen Sie das zweite hinzu, nach weiteren 3 bis 4 Tagen das dritte (falls ein drittes bei der gewählten Kombination dabei ist)
Sollte bereits das erste Mittel ausreichen, werden die anderen nicht benötigt. Diese Vorgehensweise hilft auch dabei, sofort zu erkennen, wenn gegen eines der Mittel oder gegen die Kombination eine Unverträglichkeit vorliegt.
Insbesondere wenn Sie Medikamente nehmen, müssen Sie eine Einnahme mit Ihrem Therapeuten abklären, da der Stoff mit etlichen Medikamenten in Wechselwirkung gehen kann, insbesondere natürlich mit Antidepressiva, aber auch mit Triptanen (Migränemitteln), Parkinsonmedikamenten, manchen Schmerzmitteln und vielen anderen mehr.
Wenn Sie an Bluthochdruck, Diabetes, Leber- oder Nierenkrankheiten oder anderen chronischen Erkrankungen leiden, ist ebenfalls Rücksprache mit dem arzt angezeigt.
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, sollten Sie den Stoff nicht verwenden.
Kinder sollten den Stoff nicht bekommen – und wenn doch, so nur in Absprache mit dem Kinderarzt.
Aufgrund seines Wirkmechanismus kann der Stoff zu Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Bauchweh, Blähungen, Völlegefühl oder auch Sodbrennen führen.
Dies kann jedoch zumeist verhindert werden, wenn man mit niedrigen Dosen beginnt, diese auf mehrere Einzeldosen pro Tag aufteilt, sie langsam steigert, zu hohe Dosen vermeidet und das Präparat mit dem Essen einnimmt.
Eine Überdosierung könnte auch das Serotoninsyndrom auslösen, was eine Folge von zu viel Serotonin darstellt.
Die Symptome wären Ruhelosigkeit, plötzliche Muskelzuckungen, Schüttelfrost, Schwitzen und Zittern und sollten den Betroffenen zum Arzt führen.
Bei einer Überempfindlichkeit oder auch Allergie auf die Substanz kann es zu Juckreiz kommen. In diesem Fall ist der Wirkstoff nicht geeignet.
Auch könnte es sein, dass der Stoff bei langfristiger Anwendung in hohen Dosierungen das Gleichgewicht im Neurotransmitterstoffwechsel verschiebt, z. B. zu einem Dopaminmangel führt.
Denn die 5-HTP braucht dasselbe Enzym (AADC) wie die Vorläufer von Dopamin. Das Enzym macht aus 5-HTP Serotonin und aus den Dopamin-Vorstufen Dopamin. Wird sehr viel 5-HTP zugeführt, könnte die Dopaminbildung dadurch beeinträchtigt werden, weil zu viel AADC für die Serotoninbildung benötigt wird und nur noch wenig davon für die Dopaminbildung übrig ist. Der Stoff ist also nicht zur Daueranwendung geeignet.
5-HTP ist in jedem Fall ein Stoff, der in den entsprechenden Dosierungen auch pharmakologische Wirkung zeigt. Dies ist auch der Grund dafür, dass als Nahrungsergänzungsmittel nur noch Griffonia-Präparate mit maximal 30-prozentigem Gehalt geduldet werden. Reine Präparate sind nicht mehr erhältlich.
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