RÜCKENSCHMERZEN UND BANDSCHEIBENVORFALL - DIE URSACHEN
- 5. Okt. 2022
- 7 Min. Lesezeit

Die Wirbelsäule besteht aus 24 beweglichen und 8-10 unbeweglichen Wirbeln, die wiederum jeweils aus einem Wirbelkörper sowie verschiedenen knöchernen Wirbelfortsätzen bestehen (Dornfortsätzen).
Den beweglichen Teil der Wirbelsäule bilden die Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule.
Das Kreuzbein und das Steißbein schließen sich der Lendenwirbelsäule an, ´´. Beide Bereiche sind zwar beweglich miteinander verbunden, doch ihre Wirbelköper sind fest verwachsen und somit unbeweglich.
Zwischen den 24 Wirbeln sitzt jeweils eine Bandscheibe, die im äußeren Bereich aus einem straffen Faserknorpelring mit hohem Kollagenanteil besteht. Im Inneren befindet sich ein gallertartiger, elastischer Kern.
Stabilisiert wird die Wirbelsäule durch 2 Längsbänder, von denen das vordere fest mit den Wirbelkörpern verbunden ist, während das hintere an die Bandscheiben gekoppelt ist.
Der Gallertkern stellt den beweglichen Teil der Bandscheiben dar. Er verfügt über einen Wasseranteil von 80%, sodass er als Wasserkissen wie ein Stoßdämpfer agiert.
Der Gallertkern passt sich den Bewegungen der Wirbelsäule an, indem er den Druck, der ständig auf den Bandscheiben lastet, gleichmäßig auf die gesamte Wirbelfläche verteilt.
Auf diese Weise verhindert der Gallertkern, dass die knöchernen Wirbel aneinander reiben.
Jeder Druck auf die Bandscheiben bewirkt, dass diese zusammengepresst werden und dabei Flüssigkeit abgeben.
Sobald die Belastung abnimmt, können sie diese jedoch aus der Zwischenzellflüssigkeit wiederaufnehmen.
Solange die Flüssigkeitsaufnahme der Abgabemenge entspricht, bleibt die Pufferwirkung des Gallertkerns erhalten.
Findet jedoch ein anhaltend starker Druck durch Überlastung der Bandscheiben oder durch einseitige Belastung, wie z. B. durch einen Beckenschiefstand statt, kann die verloren gegangene Flüssigkeitsmenge nur noch unzureichend aufgefüllt werden.
Infolgedessen wird der Gallertkern dünner, wodurch seine Pufferkapazität generell eingeschränkt wird.
Gleichzeitig verringert sich im Bereich der überlasteten Bandscheibe auch der Abstand der übereinanderliegenden, knöchernen Wirbelkörper.
In dieser Situation kann auch der Faserring dem anhaltenden Druck auf den Gallertkern bald nicht mehr standhalten.
Er weitet sich aus und es kommt zu einer Vorwölbung der Bandscheibe, die auch als Protrusion bezeichnet wird.
Lässt dieser Druck noch rechtzeitig nach, kann der Faserring wieder in seine ursprüngliche Position zurückkehren. Erst wenn die Degeneration der Bandscheibe so weit fortgeschritten ist, dass der Faserring durch den Druck des Gallertkerns schließlich durchbrochen wird, entsteht der Bandscheibenvorfall (Prolaps).
Die übereinander angeordneten Wirbelkörper weisen jeweils an der gleichen Stelle eine Öffnung auf, so dass sich entlang der gesamten Wirbelsäule ein Kanal bildet.
Er wird als Wirbelkanal oder Spinalkanal bezeichnet.
In ihm befinden sich, das sensible Rückenmark sowie die Spinalnerven.
Aus den Wirbelkörpern tritt rechtzs und links je ein Spinalnerv aus.
Gemeinsam verbinden alle Spinalnerven das zentrale Nervensystem, das sich aus dem Gehirn und dem Rückenmark zusammensetzt, mit dem übrigen Nervensystem.
So wird gewährleistet, dass sämtliche Informationen, wie z. B. Emotionen oder Schmerzimpulse, in unvorstellbarer Geschwindigkeit vom Gehirn ins Rückenmark und schließlich in den Körper gelangen und ebenso auf umgekehrtem Weg auch vom Körper das Gehirn erreichen.
Genau das erklärt, warum beim Problemen mit der Wirbelsäule auch die psychisch und emotionell der Betroffene aus dem Gleichgewicht herausgeschleudert werden kann.
Da die Nerven mit allen Organen verbunden sind, auch erkranken plötzlich die Organe, weil die Kommunikation im Körper gestört ist.
Kommt es also nun zu einer Bandscheibenvorwölbung oder einem Bandscheibenvorfall, wird das Rückenmark ebenso wie die Spinalnerven im Wirbelkanal eingeengt. In diesem Fall spricht man von einer Spinalkanalstenose.
Je nach Stärke der Rückenmarks- oder Nervenquetschung richtet sich auch die Intensität des damit einhergehenden Schmerzens.
Wenn die Bandscheibenvorwölbung jedoch weder zu einer Beeinträchtigung des Rückenmarks noch der Nerven geführt hat, kann diese durchaus schmerzfrei verlaufen.
Bei einem Bandscheibenvorfall hingegen wird es im Wirbelkanal derart eng, dass starke Schmerzen, die bis zur Bewegungsunfähigkeit führen können, unausweichlich sind.
Im Bereich der Halswirbelsäule löst ein Bandscheibenvorfall einen stechenden Nackenschmerz aus, der meist bis in die Arme ausstrahlt.
Darüber hinaus kann er zusätzlich mit Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel oder Ohrensausen einhergehen.
In schweren Fällen können Taubheits- oder Lähmungserscheinungen in den Armen auftreten.
Der Schmerz, der bei einem Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich entsteht, ist ebenfalls scharf und stechend.
Er kann auf den unteren Rücken begrenzt sein, strahlt jedoch häufig bis in den Oberschenkel aus und auch der Fuß kann von dem Schmerz betroffen sein.
Im fo9rtgeschrittenen Stadium eines Bandscheibenvorfalls im Lendenwirbelbereich kommt es zudem häufig vor, dass die Blasen- und/oder Darmfunktion nicht mehr kontrolliert werden kann.
Und auch im Genitalbereich sowie an der Oberschenken-Innenseite können Taubheitsgefühle, bis hin zu Lähmungserscheinungen entstehen.
Bandscheibenvorfälle der Brustwirbelsäule erzeugen Schmerzen, die in den Zwischenrippenraum ausstrahlen und mit einer erheblichen Bewegungseinschränkung einhergehen.
Zudem können sie starke Schmerzen bie der Atmung auslösen.
Es gibt viele Ursachen für die Entstehung eines Bandscheibenvorfalls. Ich werde mich auf die häufigsten konzentrieren.
In jedem Fall, auch bei chronischen Schmerzen, helfen Dornmassagen. Achten sie darauf, dass Wirbelsäulen-Dorn-Massage nicht schmerzen darf! Es wäre das Zeichen, das der Therapeut nicht gut genug ausgebildet ist.
Die Ursache muss gefunden und angegangen werden. Besonders bei chronischen Lumbago (Ishias Entzündung), Dyskopathie, Blockade in der Wirbelsäule oder ausgerenkten Wirbeln.
Einfach vereisen bringt in den wenigsten Fällen Schmerzfreiheit, ganz zu schweigen von Besserung des gesundheitlichen Zustandes.
Den wie auch, wenn die Nervenkanäle weiterhin gequetscht und verengt bleiben, Gallertkern trocken und brüchig und nur die Wirbeln unbeweglich gemacht werden?
Ich gehe jetzt an die möglichen Ursachen ein.
Flüssigkeitsmangel kann die Bandscheiben degenerieren.
Wie Sie bereits wissen, geben die Bandscheiben bei Belastung Flüssigkeit ab, die sie dann in Ruhephasen wieder aufnehmen können.
Die Flüssigkeitsaufnahme kann allerdings nur stattfinden, wenn der Körper kein chronisches Flüssigkeitsdefizit aufweist.
Ist dies jedoch der fall, so dehydrieren die Bandscheiben und der Gallertkern verliert erheblich an Volumen, wodurch der Faserring einem immer stärkeren Druck ausgesetzt ist.
Hält dieses Flüssigkeitsdefizit über einen längeren Zeitraum an, degenerieren die Bandscheiben. Sie verlieren ihre Elastizität und ihre Stabilität, so dass ein Bandscheibenvorfall unausweichlich ist.
Täglich braucht der Körper 30 ml sauberes kohlensäurefreies Wasser pro Kg des Körpergewichts.
Auch Nährstoff- und Bewegungsmangel können zu Bandscheibenvorfall führen.
Normalerweise werden sämtliche Körperorgane über das Blut sowohl mit Sauerstoff als auch mit Nähr- und Vitalstoffen versorgt.
Doch durch die Bandscheiben fließt kein Blut.
Daher müssen diese lebenswichtigen Stoffe von der Zwischenzellflüssigkeit aufgenommen werden, so dass sie in den Ruhephasen, wenn die Bandscheiben Flüssigkeit aufsaugen, in die Zellen gelangen können.
Durch die Verwertung der Nähr- und Vitalstoffe innerhalb der Zellen fallen stetsw Stoffwechselrückstände an, die schließlich in Belastungsphasen wieder an die Zwischenzellflüssigkeit abgegeben werden, so dass sie zu den Ausleitungsorganen transportiert und ausgeschieden werden können.
Auf diese Weise deckt die Zwischenzellflüssigkeit ni8cht nur den Flüssigkeitsbedarf der Bandscheiben sondern sie versorgt sie auch mit allen Nähr- und Vitalstoffen und gleichzeitig ermöglicht sie den Abtransport der Zellabfälle.
Doch damit die Bandscheiben optimal versorgt werden können und auch die Entsorgung der Stoffwechselrückstände gewehrleistet ist, sind sie auf ein ausgewogenes Verhältnis zw. Bewegung und Erholung angewiesen.
Mangelt es den Bandscheiben an angemessenen Ruhephasen, können Nähr- und Vitalstoffe nicht in ausreichendem Masse aufgenommen werden und bleibt dieser Mangel über einen längeren Zeitraum bestehen, beginnen sie zu degenerieren.
Doch die beste Erholung für die Bandscheiben stellt sicher nicht das Sitzen dar. Stattdessen bevorzugen die Bandscheiben die Liegeposition, in der sie besonders viel Flüssigkeit aufsaugen können.
Ein anhaltender Bewegungsmangel ist für die Bandscheiben ebenso problematisch wie der Mangel an Erholungsphasen, denn aufgrund der fehlenden Bewegung können sie ihre Stoffwechselrückstände nicht mehr ausreichend entsorgen. Infolgedessen ersticken die Zellen quasi im Müll. Sie vergiften und auch die Aufnahme von Nähr- und Vitalstoffen ist nicht mehr möglich.
Zwangsläufig degenerieren die Bandscheiben und es ist wieder nur eine Frage der zeit, wann der Bandscheibenvorfall eintritt.
Auch eine chronische Übersäuerung des Körpers kann zu einem Bandscheibenvorfall beitragen.
Dieser entsteht u. a. durch eine ungesunde, säureüberschüssige Ernährungsweise, ein Übermaß an Kaffee, Nikotin und Alkohol, Zucker, Milchprodukte, glutenhaltiges Getreide, anhaltender stress, Bewegungsmangel oder andere stark säurebildende Faktoren.
Die Neutralisation aller im Übermaß anfallenden Säuren ist für unseren Körper lebenswichtig.
Daher benötigt er im übersäuerten Zustand große Mengen an basenbildenden Mineralien, wie Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium und Eisen, denn sie sind in der Lage, die ätzenden Säuren zu neutralisieren.
.Wenn die benötigten Mineralien nicht in ausreichendem Maß über die Nahrung zugeführt werden, muss der Körper zur Wiederherstellung seines Säure-Basen-Gleichgewichts seine Mineralstoffreserven freisetzen, was notgedrungen zu einem Mineralstoffmangel führt.
Calcium ist ein Mineral, das im Vergleich zu anderen Mineralien im Körper in größeren Mengen vorhanden ist.
Es befindet sich überwiegend in den Knochen und Zähnen, aber auch in den Bandscheiben.
Folglich beginnt der Körper hier als erstes mit der Plünderung seiner Vorräte. Kann die Übersäuerung nicht rechtzeitig gestoppt werden, so verlieren auch die Bandscheiben zunehmend Calcium. Dies hat zur Folge, dass sie schrumpfen und ihre Elastizität verlieren.
Ähnlich wie beim Wassermangel setzt auch bei einer chronischen Übersäuerung eine Degeneration der Bandscheiben ein. Eine basenreiche Ernährung und eine insgesamt gesunde Lebensweise reduzieren das Säureaufkommen erheblich, so dass diese beiden Faktoren sowohl in der Prävention als auch bei bestehenden Bandscheibenproblemen eine ganz wesentliche Rolle spielen.
Auf welche Weise Sie ihren Körber bei Entsäuerung unterstützen können erfahren sie im persönlichem Beratung – da persönlich angepasst werden soll.
Lang anhaltende Stresssituationen tragen ganz erheblich zur Übersäuerung des Körpers bei.
Doch das ist nicht das einzige Problem, denn in stressigen Zeiten steht zudem die gesamte Skelett- und Rückenmuskulatur dauerhaft unter extremer Anspannung.
Beim Stress verkrampft sich die Muskulatur und wartet vergeblich auf die entsprechende Aktion, verkrampft schließlich, vor allem dann, wenn es sich um langanhaltenden Stress handelt. Das Ergebnis sind chronische Rückenschmerzen.
Zur allgemeinen Schonung Ihrer Wirbelsäule empfehle ich so oft wie möglich auf den Fußballen, anstatt auf den Fersen, zu laufen.
Dieser sogenannte Ballengang entlastet die Wirbelsäule enorm, erzeugt ein leichtes Körpergefühl, macht gute Laune und lässt Stress im Nu verschwinden.
Auch der Darm kann an der Entstehung eines Bandscheibenvorfalls ebenfalls beteiligt sein – insbesondere dann, wenn bereits chronische Darmentzündungen vorliegen.
Anatomisch gesehen liegt der Darm in unmittelbarer Nähe der tiefliegenden Rumpf- und Rückenmuskeln sowie der Lendenwirbelsäule und dem Hüftbeugemuskel.
Daher sind diese Bereiche bei anhaltenden Darmentzündungen besonders gefährdet.
Eine chronische Darmentzündung hat immer auch eine Schädigung der empfindlichen Darmschleimhaut zur Folge.
Es entstehen kleine Risse in der Darmwand, über die sich die Entzündungsprozesse schließlich auch auf die nahegelegenen Muskelgruppen ausdehnen können.
In den betroffenen Bereichen kommt es zu Muskelverspannungen sowie zur Verkürzung der stabilisierenden Längsbänder, wodurch sich die Wirbelkörper und die Bandscheiben zusammenziehen.
Werden durch die Verkürzung der Bänder schließlich die dort verlaufenden Spinalnerven eingeklemmt, können schmerzhafte Bewegungseinschränkungen die Folge sein.
Hält dieser4 Zustand über einen längeren Zeitraum an, kann der Faserring durch den permanenten Druck des Gallertkerns letztendlich durchbrochen werden und es kommt zum Bandscheibenvorfall.
Selbst scheinbar unspektakuläre Darmprobleme, wie z. b. Blähbauch oder ein chronisch überfüllter Darm können die Ursache für chronische Rückenschmerzen sein, denn der überdehnte Darm kann die natürliche Position der Lendenwirbel verändern.
So kann es zu Wirbelverschiebungen kommen, die zwar noch keinen Bandscheibenvorfall auslösen, aber zu starken Schmerzen im Lendenwirbelbereich tragen sie allemal bei.
Die Wi8rbelsäule ist für unseren Halt und damit für unsere Haltung verantwortlich, während die Bandscheiben eine Pufferfunktion erfüllen, indem sie Belastungen abfangen.
Daher leuchtet es ein, dass eine dauerhafte Fehlhaltung und eine dadurch bedingte einseitige unentwegte Überlastung der Wirbelsäule im Laufe der Zeit zu Rückenproblemen führen müssen.
Dazu zählen das permanente Sitzen vor dem Computer oder Fernseher, das falsche Gehen und eventuell auch das falsche Liegen durch eine ungünstige Matratze.
Da der Körper und die Psyche untrennbar miteinander verbunden sind, reflektiert die Wirbelsäule, ebenso wie jeder andere, ebenso wie jeder andere Bereich des Körpers, zwangsläufig immer auch eine psychische Thematik.
Die Wirbelsäule ist für unsere äußere Körperhaltung, unsere körperliche Belastbarkeit und unsere körperliche Flexibilität zuständig.
Auf psychischer Ebene nun spiegelt der augenblickliche Zustand der Wirbelsäule unsere innere Haltung, unsere psychische Belastbarkeit sowie unsere geistige Flexibilität wider.
Fragen sie sich:
Wer oder was setzt mich derart unter Druck?
In welchem Bereich sollte ich meine innere Haltung überdenken?
Wie steht es um meine Aufrichtigkeit?
Zeige ich Rückgrat und stehe für meine Meinung gerade?
Wo fehlt es mir an Flexibilität?
Quelle:
www.naturheilkunde-fachberatung.de



Kommentare