VISZERALES FETT LÄSST DEIN GEHIRN SCHRUMPFEN
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Übergewicht gilt seit Langem als Risikofaktor für das Gehirn. Doch wichtig ist dabei, wo das Fett genau gespeichert ist. Bedeutender als das sichtbare Unterhautfett ist offenbar das viszerale Fett – das innere Fett, das sich rund um die Organe befindet.
Auch wenn Menschen dasselbe Körpergewicht haben, können sie ganz unterschiedliche Fettverteilungsmuster aufweisen – und je nachdem, wo sich das Fett eingelagert hat, kann auch das Gehirn Schaden nehmen.
Chinesische Forscher untersuchten in einer Übersichtsarbeit von 2026 die Gesundheitsdaten von rund 26.000 britischen Personen. Darunter waren auch MRT-Aufnahmen des Gehirns, des Herzens und des Bauchraums.
Anhand von acht Fettmesswerten (z. B. Fett um die Organe, Fett zwischen den Muskeln, Unterhautfett usw.) identifizierten sie sechs typische Fettverteilungsmuster.
Zwei dieser Muster stachen den Forschern besonders ins Auge. Bei einem Muster lagerte sich ungewöhnlich viel Fett in der Bauchspeicheldrüse ab.
Bei einem weiteren Muster war der BMI (Body-Mass-Index) zwar nicht oder nur leicht erhöht, dennoch hatten die Betroffenen relativ viel Körperfett und zugleich vergleichsweise wenig Muskelmasse.
Von außen wirken solche Menschen oft schlank – im Inneren ist die Fettlast jedoch erhöht. Die Forscher nannten dieses Muster „skinny fat“.
Beide Profile waren im Vergleich zu einem gesunden Referenzprofil mit einem stärkeren Rückgang der grauen Hirnsubstanz und mehr Veränderungen der weißen Hirnsubstanz verbunden – beides gilt als ungesund für die langfristige Gehirngesundheit.
Die graue Hirnsubstanz ist vor allem für die Verarbeitung von Informationen zuständig, während die weiße Substanz dafür sorgt, dass die verschiedenen Hirnareale gut miteinander kommunizieren können, also Signale weitergeleitet werden.
Zudem fanden sich Hinweise auf eine beschleunigte Gehirnalterung, schlechtere kognitive Werte und ein höheres Risiko für neurologische Erkrankungen.
Wer optisch schlank ist und auch beim Blick auf die Waage noch im Rahmen liegt, ist also nicht automatisch auf der sicheren Seite – denn problematisches Fett kann auch unsichtbar innerlich um die Organe verteilt sein.
Und wenn Sie abnehmen möchten, dann kommt es nicht nur aufs Zielgewicht an, sondern darauf, wieviel Fett und wie viel Muskulatur Sie letztendlich haben. Es geht also nicht nur darum, abzunehmen, sondern unbedingt auch darum, Muskulatur aufzubauen – Ihrem Gehirn zuliebe und natürlich auch Ihrer Gesamtgesundheit zuliebe.
Quellen:
Yu M et al. Association of Body Fat Distribution Patterns at MRI with Brain Structure, Cognition, and Neurologic Diseases. Radiology. 2026 Jan;318(1):e252610



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