AUTOIMMUNERKRANKUNG? BESSER DIE METHIONIN MEIDEN
- 6. Aug.
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Reduziert man in seiner Ernährung die Aminosäure Methionin, dann könnte das laut einer Studie Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose bessern oder gar deren Ausbruch verzögern.
Wenn man darauf achtet, Lebensmittel zu verzehren, die arm an Methionin sind, dann könnte diese Maßnahme bei Hochrisiko-Patienten
Offenbar das Fortschreiten von entzündlichen erkrankungen und Autoimmiunerkrankungen verlangsamen oder sogar deren Ausbruch verzögern – so eine Studie, die im Februar 2020 im Fachjournal „Cell MEtabolism“ veröffentlicht wurde.
Viele menschliche Zellarten sind in der Lage, eigenständig die Aminosäure herzustellen. Manche Immunzellen aber (T-Zellen), die den Körper normalerweise vor Krankheitserregern schützen, können genau das nicht. Sie sind darauf angewiesen, dass wir die Aminosäure mit der Nahrung zu uns nehmen.
Methionin ist eine Aminosäure, die zu den essentiellen Aminosäuren zählt. Sie ist also lebensnotwendig und muss regelmäßig verspeist werden. Da Aminosäuren die Bausteine der Proteine sind, finden sich diese in fast allen Lebensmitteln, natürlich besonders in den proteinreichen Lebensmitteln.
Doch selbst proteinreiche Lebensmittel enthalten nicht immer auch viel Methionin. Sehr hohe Mengen sind in tierischen Produkten wie Fleisch und Eiern enthalten, während pflanzliche Proteinquellen weniger von dieser Aminosäure enthalten, so dass eine methioninreduzierte Ernährung gleichzeitig eine pflanzenbasierte Ernährung ist.
Methioninreich sind z. B. Proteinpulver (Molkeproteinpulver 1700-2000 mg, Reisproteinpulver 1900 mg), Fisch gegart 600-1000 mg, Hartkäse 900 mg, Brathähnchen 830 mg, Schweineschnitzel mager gegart 780 mg und Rindersteak mager, gegart 780 mg - immer pro 100 g.
„Die Aminosäure ist sehr wichtig für ein gesundes Immunsystem. Dennoch zeigen unsere Studienergebnisse, dass es für Menschen mit entzündlichen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen sinnvoll sein könnte, weniger davon zu sich zu nehmen.
Denn weniger Methionin dämpft die Aktivität besagter Immunzellen, die nicht nur Krankheitserreger bekämpfen, sondern auch an Autoimmunprozessen beteiligt sind, so dass die jeweilige Krankheit nun gelindert werdenkönnte“, erklärte Studienautor Russell Jones vom Van Andel Institute in Michigan.
Bei Autoimmunerkrankungen attackiert das Immunsystem nach aktuellem Stand der Wissenschaft statt Krankheitserregern fälschlicherweise gesundes körpereigenes Gewebe. Im Falle der Multiplen Sklerose – der häufigsten entzündlichen Erkrankung des Zentralen Nervensystems – sind es die Myelinscheiden (die die Nervenzellen im Gehirn und im Rückenmark schützen), die von Immunzellen plötzlich angegriffen werden.
Folglich funktioniert nun die Nachrichtenübermittlung vom Gehirn in den Körper und umgekehrt nicht mehr richtig. Es kommt zu Symptomen wie Taubheitsgefühlen, Muskelschwäche, Koordinations- und Gleichgewichtsschwierigkeiten sowie kognitiven Störungen.
Nach wie vor bietet die Schulmedizin keine zufriedenstellenden Therapien bei Autoimmunerkrankungen an. Die vorhandenen Medikamente gehen außerdem mit teilweise starken Nebenwirkungen einher. So steigt dadurch z. B. das Krebsrisiko und auch das Risiko für Infektionen (da im Allgemeinen das Immunsystem unterdrückt wird und der Körper somit anfälliger für Krankheiten aller Art wird)
Während einer Immunantwort (Reaktion des Immunsystems auf einen Krankheitserreger oder eine andere schädliche Substanz) durchdringen die T-Zellen den betroffenen Körperbereich, um die Erreger zu eliminieren.
Jones und Kollegen stellten fest, dass Methionin aus der Nahrung diesen Prozess regelrecht antreibt. Die Aminosäure hilft dabei, T-Zellen so umzuprogrammieren, damit sie sich schnell vermehren und spezialisieren können, um auf diese Weise der Bedrohung noch schneller Herr werden können.
Ein Teil dieser neu programmierten T-Zellen verursacht Entzündungen – ein eigentlich normaler Vorgang bei jeder Immunantwort, damit diese möglichst schnell und erfolgreich ein Ende findet, nämlich dann, wenn der Erreger besiegt ist.
Entzündungsprozesse aber können auch Gewebeschäden verursachen, z. B. das Nervengewebe schädigen, wie es bei der Multiplen Sklerose der Fall ist.
eduziert man nun bei einer vorliegenden Multiplen Sklerose den Methioningehalt der Nahrung, dann wird die beschriebene Umprogrammierung der T-Zellen gebremst und ihre Fähigkeit, Entzündungen im Gehirn und im Rückenmark zu erzeugen, wird eingeschränkt – zumindest bei den Mäusen, die in Jones Studie als Probanden eingesetzt wurden.
Das Ergebnis war, dass die Multiple Sklerose der Tiere langsamer fortschritt oder auch deutlich später in Erscheinung trat.
Wenn man die Aminosäure in der Ernährung reduziert, dann entfernt man praktisch den Treibstoff, der andernfalls zu dieser überaktiven und entzündlichen Immunantwort führen würde. Gleichzeitig wird das übrige Immunsystem nicht – wie es bei den typischen immunsuppressiven Medikamenten der Fall ist – beeinträchtigt“, erklärte Jones
Natürlich müsse man nun – so Jones – die Ergebnisse dieser Studie erst beim Menschen überprüfen, bevor man hier konkrete Ernährungsrichtlinien veröffentlichen könne. Auch will man eventuell Medikamente entwickeln, die darauf abzielen, den Methioninstoffwechsel zu hemmen.
Bei Jones Studie handelt es sich um die neueste Studie (Stand Februar 2020) zum Thema „Methioninreduzierte Ernährung als mögliche Therapie bei Krankheiten“. Im Jahr 2019 hatte ein Team der Duke University bereits entdeckt, dass eine entsprechend reduzierte Ernährung (ebenfalls bei Mäusen) die Wirkung der herkömmlichen Krabstherapie (Chemo undBestrahlung) verbessern konnte.
Und im Jahr 2012 war eine Studie erschienen, in der sich gezeigt hatte,
dass sich mit einer methioninarmen Ernährung das Kreswachstum besser unger Kontrolle bringen lassen. Methionin ist eine Aminosäure, die in nahezu jedem Lebensmittel vorhanden ist - in tierischen Lebensmitteln bevorzugt in höheren Mengen, in pflanzlichen zumeist in geringeren Mengen. Eine komplett methioninfreie Ernährung ist somit nicht möglich.
Wenn also eine pflanzenbasierte Ernährung als methioninarm gilt, bedeutet dies nicht, dass es nicht auch pflanzliche Lebensmittel geben darf, die ausnahmsweise höhere Mengen der Aminosäure aufweisen.
Quellen:
Dominic G. Roy, Russell G. Jones et al., Methionine Metabolism Shapes T Helper Cell Responses through Regulation of Epigenetic Reprogramming. Cell Metabolism, 2020
Van Andel Research Institute, Dietary interventions may slow onset of inflammatory and autoimmune disorders, ScienceDaily, 8. Februar 2020
Gao X, Locasale JW et al., Dietary methionine influences therapy in mouse cancer models and alters human metabolism, Juli 2019
(4) Nährwertrechner, Methionin
Cavouoto P et al., A review of methionine dependency and the role of methionine restriction incancergrowth control and life-span extension. CancerTreat Rev. 2012 Oktober



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