ASTHMA UND STOFFWECHSELSTÖRUNGEN ALS ANTWORT AUF ANTIBIOTIKA BEI KINDERN
- agneskalaitzis
- 14. Jan.
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Makrolid-Antibiotika seien bei Infektionen der oberen und unteren Atemwege das Mittel der Wahl, auch bei Kindern.
Zu den Makrolid-Antibiotika gehören Wirkstoffe wie Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin etc. Problematisch ist nicht nur, wenn Säuglinge diese Mittel selbst einnehmen müssen, sondern auch, wenn die Mutter die Antibiotika nimmt, da sie über die Muttermilch ans Kind weitergegeben werden.
Manche dieser Antibiotika – z. B. Erythromycin – dürfen sogar in der Schwangerschaft verordnet werden. Die Folgen könnten dänischen Forschern zufolge katastrophal sein.
m Jahr 2014 veröffentlichte das Team rund um Marie Lund aus Kopenhagen eine Studie, die zeigte, dass Säuglinge, die mit den genannten Antibiotika in Kontakt kamen, danach häufig unter sog. Pylorusstenosen leiden.
Wenn Babys – so Lund – mit den genannten Antibiotika behandelt würden (in den ersten 13 Tagen ihres Lebens), dann erkrankten sie 30-mal häufiger an Polyrusstenosen.
Ältere Säuglinge erkrankten nach einer Antibiotika-Therapie immerhin noch 3x häufiger.
Bei einer Pylorusstenose besteht eine Verengung zwischen Magen und Zwölffingerdarm. Die Nahrung kann daher vom Magen nicht ordnungsgemäss in den Darm weitergeleitet werden. Betroffene Kinder erbrechen viel, sind ständig hungrig und unterernährt. Das Problem muss schliesslich operativ behoben warden.
Auch ist längst bekannt, dass die frühe Gabe von Antibiotika im Säuglingsalter mit einem erhöhten Risiko für chronisch entzündliche Darmerkrankungen im Zusammenhang steht, genauso mit Asthma und Übergewicht.
Man geht davon aus, dass der Grund für dieses erhöhte Risiko die schädliche Wirkung der Antibiotika auf die Darmflora ist. Antibiotikareduzieren die Darmbakterien nicht nur zahlenmässig, sie sorgen auch für eine verminderte Vielfalt der probiotischen Stämme.
Professor Willem de Vos von der University of Helsinki führte zu diesem Thema eine Studie mit 142 Kindern zwischen 2 und 7 Jahren durch. Sein Team untersuchte, wie häufig die Kinder in ihrem Leben Antibiotika bekommen hatten und wie sich dies auf ihre Darmflora auswirkt.
Auch überprüften die Forscher mögliche Zusammenhänge zwischen der Antibiotikaeinnahme und Asthma sowie dem BMI.
Es zeigte sich, dass man schon an der Darmflora eines Kindes ablesen konnte, wie oft rs in der Vergangenheit Antibiotika bekommen hatte.
Antibiotika reduzierten die Zahl der probiotischen Bakterienstämme (die Diversität) und verlangsamten die – während des Wachstums des Kindes – normalerweise einsetzende Entwicklung der Darmflora.
Besonders die Darmflora jener Kinder, die innerhalb der vorangegangenen zwei Jahre Makrolid-Antibiotika erhalten hatten (z. B. Azithromycin oder Clarithromycin), unterschied sich stark von einer Darmflora antibiotikafreier Kinder. Je weniger Zeit seit der letzten Antibiotikaeinnahme verstrichen war, umso grösser waren ausserdem die Anomalien der Darmflora.
Der Einsatz von Makrolid-Antibiotika führte zu Veränderungen der kindlichen Darmflora, die man bislang von Menschen mit Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen kannte.
ein Wunder entdeckte man auch bei den Kindern insbesondere in jener Gruppe viele Übergewichtige, die in den ersten beiden Lebensjahren Antibiotika erhalten hatte.
Auch litten die Kinder häufiger an Asthma, wenn sie mehrmals in ihren ersten beiden Lebensjahren Makrolid-Antibiotika erhalten hatten.
Genauso konnte das finnische Forscherteam zeigen, dass Makrolid-Antibiotika die Entwicklung von Resistenzen fördern können. Denn gerade bei jenen Kindern, die diese Antibiotika erhalten hatte, konnte man
Die entsprechenden Resistenzen nachweisen.
Penicilline schienen einen schwächeren Einfluss auf die Darmflora – sowohl auf ihre Zusammensetzung als auch auf ihre Funktionstüchtigkeit – zu haben als Makrolid-Antibiotika – erklärte Korpela. Am besten wäre es jedoch, Antibiotika generell zu meiden und ihren Einsatz nur auf wirkliche Notfälle streng zu beschränken.
Wenn ein Kind Antibiotika nehmen muss, empfiehlt sich in jedem Fall, vorbeugend parallel zur Antibiotikaeinnahme und auch einige Zeit darüber hinaus ein Probiotikum zu geben.
Quellen:
Katri Korpela, Anne Salonen, Lauri J. Virta, Riina A. Kekkonen, Kristoffer Forslund, Peer Bork, Willem M. de Vos.Intestinal microbiome is related to lifetime antibiotic use in Finnish pre-school children. Nature Communications, 2016
University of Helsinki. "Antibiotic use in early life disrupt normal gut microbiota development." ScienceDaily. 26. Januar 2016
Lund M et al., Use of macrolides in mother and child and risk of infantile hypertrophic pyloric stenosis: nationwide cohort study, BMJ, März 2014
Ravens U, Makrolide: Kurzzeittherapie ist bei Kindern vorteilhaft, Dtsch Arztebl 2001; 98(15): A-1006 / B-857 / C-778




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