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DIE RICHTIGE ERNÄHRUNG BEI PSORIASIS

  • vor 3 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Die Ernährung beeinflusst jedes Geschehen im Körper. Mit der Ernährung lassen sich daher Krankheiten lindern oder aber verstärken. Immer häufiger weisen auch wissenschaftliche Erkenntnisse darauf hin, dass eine gezielte Ernährung bei chronischen Krankheiten sehr gut zu einer Besserung der Beschwerden führen kann – so auch bei der Psoriasis, der Schuppenflechte, einer chronisch entzündlichen Hauterkrankung.

 

Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronisch entzündliche Hautkrankheit aus dem Kreis der Autoimmunerkrankungen. Meist sind es Erwachsene, die an der Schuppenflechte leiden, doch können vereinzelt auch Kinder betroffen sein.

 

Egal, in welchem Alter die Psoriasis ausbricht, man sollte die Krankheit als willkommenen Anlass nehmen, die persönliche Ernährung zu optimieren. Inzwischen zeigen nämlich bereits mehrere wissenschaftliche Studien, dass die individuell richtige Ernährung die Psoriasis enorm verbessern kann

 

Gluten – das Eiweiß in Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste – sollte bei Psoriasis zunächst einmal probeweise aus dem Speiseplan gestrichen werden, z. B. über einen Zeitraum von 4 bis 6 Monaten.

 

Der Speiseplan sollte aus entzündungshemmenden Lebensmitteln zusammengestellt werden.

 

Zu viel Zucker kann Entzündungen verschlimmern, so dass Sie bereits sehr viel für Ihre Haut tun, wenn Sie zunächst einmal den Zucker aus Ihrer Küche verbannen. Eliminieren Sie aber nicht nur die Zuckerdose, sondern auch alle Fertigprodukte, die Zucker enthalten (Süßigkeiten, Fertigdressings, Konserven, Essiggurken, Dips, Saucen etc.). Und denken Sie auch unterwegs daran, dass Sie gerade zuckerfrei leben.

 

Wasser sorgt dafür, dass jeder Körperteil gut mit Feuchtigkeit versorgt ist – und so auch die Haut. Mit Hilfe von Wasser kann die Haut Stoffwechselschlacken leichter ausleiten und auch besser mit Vital- und Nährstoffen versorgt werden. Trinken Sie daher zur Versorgung mit Flüssigkeit reines Wasser (also keine Tees, Softdrinks, Säfte und keinen Kaffee). Die Haut wird eine bessere Konsistenz und ein gesünderes Aussehen bekommen sowie sich viel besser anfühlen.

 

Gemüse, Beeren, Nüsse, Samen, Kräuter und Gewürze verfügen über Stoffe mit antientzündlicher Wirkung. Noch fehlen konkrete wissenschaftliche Belege, ob diese Lebensmittel bei Psoriasis helfen können, doch weiß man, dass diese Lebensmittel generell entzündungshemmend wirken, weshalb man davon ausgehen kann, dass dies auch bei Psoriasis der Fall ist.

 

Aber auch schon allein das Abnehmen führt zu einer Linderung von Entzündungen, da im Bauchfett besonders viele der entzündungsfördernden Botenstoffe gebildet warden.

 

Arachidonsäure ist eine Fettsäure, die ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten ist, besonders in fettem Fleisch und Wurst. Die Arachidonsäure ist bekannt dafür, dass sie Entzündungen anheizt, z. B. auch bei der Arthritis, einer entzündlichen Gelenkerkrankung. Daher einmal ausprobieren, wie es geht, wenn man eine Weile vegetarisch oder vegan lebt.

 

Viele Menschen vertragen keine Milch, wissen es aber gar nicht. Dabei geht es hier nicht um die Laktoseintoleranz und auch nicht um die Milchallergie, sondern um eine Milcheiweißunverträglichkeit, die sich unterschiedlich äußern kann, z. B. in Hautproblemen, wiederkehrenden Kopfschmerzen oder auch chronischen Atemwegsbeschwerden (häufige Infekte, ständiges Räuspern o. ä.)

 

Dr. Jerry Bagel, Dermatologe, der in New Jersey/USA eine Hautklinik leitet, glaubt ferner, dass die Kuhmilch in Sachen Psoriasis eine der Hauptschuldigen ist. Milchprodukte würden nicht nur die entzündliche Arachidonsäure liefern, sondern mit dem Kasein auch ein Eiweiß mit entzündungsfördernder Wirkung.

 

Junk Food besteht meist aus minderwertigen Fetten und isolierten Kohlenhydraten (Weißmehl und Zucker). Beide Lebensmittelgruppen liefern keine Vitalstoffe und wirken gleichzeitig entzündungsfördernd.

 

Essen Sie daher lieber Lebensmittel mit hoher Vitalstoffdichte und lassen Sie Junk Food mit niedriger Vitalstoffdichte besser liegen. Beispiele für Lebensmittel mit hoher Vitalstoffdichte sind z. B. Kohlgemüse, Kräuter, grüne Blattgemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte.

 

Sie liefern pro 100 g viele Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Junk Food dagegen liefert zwar viele Nährstoffe (Fett, Kohlenhydrate und Protein), dafür nur noch wenige Vitalstoffe. Beispiele sind Kuchen, Gebäck, Knabbersachen, Speiseeis, Backwaren etc.

 

Ideal ist in Sachen Öle und Fette:

 

Ist ein Olivenöl nativ extra zum Dünsten und für Salate, Lein- und Hanföl eignet sich für die kalte Küche, Kokosöl zum scharf Anbraten und zum Backen sowie hochwertige pflanzliche Margarine oder Bio-Butter als Brotaufstrich oder zum Backen.

 

Auf diese Weise umgehen Sie in jedem Falle die ungesunden und entzündungsfördernden Transfette. Dabei handelt es sich um teilweise gehärtete Fette, die in manchen Süßigkeiten, Margarinen, Backwaren und manchen Fertigprodukten enthalten sein können oder auch beim Frittieren in der Imbissbude oder im eigenen Haushalt entstehen können (besonders wenn mehrfach dasselbe Öl erhitzt wird)

 

Wenn Sie die empfohlenen Ölsorten verwenden, vermeiden Sie ferner automatisch einen Überschuss der entzündlichen Omega-6-Fettsäuren. Diese finden sich vor allem im Sonnenblumenöl, im Distelöl, Maiskeimöl, Kürbiskernöl und Sojaöl.

 

Laut Dermatologe Dr. Bagel sollte man in jedem Falle bei Psoriasis Alkohol meiden. Alkohol erweitert die Blutgefäße der Haut, so dass die T-Zellen – bestimmte Immunzellen, die für Psoriasis verantwortlich gemacht werden – leichter in die äußeren Hautschichten gelangen können, also genau dorthin, wo ein Psoriasis-Patient diese Zellen auf keinen Fall gebrauchen kann.

 

Manche Psoriasis-Patienten berichten, dass es bei Ihnen zu einem Psoriasis-Schub komme, wenn sie Vertreter aus den Nachtschattengewächsen essen, wie z. B. Auberginen, Paprika, Tomaten, Kartoffeln etc.

 

Man glaubt, dass es die geringen Solaninmengen sein könnten, die bei solaninempfindlichen Menschen zu diesen Schüben führen. Solanin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der besonders hochkonzentriert in den grünen Stellen von Kartoffeln zu finden ist. In winzigen und für Gesunde unmerklichen Mengen ist er auch in den nichtgrünen Teilen der Kartoffel und in anderen Nachtschattengewächsen enthalten. 

 

Wer Allergiker ist, sollte in jedem Fall seine persönlichen Allergene meiden. Denn wer gleichzeitig Psoriasis hat, könnte über Allergene nicht nur seine Allergien triggern, sondern auch einen erneuten Psoriasisschub auslösen.

 

Bei manchen Psoriasis-Patienten sind spezielle Gewürze die Auslöser oder Verstärker eines Schubs. Achten Sie darauf, ob Sie auf Pfeffer, Zimt, Curry, Essig oder Chili mit einer Verschlechterung der Symptome reagieren.

 

Natürlich müssten Sie dann auch schauen, in welchen Ihrer Lebensmittel die Gewürze – auf die Sie mit einer Verstärkung Ihrer Psoriasis reagieren – enthalten sind, z. B. Tabasco, Worcestershire Sauce, manche Ketchupsorten, Grillsaucen etc.

 

Bei der Schuppenflechte als Autoimmunerkrankung ist eine Beteiligung des Darms anzunehmen (Leaky Gut Syndrom). Zudem liegen chronische Entzündungen vor - und viele Betroffene sind übergewichtig (was Entzündungen verstärkt und die Symptome der Psoriasis verschlimmern kann)

 

Die richtige Ernährung bei Psoriasis sollte daher in erster Linie darmfreundlich sein, entzündungshemmend wirken und dabei helfen, Übergewicht abzubauen.

 

Quellen:

 

May, Brandon. How Can Diet Affect Psoriasis? Medical News Today. MediLexicon, Intl., 12 Dec. 2016. Web. 

 

Barrea, L et al., Environmental risk factors in psoriasis: The point of view of the nutritionist. 22. Juli 2016, International Journal of Environmental Research and Public Health

 

De Bastiani et al., Association between coeliac disease and psoriasis: Italian primary care multicentre study, Dermatology, 2015,

 

Guida, B et al., Energy-restricted, n-3 polyunsaturated fatty acids-rich diet improves the clinical response to immuno-modulating drugs in obese patients with plaque-type psoriasis: A randomized control clinical trial, Juni 2014, Clinical Nutrition

 

Mead, M. N, Benefits of sunlight: A bright spot for human health. Environmental Health Perspectives, April 2008

 

Naldi, L et al., Diet and physical exercise in psoriasis: a randomized controlled trial, Mrz 2014, British Journal of Dermatology

 

Syland, E et al., Sun exposure induces rapid immunological changes in skin and peripheral blood in patients with psoriasis, Januar 2011, British Journal of Dermatology

 

Barrea, L et al., Nutrition and psoriasis: Is there any association between the severity of the disease and adherence to the Mediterranean diet? Januar 2015, Journal of Translational Medicine

 

Delzell, E, Fish oil: Does it really help psoriasis? Mai 2015

 

 

 
 
 

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