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VITALSTOFFREICHE ARMARANTH STEHLT SICH VOR

  • 29. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Der Name "Amaranth" entstammt dem griechischen amàranthos und bedeutet so viel wie nicht welkend oder unsterblich.

 

Der Name ist bezeichnend für die Kraft, die dieser Pflanze innewohnt. Schon vor 3.000 Jahren zählten die Samen und Blätter der Pflanze zu den Grundnahrungsmitteln der Inkas und Azteken, die für ihre unverwüstliche Gesundheit bekannt waren.

 

Der Anteil an Kohlenhydraten in den winzigen Körnern ist mit etwa 66 Gramm deutlich geringer als der im Getreide.

 

Zudem ist der Ballaststoffanteil im Amaranth auffallend hoch, was sich positiv auf das Sättigungsgefühl und die Darmgesundheit ausweikt.

 

Der Fettanteil von Amaranth beträgt insgesamt etwa 9 Gramm. 70 Prozent der enthaltenen Fette bestehen aus ungesättigten Fettsäuren. Dazu zählen auch die Alpha-Linolensäure (Omega 3-Fettsäure) und die Linolsäure (Omega 6-Fettsäure) – zwei essentielle Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann und infolgedessen über die Nahrung aufnehmen muss.

 

Des Weiteren enthält das Pseudogetreide Lecithin, welches bei der Fettverdauung eine ebenso wichtige Rolle spielt wie beim Aufbau des Gehirns und des Nervengewebes.

 

Amaranth enthält sämtliche essentiellen Aminosäuren und verfügt insgesamt über einen Proteingehalt von etwa 15 bis 18 Prozent – ein Wert, den keines der herkömmlichen Getreide erreicht. Auch weist das Eiweiss eine hohe Qualität mit einer für Getreide und Saaten aussergewöhnlich hohen biologischen Wertigkeit von 75 auf.

 

Dieser Wert ist umso höher, je effizienter ein Nahrungsprotein in Körperprotein umgewandelt werden kann. Als Richtwert dient die Zahl 100, die das Hühnerei innehat.

 

Aminosäuren – die Bausteine der Proteine – sind wie die Buchstaben eines Alphabets. Wenn Sie von allen Buchstaben des Alphabets jeweils hundert zur Verfügung haben, dann können Sie daraus einen schönen Text von vielleicht einer halben oder gar einer ganzen DIN A4-Seite schreiben.

 

Nun genügt es aber schon, wenn Sie von einem wichtigen Buchstaben, z. B. dem "E" nur zehn Exemplare zur Verfügung haben, um Ihren Schreibefluss zu bremsen. Mehr als eine Zeile ist jetzt nicht mehr möglich, egal wie viele Exemplare Sie von all den anderen Buchstaben vorliegen haben.

 

Und so kann auch der Körper nur eine begrenzte Menge an Proteinen herstellen, wenn von der einen oder anderen Aminosäure nur wenig vorhanden ist. Lysin ist gerade im Getreide nicht so häufig vertreten und führt dazu, dass das Getreideiweiss nur suboptimal genutzt werden kann, also eine eher niedrige biologische Wertigkeit aufweist.

 

Amaranth jedoch besitzt im Gegensatz zu herkömmlichem Getreide sehr grosse Mengen an Lysin und kann daher das manchmal in veganer Ernährung zu beobachtende Lysin-Manko sehr gut ausgleichten.

 

Lysin ist überdies für die Herstellung von L-Carnitin wichtig, das eine Schlüsselfunktion sowohl im Energiestoffwechsel als auch bei der Fettverbrennung innehat.

 

Auch zum Aufbau von Kollagen ist Lysin unerlässlich. Kollagen ist DAS Struktur- und Stabilitätsmolekül in unserem Organismus und macht etwa die Hälfte aller Körperproteine aus. Fehlt Kollagen, dann runzelt die Haut, dem Bindegewebe fehlt es an Spannkraft und die Knochen werden spröde.

 

Das Pseudogetreide weist einen hohen Magnesiumgehalt von etwa 330 mg auf sowie einen hohen Calciumgehalt von 215 mg. Auch viel Eisen (7,6 mg) und Zink (3,2 mg) ist enthalten. Sein hoher Eisengehalt ist besonders in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Erkrankungen, denen ein Eisenmangel zugrunde liegt, von grosser Bedeutung. Eisenmangel kann auch eine Ursache für Müdigkeit und Konzentrationsstörungen sein.

 

Der Amaranthpflanze werden blutbildende, blutstillende, blutreinigendeund entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt.

 

Die Indianer behandelten vorwiegend anämische (blutarme) Frauen mit einem Amaranth-Pflanzensud und konnten verblüffende Erfolge mit dieser Therapie erzielen.

 

Wahrscheinlich liegt dieser Erfolg in dem hohen Eisengehalt der Pflanze begründet. Auch bei starken Menstruationsblutungen, zur Wundheilung sowie bei Blutungen im Magen-Darmbereich waren sie mit ihrer Behandlung sehr erfolgreich.

 

Ebenso wandte man einen Sud aus der Pflanze bei Karies und Parodontose an - mehrmals täglich wurde damit eine Mundspülung durchgeführt. Offenbar - so wird berichtet - konnte auch eine Zahnfleischneubildung beobachtet werden.

 

In neueren Studien wurde die positive Wirkung auf die Mund- und Zahnfleischgesundheit bestätigt.

 

Die Wirkung soll mit der von Chlorhexidin vergleichbar sein - einem zahnmedizinischen Wirkstoff, der in zahlreichen Mundspülungen enthalten ist.

 

Das Pseudogetreide enthält – wie viele andere Lebensmittel auch (einschl. Weizen, Gemüse etc.) - bestimmte sog. Antinährstoffe. Das sind Stoffe, die der Verwertung von Nährstoffen im Wege stehen können. Im Amaranth sind es die Gerbstoffe.

 

Aus diesem Grund wird der gesundheitliche Wert des Pseudogetreides (ebenso wie der von Quinoa, Hirse etc.) immer wieder angezweifelt – vermutlich aufgrund von Studien, die mit isolierten und hochkonzentrierten Antinährstoffen durchgeführt wurden, nicht aber mit den im Amaranth üblichen Gerbstoffkonzentrationen.

 

Wäre der Gerbstoffgehalt in den kleinen Körnchen bedenklich hoch, könnte man sie nicht verzehren. Sie wären ungeniessbar. Darüber hinaus verfügt das Pseudogetreide über eine so ausgesprochen hohe Nähr- und Vitalstoffdichte, dass mögliche Auswirkungen der Antinährstoffe gut kompensiert werden können.

 

Die bemängelten Gerbstoffe können in der vorhandenen geringen Dosis ferner hervorragende gesundheitliche Vorteile bieten. Die Tannine beispielsweise sind Gerbstoffe, die eine antioxidative, antibakterielle und antivirale Wirkung haben. Auch gibt es inzwischen etliche Studien, die auf die präventive Wirkung der Gerbstoffe in Bezug auf Darmkrebs hinweisen .

 

Amaranth ist also nicht umsonst seit Jahrtausenden ein Grundnahrungsmittel äußerst gesunder, langlebiger und leistungsfähiger Völker.

 

Quellen:

 

Markova et al: Amaranth, quinoa and buckwheat grain products: role in human nutrition and maintenance of the intestinal microbiome

 

Conforti F et al., "In Vitro antioxidant effect and inhibition of alpha-amylase of two varieties of Amaranthus caudatus seeds." Biol Pharm Bull. 2005 Jun;28(6):1098-102.

 

Kumar A et al., "In Vitro ?-Amylase Inhibition and Antioxidant Activities of Methanolic Extract of Amaranthus Caudatus Linn." Oman Med J. 2011 May;26(3):166-70.

 

Ballabio C et al., "Biochemical and immunochemical characterization of different varieties of amaranth (Amaranthus L. ssp.) as a safe ingredient for gluten-free products." J Agric Food Chem. 2011 Dec 28;59(24):12969-74

 

Rath, M. "Plasmin induced proteolysis and the role of apoprotein(a), lysine and synthetic lysine analogs." Journal of Orthomolecular Medicine (1992) 7: 17-23

 

Bressani et al: Nutritional evaluation of roasted, flaked and popped A. caudatus

 

Ediga S, Gulati R, Chokotiya H, Modi M, Sethi V, Kashyap SK. Evaluating the Effectiveness of Amarantha and Chlorhexidine Mouthwashes in Chronic Generalized Gingivitis: A Randomized Clinical Trial. J Pharm Bioallied Sci. 2024 Dec;16(Suppl 4):S3437-S3439

 

 

 

 

 
 
 

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