MEIDEN SIE DIESE LEBENSMITTELN BEI VERSTOPFUNG
- agneskalaitzis
- vor 1 Tag
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Oft sind es bestimmte Lebensmittel, die Verstopfung verursachen. Überprüfen Sie, ob Sie eines der folgenden Lebensmittel besonders gerne essen.
Nahezu jeder dritte Erwachsene leidet an Verstopfung – und auch bei den Kindern sin des bis zu 30 %, die wegen einer Verstopfung zum Arzt gebracht werden.
Psychische Probleme können ein Auslöser für Verstopfung sein, auch Medikamente. Meist ist es jedoch ganz einfach die Ernährung, die den Darm immer träger und träger werden lässt, häufig in Kombination mit viel zu wenig Bewegung.
Viele Lebensmittel können dabei helfen, eine Verstopfung zu lösen, andere verstärken sie hingegen oder verursachen sie überhaupt erst. Wir stellen nachfolgend jene Lebensmittel vor, die besonders häufig zu einer Verstopfung beitragen.
Allerdings führen nicht alle diese Lebensmittel bei jedem Menschen umgehend zu einer Verstopfung. Es kommt sehr auf die Gesamternährung und die Gesamtlebensweise an. So kann eine Person, die viel Sport treibt und genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, sicher eher stopfende Lebensmittel zu sich nehmen, ohne an einer Verstopfung zu leiden als eine Person, die den ganzen Tag im Sitzen verbringt und nur wenig trinkt.
Andere Lebensmittel können beim einen Menschen stopfend wirken, beim anderen sogar Durchfall auslösen. Es kommt also – wie so oft – auch sehr auf den einzelnen Menschen an. Wenn Sie daher an Verstopfung leiden, dann meiden Sie probeweise für einige Wochen das eine oder andere nachfolgend aufgeführte Lebensmittel und beobachten, wie sich Ihre Verdauung verändert.
Alkohol
Alkohol ist ein häufiger Grund für Verstopfung. Alkohol wirkt harntreibend und dehydrierend. Er hemmt ein Hormon (Vasopressin), das den Körper vor Dehydrierung schützen würde.
Dank Alkohol funktioniert dieser Schutz nun nicht mehr gut. Der Körper trocknet aus und mit ihm auch der Darm. Folglich klappt es auch mit dem Stuhlgang nicht mehr so wie erhofft.
Alkohol beeinträchtigt ausserdem die Darmflora, schädigt die Darmschleimhaut und fördert die Entstehung des Leaky Gut Syndroms. Dieser Zustand nun wiederum kann sich in ganz unterschiedlichen Beschwerden äussern – Verstopfung, Durchfall oder auch Krankheiten, die auf den ersten Blick nichts mit dem Verdauungssystem zu tun haben (Allergien, Autoimmunerkrankungen u. a.).
Die Wirkung von Alkohol auf die Verdauung ist also von Mensch zu Mensch verschieden. Wenn Sie jedoch an Verstopfung leiden und gleichzeitig regelmässig alkoholische Getränke zu sich nehmen, reduzieren Sie diese deutlich und gewöhnen Sie sich an, zu jedem alkoholischen Drink dieselbe Menge Wasser zu sich zu nehmen.
Das bedeutet aber nicht, dass man - wenn man dieselbe Menge Wasser wie Alkohol trinkt - nun literweise Alkohol trinken könnte und damit dessen negative Eigenschaften vollständig kompensieren könnte. Wichtig ist in jedem Fall, so wenig Alkohol wie möglich zu trinken.
Gluten
Gluten ist ein Proteinkomplex in vielen Getreiden (Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel, Kamut etc.). Manche Menschen reagieren auf Gluten mit Durchfall, andere wiederum können Verstopfung bekommen, wenn sie regelmässig glutenhaltige Lebensmittel essen (Brot, Brötchen, Gebäck, süsse Teilchen, Nudeln, Couscous etc.).
Eine mögliche Ursache könnte eine Zöliakie sein oder ein Reizdarmsyndrom. Aber auch eine Glutenintoleranz kann zu Verdauungsbeschwerden führen.
Vielleicht ist es auch keine Glutenunverträglichkeit, die Sie haben, sondern „nur“ eine Weizenunverträglichkeit, so dass Sie andere glutenhaltige Getreide essen könnten, nicht aber Back- und Teigwaren aus Weizen, einfach weil Sie andere Bestandteile im Weizenkorn nicht vertragen, z. B. die enthaltenen Lektine.
Wenn Sie daher an unerklärlicher Verstopfung leiden, aber gerne Back- und Teigwaren essen, ersetzen Sie diese zunächst einmal durch weizenfreie Back- und Teigwaren (z. B. aus Dinkel, Hafer oder Roggen).
Wenn sich nach einigen Wochen keine Veränderung zeigt, testen Sie eine glutenfreie Ernährung und wählen Sie glutenfreie Back- und Teigwaren. Beobachten Sie auch jetzt, wie sich Ihre Verstopfung verändert.
Sollten Sie starke Symptome nach dem Verzehr von Back- und Teigwaren haben, dann suchen Sie natürlich zuerst einen Arzt auf, um ihn um eine Glutenintoleranz- bzw. Zöliakiediagnostik zu bitten.
Weißbrot verstopft den Darm
Auszugsmehle werden umgangssprachlich auch als Weissmehl bezeichnet. Damit sind alle Mehle gemeint, denen man durch industrielle Prozesse den Keim und die Randschichten des Korns entfernte, was zu einer grossen Ballaststoffarmut führt. Weissmehle gibt es aus fast allen Getreiden, ganz gleich ob es sich nun um Weizen, Dinkel oder Roggen handelt.
Natürlich sind auch die Produkte aus diesem Weissmehl – Weissbrot, Weissmehlpasta, Kekse und Cracker – arm an Ballaststoffen. Im Grunde bestehen sie nur noch aus Stärke und Gluten und verstopfen sehr leicht das Verdauungssystem.
Im Vollkorngetreide hingegen versorgt der Keim mit wertvollen Vitalstoffen und die Kleie sorgt für eine regelmässige Darmreinigung, erhöht das Stuhlvolumen, regt die Darmperistaltik an und beschleunigt damit sehr gut die Stuhlausscheidung. Verstopfungen sind daher selten, wenn statt Weissmehl Vollkornmehl zum Einsatz kommt.
Bei manchen Menschen verschlimmern Ballaststoffe die Verstopfung. Dies ist jedoch meist nur der Fall, wenn plötzlich (ohne langsame Gewöhnung) sehr viele Ballaststoffe gegessen werden, oft auch noch in Form von hochkonzentrierten Nahrungsergänzungen (z. B. Kleieprodukte) und wenn ausserdem gleichzeitig zu wenig getrunken wird.
Denn Ballaststoffe saugen grosse Wassermengen an sich und können auch erst dann positiv auf das Verdauungssystem einwirken. Trinken Sie daher immer ausreichend Wasser, wenn Sie ballaststoffreich essen.
Kuhmilch
Milchprodukte können bei manchen Menschen zu Durchfall führen – insbesondere wenn eine Lactoseintoleranz vorhanden ist. Bei viel mehr Menschen jedoch tragen Milchprodukte zu Verstopfungen bei.
Bei Kindern könnte der Grund für eine milchbedingte Verstopfung in einer Milcheiweissunverträglichkeit liegen.
Wenn diese Kinder Milchprodukte meiden, dann bessert sich auch deren Verstopfung, wie eine Studie ergab.
Auch bei Erwachsenen liegen diesbezüglich zahlreiche Erfahrungsberichte vor, so dass es sich bei einer chronischen Verstopfung in jedem Fall lohnt, Milchprodukte einmal zu meiden. Dazu müssen Milchprodukte keinesfalls unbedingt mit Sojaprodukten ersetzt werden. Es gibt inzwischen viele Milchersatzprodukte auf der Basis von Getreide oder Nüssen.
Frittiertes und Fastfood
Wer gerne Frittiertes oder Fastfood isst – wobei Fastfood häufig frittiert ist – erhöht sein Risiko, Opfer einer chronischen Verstopfung zu werden. Frittiertes und Fastfood ist meist fettreich, salzreich und zuckerreich, aber gleichzeitig ballaststoffarm und vitalstoffarm.
Der Salzreichtum und gleichzeitig die Wasserarmut von Fastfood trocknet den Stuhl regelrecht aus, da der Körper das Salz, das natürlich auch ins Blut gelangt, so verdünnen muss, damit es keinen Schaden anrichten kann. Dazu wird Wasser aus dem Darm gezogen.
Wenn Sie bisher also vor lauter Stress und Zeitnot tagtäglich zu Fastfood griffen, versuchen Sie, künftig eine etwas langsamere Gangart einzuschlagen, um Zeit für ein gesundes Mahl zu haben.
Süßigkeiten
Interessanterweise glauben viele Betroffene, ihre Verstopfung komme von ihrem Schokoladekonsum. Das kann zwar durchaus sein, doch sollte man darüber hinaus nicht all die anderen Lebensmittel vergessen, die ebenfalls verstopfen können. Es genügt also meist nicht, nur die Schokolade wegzulassen und weiterhin von Pizza, Käsebaguette, Hotdogs und Milchshakes zu leben.
Auch sind all die anderen Süssigkeiten meist nicht weniger verstopfend, etwa Kuchen, Kekse, Eiscreme, Bonbons etc. Sie alle sind reich an Zucker und arm an Ballaststoffen. Gerade Kekse, Gebäck und Kuchen sind überdies meist sehr flüssigkeitsarm bei hohem Fettgehalt.
Koffein kann abführen, aber auch vderstopfen
Kaffee wirkt bei vielen Menschen abführend. Ohne Kaffee würden viele dieser Menschen bemerken, dass sie in Wirklichkeit verstopft sind.
Bei anderen Menschen wiederum können Kaffee bzw. Koffein und damit auch andere koffeinhaltigen Getränke (Energydrinks, Cola etc.) zu Verstopfung führen, besonders dann, wenn man sehr viel davon trinkt. Wenn Sie also derartige Getränke konsumieren oder trotz der tägliche Tasse Kaffee Verstopfung haben, probieren Sie es einmal ohne Kaffee.
Schwarztee und Grüntee
Ein ebenfalls koffeinhaltiges Getränk ist der Schwarztee. Lässt man ihn zu lange ziehen, wirkt er stopfend und kann dafür sorgen, dass der Darm träge wird. Wenn Sie zu Verstopfung neigen und schwarzen Tee lieben, achten Sie darauf, ihn nicht länger als 3 Minuten ziehen zu lassen. Dann nämlich lösen sich verstärkt die Gerbstoffe aus dem Tee, die für seine stopfende Wirkung verantwortlich sind.
Bananen
Bei Bananen kommt es darauf an, wie grün bzw. wie reif sie sind. Grüne Bananen beispielsweise gehören in ihren Heimatländern zu den Hausmitteln gegen Durchfall. Sie stopfen also. Reife Bananen aber helfen eher dabei, eine Verstopfung zu lösen.
Kaugummi
Zuckerfreie Kaugummis sind meist mit Zuckeraustauschstoffen gesüsst, etwa mit Xylit oder Sorbit, die dann eher abführend wirken. Allerdings heisst es, Kaugummis verstopfen, wenn man sie schluckt.
Ein Kaugummi allein ist diesbezüglich meist noch kein Problem. Wer aber viele Kaugummis kaut und sie stets schluckt statt auszuspucken, könnte eine Verstopfung bekommen – besonders wenn davor oder danach Saaten gegessen wurden, z. B. Leinsamen, Sesam, Chiasamen, Nüsse o. ä. Diese könnten mit der Kaumasse verklumpen und nun das Verdauungssystem überfordern, es regelrecht verstopfen.
Weißer Reis
Auch weisser Reis kann Verstopfung begünstigen, denn bei der Herstellung wurden ihm der vitalstoffreiche Keim und die ballaststoffreichen Randschichten entfernt.
Er ist also ballaststoffarm und im Vergleich zum braunen Naturreis deutlich ärmer an Vitalstoffen. Brauner Reis hingegen kann bei Verstopfung aufgrund des höheren Ballaststoffgehalts hilfreich sein, sollte aber natürlich auch nicht in grossen Mengen oder gar auf Kosten der Gemüseportion verzehrt werden.
Kartoffelchips
Kartoffelchips haben ein gewisses Suchtpotential inne. Selten isst man sie in kleinen Portionen, meist isst man so lange davon, bis die Tüte leer ist. Kartoffelchips sind extrem salzig, fettig und gleichzeitig ballaststoffarm. Isst man sich ausserdem an Chips satt, hat man keine Lust mehr auf eine gesunde und tatsächlich vitalstoff- und ballaststoffreiche Mahlzeit. Alle diese Eigenschaften begünstigen Verstopfung.
Testen Sie also Schritt für Schritt, welche Lebensmittel bei Ihnen die Verstopfung verursachen, meiden sie diese und ersetzen Sie sie mit gesunden Lebensmitteln, am besten mit solchen, die eine Verstopfung lösen können.
Quellen:
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