KANN HPV-IMPFUNG UNFRUCHTBAR MACHEN?
- 12. Aug.
- 3 Min. Lesezeit

Das American College of Pediatricians ist eine Vereinigung amerikanischer Kinderärzte und schrieb 2016 auf ihrer Webseite, dass der HPV-Impfstoff Gardasil® mit der sehr schwerwiegenden frühzeitigen Eierstockinsuffizienz (Ovarialinsuffizienz) im Zusammenhang stehen könnte (empfiehlt die Impfung aber inzwischen (2023) wieder).
Es handelt sich dabei um eine Art verfrühte Wechseljahre. Die Eierstöcke stellen ihre Arbeit ein. Es reifen keine Eizellen mehr aus und die betreffende Frau wird unfruchtbar.
Aus 2013 und 2014 gibt es je eine Fallbericht-Serie, in denen über Eierstockinsuffizienz bei jungenFrauen berichtet wurde.
Die Krankheit trat einige Wochen bis Jahre nach einer Impfung mit Gardasil auf.
Auffallend war, dass bei allen drei Patientinnen aus direkt nach der Impfung besonders starke Symptome auftraten, wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen und verschiedene kognitive und psychische Störungen, was auf eine besonders starke Reaktion hinweist.
Nebenwirkungen, wie eine Eierstockinsuffizienz, gehören zu den langfristigen Nebenwirkungen, die in all den Studien rund um den Impfstoff nie untersucht wurden – weder in den Tierstudien noch in den klinischen Studien.
Normalerweise überprüft man bei Impfstoffstudien lediglich, ob es innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung zu unerwünschten Wirkungen kommt. Schliesslich gilt: Alles, was nach diesen 14 Tagen auftritt, kann unmöglich von der Impfung herrühren.
Dabei weiss man, dass beispielsweise die aluminiumhaltigen Zusätze in den Impfstoffen Autoimmunreaktionen auslösen können. Polysorbat 80 ist ein weiterer Zusatzstoff in Gardasil®. Von dieser Substanz weiss man, dass sie bei Ratten toxisch auf die Eierstöcke wirkt.
Da in den Zulassungsstudien des Impfstoffs auch der Placebostoff Polysorbat 80 sowie Aluminiumhydroxid enthalten war, zeigten sich Nebenwirkungen aufgrund der Zusatzstoffe nicht nur in der echten Impfgruppe, sondern auch in der Placebogruppe und man schloss daraus, dass die Vorkommnisse nichts mit der Impfung zu tun haben könnten.
Da ausserdem eine grosse Zahl der Mädchen, die an den Studien teilgenommen hatten, gleichzeitig hormonell verhüteten, bemerkte man die Eierstockinsuffizienz möglicherweise in sehr vielen Fällen gar nicht, da eine hormonelle Verhütung eine solche sehr erfolgreich maskieren kann.
Seit 2006 – dem Jahr der Zulassung von Gardasil® – gab es 213 Berichte über Amenorrhö (das Ausbleiben der Regelblutung) und Eierstockinsuffizienz. 88 % dieser Fälle wurden auf den Impfstoff Gardasil® zurückgeführt.
Weitere 4,7 Prozent der gemeldeten Amenorrhö-Impfschäden standen im Zusammenhang mit Cervarix®, einem weiteren HPV-Impfstoff, der erst im Jahr 2009 zugelassen worden war.
Da offiziell ein Zusammenhang zwischen einer Eierstockinsuffizienz in jungen Jahren und der HPV-Impfung ausgeschlossen wird, melden Ärzte das Ereignis auch nicht als möglichen Impfschaden bzw. als mögliche Nebenwirkung der HPV-Impfung.
Im März 2022 überprüften Wissenschaftler die Daten aus dem VAERS (US-Meldesystem für Impfstoffnebenwirkungen) in Bezug auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Eierstockinsuffizienz und der HPV-Impfung.
Dabei wurden alle Meldungen einer (bestätigten) Eierstockinsuffizienz bei Frauen unter 40 Jahren zwischen 1990 und 2018 berücksichtigt. Von 228.341 Eierstockinsuffizienz-Fällen vermutete man bei 281 (0,1 %) einen Zusammenhang mit der HPV-Impfung.
Die durchschnittliche Zahl der Eierstockinsuffizienz-Fälle stieg signifikant nachdem man im Jahr 2006 mit der HPV-Impfung begonnen hatte (22,2 Fälle pro Jahr). Zuvor waren es nur 1,4 Fälle pro Jahr.
Die Forscher sehen hier ein mögliches Risiko und empfehlen daher weitere Untersuchungen.
(Auch in einer statistischen Analyse der VAERS-Daten von 2020 war ein Zusammenhang zwischen Eierstockinsuffizienz und HPV-Impfung erkennbar.
Zweifelsohne handelt es sich bei der Eierstockinsuffizienz - wie auch sämtliche oben genannten Zahlen zeigen - um ein sehr seltenes Geschehen. Dennoch ist ein Zusammenhang zur HPV-Impfung nicht gänzlich auszuschließen, auch wenn es letztendlich "nur" Einzelfälle sind , bei denen es vermutlich durch die Impfstoffadjuvantien zu Autoimmunreaktionen kommt, die letztendlich eine Eierstockinsuffizienz auslösen können.
Quellen:
American College of Pediatricians, New Concerns about the Human Papillomavirus Vaccine, Januar 2016
Colafrancesco S et al., Human papilloma virus vaccine and primary ovarian failure: another facet of the autoimmune/inflammatory syndrome induced by adjuvants. American Journal of Reproductive Immunology, Oktober 2013
Little DT et al., Adolescent premature ovarian insufficiency following human papillomavirus vaccination: a case series seen in general practice. Journal of Investigative Medicine, High Impact Case Reports, Dezember 2014
Tatang C, Arredondo Bisonó T, Bergamasco A, Salvo F, Costa Clemens SA, Moride Y. Human Papillomavirus Vaccination and Premature Ovarian Failure: A Disproportionality Analysis Using the Vaccine Adverse Event Reporting System. Drugs Real World Outcomes. 2022 Mar;9(1):79-90
Gong, L., Ji, Hh., Tang, Xw. et al. Human papillomavirus vaccine-associated premature ovarian insufficiency and related adverse events: data mining of Vaccine Adverse Event Reporting System. Sci Rep 10, 10762 (2020)
Hviid A, Myrup Thiesson E. Association Between Human Papillomavirus Vaccination and Primary Ovarian Insufficiency in a Nationwide Cohort. JAMA Netw Open. 2021 Aug 2;4(8):e2120391
Torella, M.; Marrapodi, M.M.; Ronsini, C.; Ruffolo, A.F.; Braga, A.; Frigerio, M.; Amabile, E.; Vastarella, M.G.; Rossi, F.; Riemma, G. Risk of Premature Ovarian Insufficiency after Human Papilloma Virus Vaccination: A PRISMA Systematic Review and Meta-Analysis of Current Evidence. Vaccines 2023, 11, 140



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