DIE GERSON THERAPIE BEI CHRONISCHEN KRANKHEITEN
- 7. Mai
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Dr. Max Gerson – ein deutschamerikanischer Arzt für innere Medizin und Nervenkrankheiten – behandelte mit seiner Gerson-Therapie erstmals im Jahr 1928 drei Krebspatienten, für die es aus schulmedizinischer Sicht keine Hoffnung mehr gab. Einer von ihnen hatte Magenkrebs, der nicht mehr operiert werden konnte. Alle drei erholten sich jedoch nach Anwendung der Therapie vollständig.
Seinerzeit war selbst der Mediziner von diesem Heilerfolg überrascht. Denn eigentlich hatte er seine Therapie gegen seine eigene Migräne entwickelt, die ihn über viele Jahre hinweg in seiner Studentenzeit gequält hatte.
Also empfahl er die Therapie ab sofort sämtlichen Migränepatienten – mit hohen Erfolgsquoten. Einer seiner Patienten litt zusätzlich an einer Hauttuberkulose (Lupus vulgaris), die dank der Therapie gemeinsam mit der Migräne verschwand. Weitere Hauttuberkulose-Patienten konnten anschließend ebenfalls geheilt warden.
Schließlich wurde Professor Ferdinand Sauerbruch aus München – Spezialist für Lungentuberkulose – auf die Therapie aufmerksam. In einer klinischen Studie mit 450 "unheilbaren" Hauttuberkulose-Patienten erprobte er die Gerson-Therapie. 446 wurden vollständig geheilt.
Dr. Gerson testete daraufhin seine Therapie bei vielen chronisch erkrankten Patienten. Zunächst konzentrierte er sich auf verschiedene Tuberkulosearten (Lungen-, Nieren- und Knochentuberkulose). Eine seiner Patientinnen war Helene Schweitzer, die Gattin von Albert Schweitzer, dem berühmten Arzt und Philosophen. Helene Schweitzer war im Alter von 43 Jahren an Lungentuberkulose erkrankt, die im Laufe der nächsten 8 Jahre immer schlimmer wurde. Neun Monate verbrachte sie sodann im Sanatorium des Arztes und wurde wieder ganz gesund.
In den folgenden Jahren konnte der Mediziner beobachten, dass seine Therapie bei vielen unterschiedlichen chronischen Krankheiten Wirkung zeigte und selbst bei fortgeschrittenen Erkrankungen noch eine Genesungsquote von etwa 50 Prozent erzielte. Diese Quote sank jedoch mit Einführung der Chemotherapie. Wer sich also zunächst einer Chemotherapie unterzog und erst dann – nach Versagen der Chemotherapie – die Gerson-Therapie sozusagen als letzten Rettungsanker nutzen wollte, hatte nurmehr geringe Heilaussichten.
Die Gerson-Therapie ist eine Ernährungstherapie. Sie besteht in der Hauptsache aus frisch gepressten Säften, einer besonderen vitalstoffreichen und salzfreien Ernährungsform, Kaffeeeinläufen und bestimmten Nahrungsergänzungen.
Die Therapie heilt selbst natürlich nicht. Wie jede naturheilkundliche Therapie, so sorgt auch die Gerson-Therapie vielmehr dafür, dass der Körper des kranken Menschen wieder in einen Zustand versetzt wird, damit sich der Organismus selbst heilen kann.
Die Ausleitungsorgane werden zunächst entlastet und entgiftet, dann gestärkt und unterstützt. Gleichzeitig wird das offenbar blockierte Immunsystem wieder in Fluss gebracht, reguliert und aktiviert.
Sobald alle Abwehrfunktionen wiederhergestellt sind, kann der Organismus – z. B. im Falle von Krebs – Tumorgewebe abbauen und ausscheiden.
Trotz vielfältiger Heilerfolge konnte sich die Gerson-Therapie nie etablieren. Die Schulmedizin lehnte sie ab, selbst als Komplementärmaßnahme.
Als der Mediziner im Jahre 1959 starb, führte seine Tochter Charlotte – inzwischen weit über 90 Jahre – das Lebenswerk ihres Vaters fort und gründete dazu das Gerson Institute in San Diego/California, wo Ärzte, Therapeuten aber auch Patienten genaue Instruktionen zur Durchführung der Therapie erhalten.
Im Institut selbst gibt es keine stationäre Behandlung von Patienten. Doch haben inzwischen zwei Kliniken die Lizenz erhalten, die Therapie ausführen zu dürfen: Eine Klinik in Tijuana, Mexiko und eine Klinik in der Nähe von Budapest, Ungarn. Dort werden Patienten aufgenommen und therapiert. Die Mindestdauer beträgt zwei Wochen, wobei eine Begleitperson mitgebracht werden muss.
Natürlich ist die Gerson-Therapie keine Allheiltherapie. Denn wenn der Organismus schon sehr lange krank ist, wenn er durch Operationen oder eine langjährige Medikamenteneinnahme zu stark geschwächt ist, dann gibt es auch für die Wirkung der Therapie keine Garantie.
Bei beispielsweise ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), Arthritis (wenn schon lange Cortison genommen wurde), Pankreaskrebs nach Chemotherapie oder Parkinson soll sie nicht gut ansprechen.
Wer auf eine künstliche Ernährung angewiesen ist, also nicht mehr selbst essen und trinken kann, wer an Thrombosen leidet, wem mehr als die Hälfte des Dickdarms oder mehr als 75 Prozent des Magens entfernt wurden, wer ein transplantiertes Organ besitzt oder zur Dialyse muss, sollte ebenfalls auf die Therapie verzichten.
Erfolgversprechend soll die Gerson-Therapie hingegen bei den folgenden Gesundheitsproblemen sein, wobei wir nur eine Auswahl der 52 Beschwerden wiedergeben.
Akne, Allergien, Asthma, Candida, chronisches Erschöpfungssyndrom, Colitis ulcerosa, Depressionen, Diabetes, Endometriose, Epstein-Barr-Virus ( Pfeiffersches Drüsenfieber), Fibromyalgie, Herz- und Arterienerkrankungen, Hämorrhoiden, Bluthochdruck, Krebs, Migräne, Morbus Crohn, Multiple Sklerose, Psoriasis, Schlaganfall, Verstopfung und viele weitere.
Der Arzt hatte während der Entwicklung seiner Therapie beobachtet, dass zur Nahrung hinzugefügtes Salz den Heilprozess verhinderte. Er kam zu dem Schluss, dass eine der grundsätzlichsten Eigenschaften von Krankheit ein Natriumüberschuss in der Zelle darstellt (bei gleichzeitigem Mangel an Kalium).
Natrium ist ein Mineralstoff, der außerhalb der Zelle sein sollte und nur in geringen Mengen innerhalb der Zelle. Beim Kalium ist es genau umgekehrt. Wenn dieses Gleichgewicht durch eine salzreiche Ernährung gestört ist, entstehen gesundheitliche Probleme.
estizidrückstände in der Nahrung, Zigaretten, Alkohol, Medikamente und viele weitere äussere Gifteinflüsse mehr führen zu einem vergifteten und für Krankheiten anfälligen Körper. Dieser ist umso anfälliger, je vitalstoffärmer er ernährt wird. Daher gehören zur Gerson-Therapie sowohl entgiftende Maßnahmen (der Kaffeeeinlauf) als auch eine besonders vitalstoffreiche Ernährung, die nicht nur nährt, sondern natürlich ebenfalls entgiftende Eigenschaften mit sich bringt.
Der Kaffeeeinlauf öffnet die Gallengänge, so dass die Leber leichter entgiften kann, ohne dabei überlastet zu werden. Während der Gerson-Therapie findet der Kaffeeeinlauf bei schweren Krankheiten teilweise alle vier Stunden, also bis zu fünfmal täglich statt: Um 6 Uhr, um 10 Uhr, um 14 Uhr, um 18 Uhr und um 22 Uhr. Denn ohne Kaffeeeinläufe – so der Doktor – sei die Leber nicht in der Lage, mit der toxischen Last, die bei Kranken üblich ist, fertig zu werden.
In manchen Fällen dauere es zwei bis drei Monate, bis die Zahl der Kaffeeeinläufe auf drei oder vier pro Tag reduziert werden kann. Ja, meist werden die Kaffeeeinläufe über zwei Jahre hinweg praktiziert, in deren Verlauf die tägliche Einlaufzahl allmählich verringert wird.
Kaffeeeinläufe führen überdies häufig zu einer merklichen Schmerzlinderung. Auch die bei der Gerson-Therapie verabreichte salzfreie und kaliumreiche Ernährung sorgt oft dafür, dass die Dosis schmerzstillender Medikamente reduziert werden kann.
Um eine möglichst große Vitalstoffmenge aufzunehmen, eignen sich Gemüsesäfte am allerbesten. Denn nur mit Hilfe von Säften kann man die Vitalstoffmenge von mehreren Kilogramm Gemüse pro Tag zu sich nehmen. Zusammen mit den drei vegetarischen Hauptmahlzeiten kommt man dank der Säfte in der Gerson-Therapie auf täglich 17 bis 20 Pfund Gemüse.
Säfte spülen gleichzeitig die Nieren und regen das Gewebe dazu an, Gifte in den Blutkreislauf abzugeben. Diese können jetzt dank der Kaffeeeinläufe leichter entgiftet und ausgeleitet werden. Selbst Abhängigkeiten (Nikotin, Kokain etc.) lassen sich mit Hilfe der Kombination Gemüsesaft/Kaffeeeinlauf leichter überwinden.
Bei der Therapie werden täglich 13 Gläser (je 230 ml) mit frisch gepressten und unverdünnten Säften getrunken, stündlich ein Glas. Man startet morgens mit einem Glas frisch gepresstem Orangensaft, dann gibt es einen Saft aus grünem Blattgemüse und Gräsern, dann ein Glas aus der Kombination Karotte/Apfel, dann einen reinen Karottensaft, dann wieder ein grüner Saft usw.
Der Saft sollte idealerweise kurz vor dem Verzehr hergestellt werden. Von der Zubereitung der gesamten Saftmenge am Morgen für den ganzen Tag wird eher abgeraten, da durch die Lagerung zu hohe Nährstoffverluste eintreten können, auch dann, wenn der Saft im Kühlschrank steht.
Auch wer beispielsweise nachts aufwacht und durstig ist, sollte bei der Gerson-Therapie kein Wasser trinken, sondern einen Kräutertee, z. B. Pfefferminztee, Lindenblütentee oder auch Lapachotee. Koffeinhaltige Getränke sind natürlich nicht gestattet.
Die besondere Suppe, die sich Hippokrates-Suppe nennt, ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Gerson-Therapie. Die Suppe wird aus Sellerie, Petersilie, Tomaten, Zwiebeln, Wurzelpetersilie, Lauch, Knoblauch und Kartoffeln hergestellt. Das Gemüse wird dazu gewürfelt und zwei Stunden lang mit Wasser bedeckt gekocht. Dann wird die Suppe passiert und zweimal täglich gegessen.
Die Nahrungsergänzungsmittel während der Therapie sind in der Tat speziell und größtenteils in jedem Fall nur in Absprache mit dem Arzt oder Heilpraktiker einzunehmen.
Neben Verdauungsenzymen (Pankreatin und Acidol (Betain-Hydrochlorid und Pepsin)) kommen auch Schilddrüsenextrakt und Jod (in Form von Lugolscher Lösung) zum Einsatz. Damit sollen Stoffwechsel und Immunsystem stimuliert und der Organismus zur Selbstheilung aktiviert werden.
Gerade Jod und Schilddrüsenextrakt sollten keinesfalls von Patienten eingenommen werden, die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion oder Hashimoto zeigen, wie z. B. Herzrasen, Schlaflosigkeit, nervöse Unruhe u. a. Da Herzrasen vorübergehend auch auf eine Entgiftung zurückgeführt werden kann, man aber selbst oft nicht dazu in der Lage ist, dies richtig einzuschätzen, sollte in jedem Falle die Sache mit dem Therapeuten besprochen werden.
Obwohl Gemüsesäfte und die begleitende vegetarische Ernährung während der Gerson-Therapie ohnehin stark kaliumreich ist, verordnet der Doktor zusätzliches Kalium als Nahrungsergänzung.
Des Weiteren gibt es einen Rohleberextrakt, der Vitamin B12, Enzyme und Aminosäuren liefern soll und der die Blutbildung anregen soll. Der Extrakt wurde selbst hergestellt. Frische Kalbsleber wurde roh püriert und durch ein Tuch gepresst. Der "Saft" wurde dann in kleinen Portionen über den Tag verteilt eingenommen.
Mehrmals täglich weden außerdem je 50 mg Niacin (Vitamin B3) empfohlen. Letzteres muss ebenfalls sehr individuell verordnet werden. Lebergeschädigte erhalten weniger B3, Menschen, die Cortison einnehmen, sollten – laut des Arztes – gar kein B3 bekommen.
Zusätzlich gibt es zweimal täglich je einen Löffel Leinöl – und zwar mittags und abends zur Versorgung mit lebenswichtigen Fettsäuren. Der Doktor beobachtete, dass seine Krebspatienten offenbar keinerlei Fett vertrugen.
Sobald die Tumoren endlich verschwunden waren, kehrten diese umgehend zurück, wenn der Betreffende wieder kleine Mengen Fett (Öl, Eigelb oder Butter) aß. Setzte man das Fett erneut ab, schrumpfte der Tumor wieder.
Der Mediziner stieß dann auf die Forschungen von Dr. Johanna Budwig, die das Leinöl bei Krebs empfahl. Und tatsächlich: Leinöl ist das große Ausnahmefett und kann bei Krebs verzehrt werden, ohne dass dieser wieder wächst – so zumindest die Erkenntnisse des Arztes.
Bei dieser Liste mit Nahrungsergänzungsmitteln wird deutlich, dass mit der Gerson-Therapie nicht eine bestimmte Krankheit oder ein bestimmtes Organ "behandelt" wird. Stattdessen zielt jede Maßnahme auf den Gesamtorganismus und seine Stärkung ab.
Daher verschwindet bei einer derart ganzheitlichen Therapie auch nie nur eine Krankheit, sollten mehrere vorhanden sein, sondern meist alle miteinander, wie z. B. bei einer Patientin, die an einem metastasierenden Melanom (Hautkrebs) litt, außerdem an grauem Star, Arthrose, Übergewicht, Bluthochdruck, insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes und Schwerhörigkeit.
Die Gerson-Therapie führte die Patientin wegen ihres Krebses durch – und zwar unter Aufsicht ihres Arztes. Als das Melanom verschwunden war, gehörten auch die übrigen Gesundheitsbeschwerden – an deren Heilung die Patientin gar nicht mehr zu hoffen gewagt hatte – der Vergangenheit an. Nicht einmal mehr Insulin benötigte die Patientin.
Ein anderer Patient litt an Prostatakrebs, regelmäßigen Nierenkoliken und Bluthochdruck. Außerdem hatte er drei Bandscheibenvorfälle hinter sich, die mit starken Schmerzen und Muskelschwund im Bein einhergingen. Er war Vollinvalide. Nach zwei Jahren Gerson-Therapie war der Krebs weg, alle anderen Beschwerden ebenfalls und er war wieder voll einsatzfähig.
Die Gerson-Therapie ist nun aber nicht etwa in zwei oder vier Wochen erledigt, auch nicht nach einem halben Jahr. Die meisten Patienten sollten mindestens zwei Jahre dabeibleiben.
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Darin geht es um sechs Menschen mit Krebs, die nicht mehr viel zu verlieren haben. Sie setzen all ihre Hoffnung in die Gerson-Therapie. In der Doku sehen Sie, wie es ihnen damit geht, wer geheilt wird - und wer nicht
Quelle:
Gerson C, Walker M, Das Grosse Gerson Buch*, Die bewährte Therapie gegen Krebs und andere Krankheiten, Mobiwell Verlag, ISBN: 978-3-9814098-4-0



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