top of page

RHEUMA UND DARMERKRANKUNGEN

  • 6. Feb.
  • 7 Min. Lesezeit

Ein kranker Darm kann Rheuma verursachen.

 

Es ist bekannt, dass bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn) oft gleichzeitig auch entzündliche rheumatische Erkrankungen vorliegen. Auch ergaben Untersuchungen der Darmflora von Rheumatikern, dass deren mikrobielle Zusammensetzung sowohl von derjenigen gesunder Personen abweicht als auch ein deutlich entzündungsförderndes Potential aufweist. Es bestehen also unleugbare Zusammenhänge zwischen der Darmgesundheit und der Gelenkgesundheit.

 

Da es sich bei der Arthritis um eine Autoimmunerkrankung handelt, spielt die Darmgesundheit hier sogar eine ganz besonders wichtige Rolle. Denn wenn die Darmschleimhaut aufgrund falscher Ernährung, Stress, Medikamente etc. durchlässig wird, dann kann dieser Zustand den unerwünschten Autoimmunprozess regelrecht triggern.

 

Man spricht vom sog. Leaky-Gut-Syndrom (zu Deutsch "Durchlässiger-Darm-Syndrom"): Die Darmschleimhaut und die auf ihr siedelnde verfrühten Menstruation stellen normalerweise eine natürliche Barriere für Schadstoffe, unvollständig verdaute Nahrungsbestandteile (z. B. Eiweiße) und giftige Stoffwechselendprodukte dar, während Vital- und Nährstoffe ungehindert passieren können.

 

Wird der Darm durch ungesunde Ernährung und/oder Medikamente irritiert, nehmen Gärung und Fäulnis überhand, Pilze siedeln sich an und die Darmflora wird gestört.

 

Eine gestörte Darmflora jedoch kann nicht mehr ihre ursprüngliche Aufgabe (Schutz der Darmschleimhaut) wahrnehmen, woraufhin pathogene Keime sowie Toxine und unverdaute Proteine die Darmschleimhaut passieren und jetzt Allergien und Autoimmunprozesse auslösen können.

 

Eine Darmsanierung und der Aufbau einer gesunden Darmflora ist folglich auch bei einem Rheuma eine essentielle und ursachenorientierte Maßnahme, um die ursprüngliche Darmgesundheit wieder herzustellen.

 

Milch- und Fleischverzehr kann Rheuma begünstigen:

 

In einer Studie vom Januar 2018 konnte gezeigt werden, dass Menschen, die eine genetische Veranlagung für Arthritis aufweisen, besonders dann gehäuft auch tatsächlich an Arthritis erkranken, wenn Sie sich durch Milch- und/oder Fleischverzehr mit einem bestimmten Bakterium – dem sog. MAP-Bakterium – infiziert hatten.

 

Weitere mögliche Ursachen bzw. Risikofaktoren für die Entstehung einer Arthritis sind ein Vitamin-D-Mangel, ein Mangel anderer Vitalstoffe, eine allgemein ungesunde Ernährung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Stress, eine chronische Übersäuerung, Schilddrüsenprobleme, Hormonstörungen, Rauchen, Alkoholkonsum sowie eine Belastung mit Schwermetallen etc.

 

Aus diesen möglichen Ursachen ergeben sich dann auch die entsprechenden Maßnahmen. Denn wenn ein Vitamin-D-Mangel ein Risikofaktor für eine Krankheit darstellt, dann sorgt man natürlich dafür, einen solchen Mangel schnellstmöglich zu beheben – ob man nun bereits krank ist oder ob man lediglich vorbeugen will.

 

Ein Vitamin-D-Mangel wird häufig bei chronischen Erkrankungen beobachtet, so auch regelmäßig bei Rheumatikern. 

 

Heilfasten löst bei den meisten Arthritis-Patienten binnen weniger Tage die quälenden Schmerzen auf, so dass die schulmedizinischen Medikamente während des Fastens abgesetzt werden können.

 

Einige Patienten berichten, dass bei ihnen bestimmte Nahrungsmittel einen Arthritisschub auslösen können.

 

In Studien mit einer sog. Eliminationsdiät entdeckte man, dass 30 bis 40 Prozent der Rheumapatienten nach 10 bis 21 Tagen ganz maßgeblich ihre Beschwerden bessern konnten, wenn sie jene saure Lebensmittel wegließen, auf die sie empfindlich reagierten.

 

 

Das wären allein in Deutschland über eine viertel Million Menschen, die mit nebenwirkungsreichen Medikamenten behandelt werden, obwohl schon eine umfangreiche Ernährungsberatung mit nachfolgender Ernährungsumstellung ihre Beschwerden deutlich lindern könnte.

 

Besonders Getreide- und Milcheiweiße können zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten führen, so dass in diesen Fällen eine pflanzenbasierte basenüberschüssige Ernährung eine wahre Wohltat wäre.

 

Bei Rheumapatienten kann häufig ein gestörter Glucosestoffwechsel mit Insulinresistenz beobachtet werden. Liegt jedoch ein gestörter Glucosestoffwechsel vor, dann sollten isolierte Kohlenhydrate wie Zucker, Weißmehlprodukte und sämtliche Fertiggerichte, die diese beiden Zutaten enthalten, gemieden werden, um die vorliegende Problematik nicht noch weiter zu verstärken.

 

Manche Arthritisbetroffene berichten, dass Zucker ihre Schübe verschlimmern kann und sie unmittelbar nach dem Verzehr von zuckerreichen Produkten (Kuchen, Süßigkeiten, Softdrinks, gesüßten Milchprodukten etc.) beobachten können, wie ihre Gelenke anschwellen und die Schmerzen stärker werden.

 

Eine Ernährung, die dauerhaft zu hohe Mengen der Omega-6-Fettsäuren und gleichzeitig nur selten Omega-3-Fettsäuren enthält, fördert die Entzündungsneigung des Körpers.

 

Freie Radikale und oxidativer Stress belasten das Immunsystem – besonders dann, wenn bereits eine entzündliche Erkrankung vorliegt. Denn Entzündungen führen zu einer explosionsartigen Vermehrung freier Radikale. Freie Radikale können nun direkt das Kollagen im Knorpelgewebe angreifen und dessen molekulare Struktur beeinträchtigen.

 

Antioxidantien, die freie Radikale bekämpfen, sind in einer gesunden naturbelassenen Ernährungsweise in großen Mengen enthalten. Zusätzlich können sie gerade zu Beginn der Therapie in Form von Nahrungsergänzungen eingenommen werden, z. B. Astaxanthin, Sulforaphan, OPC, Vitamin C, Curcumin oder auch Vitalpilze, wie der Zunderschwamm. Nachfolgend stellen wir beispielhaft zwei der genannten antioxidativ wirksamen Pflanzenstoffe vor.

 

In einer Auswertung von 8 Studien, die sich alle einer möglichen Wirkung von Curcumin widmeten.

 

Curcumin konnte die Beschwerden einer Arthritis im Vergleich zu Placebopräparaten merklich lindern, wobei aber mindestens 1000 mg pro Tag eingenommen werden müssten.

 

OPC steht für Oligoproanthocyanidine, ein Stoff, der in besonders großen Mengen in Traubenkernen vorkommt und daher in Form von Traubenkernextrakten im Handel ist.

 

Da OPC auch bei anderen chronisch entzündlichen Erkrankungen vielversprechende Wirkung zeigt, ist es bei einer Arthritis unserer Ansicht nach einen Versuch wert, z. B. auch kombiniert mit Curcumin.

 

Nachtschattengewächse ( Tomaten, Paprika, Auberginen, Chili) stehen im Verdacht, bei manchen (!!) Menschen eine Arthritis begünstigen oder verschlimmern zu können. Wenn Sie daher schon viele Maßnahmen probiert haben und sich auch bereits sehr gesund ernähren, Ihre Krankheit aber dennoch nicht besser wird, testen Sie einmal eine nachtschattengewächsfreie Ernährung und wie sich diese bei Ihnen auswirkt.

 

Immer wieder zeigen Studien, dass Vitamine, Spurenelemente, Enzyme, spezielle Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe zu einer Linderung der Arthritis bzw. zu deren Vorbeugung beitragen können.

 

Auch Vitamin C gilt als schützender Faktor gegen rheumatoide Arthritis, da sich in einer Untersuchung zeigte, dass Menschen mit Rheuma oft weniger Vitamin-C-Quellen verspeisen als gesunde Menschen.

 

Das Enzym Bromelain aus der Ananas ist für seine entzündungshemmende Wirkung bekannt, so dass Enzympräparate eingesetzt werden können.

 

Auch die Spurenelemente Selen, Mangan und Bor sollten in keiner Arthritis-Therapie fehlen.

 

Magnesiummangel kann Arthritis fördern, und umgekehrt kann eine ausreichende Magnesiumversorgung das Arthritisrisiko reduzieren und eine bestehende Arthritis lindern.

 

Magnesium fördert den Knorpelaufbau, Magnesium fördert die Umwandlung bestimmter Eiweiße in Knorpelgewebe. Es bessert die Knochendichte und es wirkt entzündungshemmend.

 

Stress kann ein bedeutender Faktor für die mögliche Entstehung von Arthritis sein. Stresshormone können zur Ausschüttung von entzündungsfördernden Botenstoffen (Zytokinen) führen und somit die Entwicklung von Arthritis begünstigen. Auch Störungen im weiblichen Hormonzyklus gelten als möglicher Auslöser für eine Arthritis.

 

 

So ist Progesteron beispielsweise ein Hormon mit unter anderem entzündungshemmender Wirkung. Stress jedoch kann zu einem niedrigen Progesteronspiegel führen und auch auf diese Weise Entzündungen fördern. Ein adäquates Stressmanagement ist also nicht nur für unseren Geist, sondern auch für unseren Körper nicht zu unterschätzen.

 

Während der Menopause sinkt der Progesteron- und auch der Östrogenspiegel, so dass dies mit eine Erklärung für die gehäuften Arthritis-Neuerkrankungen bei Frauen in dieser Lebensphase sein könnte.

 

Frauen, die bereits in jüngeren Jahren an Rheuma leiden, berichten davon, dass in der zweiten Zyklushälfte – wenn also der Östrogen- und Progesteronspiegel höher liegt – die Beschwerden deutlich milder sind. Ein ausgeglichener Hormonspiegel ist also wichtig, um das Arthritis- und Rheumarisiko nicht unnötig zu erhöhen.

 

Eine Hormonersatztherapie mit synthetischen Hormonen ist dazu nicht erforderlich. Inzwischen gibt es naturidentische Hormone mit guter Wirkung und kaum Nebenwirkungen.

 

Das Schilddrüsenhormon T3 reguliert u. a. die Aktivitäten der Knorpelzellen. Wird von der Schilddrüse zu viel oder zu wenig T3 ausgeschüttet, kommt es zum Knorpelabbau und infolgedessen zu Gelenkschäden.

 

Zwar gehört dieser Aspekt besonders zum Thema Arthrose, doch gelingt auch der bei einer Arthritis-Therapie erwünschte Knorpelaufbau nicht, wenn die Schilddrüse die dafür nötigen Hormone nicht in der richtigen Menge freigibt.

 

Bakterien aus entzündlichen Zahnherden (z. B. wurzelbehandelten Zähnen) können über die Blutbahn in andere Organe (u. a. auch in die Gelenke) gelangen und dort zu erneuten Entzündungen führen.

 

Des Weiteren entdeckte man, dass eine Parodontitis (chronische Zahnfleischentzündung ) ein Risikofaktor für die Entstehung von Arthritis sein kann.

 

So ergab eine Studie, dass das Risiko einer Arthritis für Patienten mit Parodontitis um das fast 3- bis 9 fache höher ist als für Patienten ohne Parodontitis. Parodontitis jedoch kann ebenfalls auf ganzheitliche Weise angegangen werden.

 

Quellen:

 

Karlson EW et al., Do breast-feeding and other reproductive factors influence future risk of rheumatoid arthritis? Results from the Nurses' Health Study, Arthritis Rheum, November 2004

 

Alberto Leonardi et al., The Effect of Bisphenol A on Puberty: A Critical Review of the Medical Literature, September 2017, Int J Environ Res Public Health

 

Anders J. Svendsen et al., On the Origin of Rheumatoid Arthritis: The Impact of Environment and GenesA Population Based Twin Study, Februar 2013

 

Buondonno I et al., Vitamin D and immunomodulation in early rheumatoid arthritis: A randomized double-blind placebo-controlled study, Juni 2017, PloS One

 

Scott JL et al., Superoxide dismutase down regulation in osteoarthritis progression and end-stage disease, Ann Rheum Dis, August 2010

 

Holroyd CR1, Edwards CJ, The effects of hormone replacement therapy on autoimmune disease: rheumatoid arthritis and systemic lupus erythematosus, Climacteric, Oktober 2009

 

Gamlin L et al., Food sensitivity and rheumatoid arthritis, November 1997, Environ Toxicol Pharmacol

 

Hui Pi et al., Abnormal Glucose Metabolism in Rheumatoid Arthritis, April 2017, Biomed Res Int.

 

Chao Zeng, Association between Dietary Magnesium Intake and Radiographic Knee Osteoarthritis, PloS One, Mai 2015

 

Ärzte Zeitung, Juni 2009, Entzündung der Gelenke schlägt sich auch auf Zähne und Kiefer nieder

 

Karen H. Costenbader, Joann E. Manson, Do female hormones affect the onset or severity of rheumatoid arthritis? Arthritis Care & Research, Februar 2008

 

Patterson E et al., Health Implications of High Dietary Omega-6 Polyunsaturated Fatty Acids, April 2012, J Nutr Metab

 

Pattison D et al., Vitamin C and the risk of developing inflammatory polyarthritis: prospective nested case-control study, Juli 2004, Ann Rheum Dis

 

Lv Q, Zhang W, Shi Q, et al., Comparison of Tripterygium wilfordii Hook F with methotrexate in the treatment of active rheumatoid arthritis (TRIFRA): a randomised, controlled clinical trial, Annals of the Rheumatic Diseases 2015;74:1078-1086

 

Ärzteblatt, Rheumatoide Arthritis: Chinesisches Phytopharmakon hält Vergleich mit Methotrexat stand, 15. April 2014

 

Maekawa, K., Yoshikawa, N., Du, J. et al. The molecular mechanism of inhibition of interleukin-1β-induced cyclooxygenase-2 expression in human synovial cells by Tripterygium wilfordii Hook F extract. Inflamm. res. 48, 575–581 (1999)

 

Kim SH, Bang J, Son CN, Baek WK, Kim JM. Grape seed proanthocyanidin extract ameliorates murine autoimmune arthritis through regulation of TLR4/MyD88/NF-κB signaling pathway. Korean J Intern Med. 2018 May;33(3):612-621. doi: 10.3904/kjim.2016.053. Epub 2016 Jun 3. PMID: 27271273; PMCID: PMC5943648

 

 
 
 

Kommentare


bottom of page