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ENTGIFTUNG MIT BIO LEBENSMITTELN?

  • 30. Nov. 2021
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Jan. 2022




Bio-Kost entgiftet.


Denn Bio-Kost senkt Ihre Schadstoff-Belastung enorm. In einer Studie stellte man fest, dass Menschen, die auf Bio-Kost umstellten, nach nur einer Woche mit 90 Prozent weniger Pestiziden belastet waren als die Esser von konventionell erzeugten Lebensmitteln.


Bio-Kost entgiftet also innerhalb kurzer Zeit und verschont Sie mit einem grossen Teil der heute üblichen Schadstoffe – was besonders für Kinder wichtig ist, die sehr viel empfindlicher auf Chemikalien reagieren als Erwachsene.


Kann Bio-Kost entgiften?


Und kann Billig-Kost aus dem Discounter vergiften?


Und wenn ja, wie sieht eine Entgiftung mit Bio-Kost aus?


Wie lange dauert eine Entgiftung mit Bio-Kost?


Und in welchem Ausmass kann eine Entgiftung mit Bio-Lebensmitteln überhaupt stattfinden?


Die Qualität von Bio-Lebensmitteln wird gerne angezweifelt – insbesondere von jenen Personen, die Bio-Lebensmittel strategisch ablehnen und lieber im Billig-Discounter kaufen.

Dort weiss man nämlich ziemlich sicher, dass die Ware eine ordentliche Portion Agrargifte enthält und zudem keinesfalls sozialverträglich oder gar tierfreundlich produziert sein kann. Das macht auch alles nichts. Hauptsache der Preis stimmt.


Bio-Landwirten hingegen traut man nicht über den Weg und unterstellt ihnen nicht selten die Missachtung eines nahezu jeden Paragraphen der Bio-Verordnung.

Stets ist man auf der Hut, glaubt, Bio-Bauern seien nichts als Abzocker und verlangten völlig überteuerte Preise für Lebensmittel, die auch nicht anders seien als jene aus dem Discounter.


Dass sie sehr wohl anders und auch besser sind, zeigen zahlreiche Studien, wie z. B. eine Untersuchung, die im Jurnal of Environmental Research vröffentlicht wurde.


Forscher der School of Health Sciences der australischen RMIT University fanden heraus, dass Bio-Kost nicht nur sehr gut, sondern auch sehr schnell zu einerWoche zur Entgiftung führt.


Denn schon nach einer Woche – so die Wissenschaftler – könne sich die Schadstoffbelastung eines Menschen deutlich reduzieren lassen, wenn in dieser Woche zu einem grossen Teil Bio-Kost gegessen wird.


Die Studienteilnehmer sollten sieben Tage lang eine Ernährung zu sich nehmen, die mindestens zu 80 Prozent aus Bio-Lebensmitteln bestand.

Die Kontrollgruppe ass hingegen Lebensmittel, die zu 80 Prozent aus konventioneller Erzeugung stammen mussten.


Nach Ablauf der sieben Tage wechselten die Gruppen. Das heisst, die Bio-Gruppe ass ab sofort sieben Tag lang konventionelle Kost und die Kontrollgruppe ass sieben Tage Bio.


Im Urin wurden sodann mehrere Pestizidwerte gemessen – und zwar jeweils am achten Tag jeder Phase.


Die Pestizidwerte im Urin der Bio-Esser waren durchschnittlich um sagenhafte 90 Prozent niedriger als die Werte im Urin der Normalesser.


Wer also eine Entgiftung oder Entschlackung anstrebt, sollte eine solche Reinigungskur immer von einer Ernährung aus Bio-Kost begleiten lassen. Andernfalls würde eine Ernährung aus konventionell erzeugter Nahrung durch den ständigen Gift-Nachschub jede Entgiftungsbemühung sabotieren.


Die Leiterin der o. g. Studie, Dr. Liza Oates erklärte, dass die extrem niedrigen Werte im Urin der Bio-Esser darauf hinwiesen, dass die Haupt-Pestizid-Quelle des Menschen tatsächlich die Ernährung sei. Über die Luft, das Wasser oder die Haut werden also nur sehr wenige Pestizidrückstände aufgenomme.


Nun werden Pestizide natürlich auch mit einer Reihe von Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht – einschliesslich Krebs und Krankheiten des Zentralen Nervensystems.


Dr. Oates führte aus, dass gerade Letzteres kein Wunder sei, da viele der heute gebräuchlichen Pestizide ursprünglich als chemische Kampfstoffe (z. B. Nervengase) entwickelt wurden.


Die Studie von Dr. Oates bestätigte dabei die Ergebnisse einer Untersuchung aus dem Jahr 2006. Damals stellten Wissenschaftlicher der Rollins School of Public Health an der Emory 4niversity in Atlanta heraus, dass eine Ernährung aus biologisch angebauten Lebensmitteln zu einer extremen Entgiftung bei Kindern führen und deren Pestizid-Belastung massiv reduzieren konnte.


In der Atlanta-Studie erhielten Grundschulkinder fünf Tage lang Bio-Kost. Zwei Mal am Tag (morgens und abends) wurden Urinproben untersucht.


Fast unmittelbar nach Ernährungsumstellung von einer konventionell erzeugten Nahrung auf Bio-Kost schien die Entgiftung abgeschlossen, denn es konnten keine Rückstände mehr von Malathion und Chlorpyrifos – zwei Pestiziden – im Urin der Kinder nachgewiesen warden.


Sobald erneut konventionell erzeugte Nahrung verzehrt wurde, mass man sofort wieder erhöhte Pestizid-Werte im Urin der Kinder.


Eine weitere Studie zu diesem Thema widmete sich einem möglichen Zusammenhang zwischen einer Pestizidbelastung und ADHS bei Kindern.

Die Studie wurde im Jahr 2010 im Fachmagazin Pediatrics veröffentlicht und zeigte, dass jene Kinder, in deren Urin man hohe Pestizidrückstände messen konnte, mit einer um 93 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an ADHS erkrankten als Kinder, die unbelastet waren.


Die an dieser Studie beteiligten kanadischen und US-amerikanischen Forscher erklärten, dass die Ergebnisse ihrer Studie die Hypothese unterstützten, nach der die Belastung mit Organophosphat-Pestiziden (in Dosen, wie sie bei Kindern in den USA nicht unüblich seien) die Entwicklung eines ADHS fördern könnten.


Nun könnte man sagen, dass Bio-Lebensmittel einfach nur die Pestizidbelastung senken, da sie weniger oder keine Pestizidrückstände aufweisen, was noch lange nicht mit einer Entgiftung gleichzusetzen ist.


Sobald jedoch die Pestizidbelastung von aussen sinkt, hat der Organismus wieder mehr Kapazitäten frei, eingelagerte Gifte zu neutralisieren und zu eliminieren.

Dies muss nicht unbedingt über den Urin passieren, sondern kann auch über den Stuhl geschehen.


Steigt man auf Bio-Kost um, gestaltet stellt man ausserdem meist automatisch auch die Ernährung gesünder und isst mehr Obst und Gemüse, mehr Vollkornprodukte und damit auch mehr Vital- und Ballaststoffe. Gerade diese Lebensmittel aber gelten als entgiftende Lebensmittel, also als Lebensmittel, die die Entgiftung konkret fördern können.


Quellen:


Oates L, Cohen M et al., Reduction in urinary organophosphate pesticide metabolites in adults after a week-long organic diet,Environmental Research, Juli 2014


Lu C, Toepel K, Irish R, Fenske RA, Barr DB, Bravo R, Organic diets significantly lower children`s dietary exposure to organophosphorus pesticides, Environmental Health Perspectives, Februar 2006


Bouchard MF, Bellinger DC, Wright RO et al., Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder and Urinary Metabolites of Organophosphate Pesticides, Juni 2010

 
 
 

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