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VITAMIN C GEGEN VIREN, LUNGENENTZÜNDUNG & CO - STUDIEN BEWEISEN, DASS HOHE DOSEN HELFEN

25. Aug.
6 Min. Lesezeit

Studien zeigen, dass das Vitamin die Dauer von Erkältungen und Grippe verkürzen sowie schwere Verläufe unterstützen kann.

 

Höhere Dosen und Infusionen kamen bei Virusinfekten wie Lungenentzündungen zum Einsatz. Eine optimale Versorgung stärkt das Immunsystem und kann in Krisenzeiten den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

 

Vitamin C wird – zumindest in China und den USA – offenbar in manchen Kliniken zur Behandlung gegen Viren und dabei auch bei schweren Infektionen wie z. B. Covid-19 eingesetzt und könnte sich auch bei Grippewellen sehr gut dazu eignen, die Gesundheitssysteme zu entlasten – nicht zuletzt aufgrund seines niedrigen Preises.

 

Von den meisten Schulmedizinern hingegen und auch von den offiziellen Ernährungsinstitutionen wird das Vitamin nach wie vor unterschätzt.

 

Denn wie oft hören oder lesen wir den Satz, dass uns die Ernährung so wunderbar mit allen Vitaminen versorge – auch mit Vitamin C – so dass eine entsprechende zusätzliche Einnahme keinerlei Vorteile mit sich bringe. Weit gefehlt, wie sich immer wieder zeigt.

 

Ich schrieb bereits auf meiner Seite, wie Vitamin C die Zeit auf Intensivstationen  verkützt, von einer Metaanalyse aus dem Jahr 2019, in der man feststellte, dass die orale Gabe des Vitamins die aufenthaltsdauer auf Intensivstationen verkürzen kann und man daher bei den entsprechenden Patienten stets auch an eine Vitamin C Gabe denken sollte.

 

In oben genannter Metaanalyse hatten schliesslich 1 bis 3 Gramm des Vitamins pro Tag zu einer verkürzten Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation geführt, wobei sich dank des Vitamins auch die Zeit der künstlichen Beatmung reduzieren liess.

 

Angesichts dieser Einnahmemengen klingen die von offizieller Seite aus empfohlenen und stets als völlig ausreichend bezeichneten 100 mg Vitamin C etwas fragwürdig.

 

Auch im Zusammenhang mit der Herz-Kreislauf-Gesundheit weiss man längst, dass höhere Vitamin-Dosen erforderlich sind. 

 

Schon seit spätestens 2004 - damals angesichts der SARS-Pandemie - wird der Einsatz von Vitamin C bei Viren und Infektionskrankheiten diskutiert.

 

Harri Hemilä von der University of Helsinki schrieb damals im Journal of Antimicrobial Chemotherapy, dass das Vitamin die Widerstandskraft von Hühnern gegen ein typisches Vogel-Coronavirus erhöhe.

 

Placebo-kontrollierte Studien am Menschen hätten gezeigt, dass die Dauer herkömmlicher Erkältungen mit Hilfe von Vitamin C verringert werden könne, so dass man davon ausgehe, dass das Risiko für Vireninfekte der Atemwege auch vom Vitamin-C-Spiegel abhänge.

 

Drei kontrollierte Studien hätten ferner ergeben, dass Personen seltener an Lungenentzündung erkranken, wenn sie das Vitamin supplementieren.

 

In China lief von Februar bis Ende September 2020 eine klinische Vitamin-C-Studie unter Leitung von Dr. ZhiYong Peng, Professor für Intensivmedizin am Zhongnan Hospital of Wuhan University in Hubei.

 

Die Teilnehmer hatten sich mit Sars CoV-2-Viren angesteckt, hatten alle einen schweren Covid-19-Verlauf und befanden sich mit akutem Atemnotsyndrom auf der Intensivstation. Sie erhielten nun entweder über 7 Tage hinweg zweimal täglich je 12 g Vitamin C per Infusion oder ein Placebo. Man wollte herausfinden, ob das Vitamin die Zeit der künstlichen Beatmung verkürzen, die Sterblichkeit verringern, Organversagen verhindern und das Fortschreiten der Entzündung bremsen kann.

 

Zwar konnte das Vitamin nicht die Zeit der künstlichen Beatmung verkürzen und auch die Sterblichkeit nicht verringern. Doch konnte man beobachten, dass die Lungenfunktion der mit Vitamin C behandelten Patienten kontinuierlich besser wurde (der sog. Oxygenierungsindex stieg kontinuierlich), was in der Placebogruppe nicht der Fall war. Auch waren die Entzündungswerte in der Vitamin-C-Gruppe niedriger als in der Placebogruppe.

 

Auch wenn die Ergebnisse nicht so positiv waren, wie man gehofft hatte, so hatte die Vitamin-C-Behandlung doch deutliche Vorteile, auf die man bei einer Infektion mit Viren nicht verzichten sollte.

 

Am 1. März 2020 las man in einer Veröffentlichung der Shanghai Medical Association im Chinese Journal of Infectious Diseases eine Covid-19-Behandlungsempfehlung – ausgearbeitet von 30 Corona-Experten aus Shanghai.

Sie hatten an 300 Patienten die intravenöse Gabe von Vitamin C bei Covid-19 getestet und empfehlen für die Covid-Therapie das folgende Vorgehen, um die Auswirkungen der Vireninfektion zu verringern (zusätzlich zur üblichen Medikation): Je nach Schweregrad der Erkrankung sollen den Patienten täglich zwischen 50 und 200 mg Vitamin C pro Kilogramm Körpergewicht intravenös verarbreicht werden, was bei einem Erwachsenen mit einem Gewicht von z. B. 70 kg. 3,5 bis 14 g Viramin C wäre.

Wenn es zu einer Sepsis kommt (systemische Infektion mit anschliessend überschiessender Immunreaktion), werden grosse Mengen an Zytokinen (entzündlichen Botenstoffen) ausgeschüttet. Gleichzeitig kommt es zu einer starken Anhäufung von bestimmten Abwehrzellen (neutrophilen Granulozyten) in den Lungen, was zu einer Zerstörung der Lungenkapillaren führt.

 

Das Vitamin nun kann laut früherer Studien – so die Forscher rund um Dr. Peng in ihrer Studienbeschreibung – genau diesem Prozess effektiv vorbeugen. Auch hilft das Vitamin, die bei Lungenentzündungen auftretende Flüssigkeitsansammlung in den Lungen zu verhindern, indem das Vitamin die oben beschriebene Anhäufung der Granulozyten im Lungengewebe reduziert.

 

Bekannt ist ausserdem, dass es (bei oraler Einnahme) gegen Erkältungs- oder Grippeviren eingesetzt werden kann, da es die Dauer von Erkältungskrankheiten reduzieren  und insbesondere bei sportlich aktiven Personen Erkältungen auch vorbeugen kann. Bei Letzteren konnte die Zahl der Erkältungen dank des Vitamins halbiert werden. Die vorbeugende Wirkung war dabei mit 500 mg pro Tag besser als mit nur 50 mg des Vitamins.

 

In einer Studie beispielsweise verlief eine Erkältung deutlich schwächer (7), wenn die Teilnehmer zu Beginn der Erkrankung stündlich (über 6 Stunden hinweg) jeweils 1 g Vitamin C einnahmen und dann in den Folgetagen dreimal täglich jeweils 1 g.

 

In seiner Zusammenfassung zu Vitamin C und Infektionskrankheiten (durch Viren und/oder Bakterien verursacht) schreib der finnische Forscher Harri Hemilä (5), dass die Dauer von Erkältungen (laut zweier Studien) bevorzugt

Mit hohen Dosen von 6 bis 8 g des Vitamins pro Tag reduziert werden können, so dass sich die immer wieder aufkommenden Aussagen, das Vitamin nütze bei Erkältungen nicht, vermutlich auf Studien beziehen, in denen zu niedrige Dosen (z. B. 200 mg) eingesetzt wurden.

 

Hemilä weist ausserdem auf drei kontrollierte Studien hin, in denen das Vitamin eine Lungenentzündung verhindern konnte und auf zwei weitere kontrollierte Studien, in denen eine Vitamin-C-Behandlung auch bei bestehender (grippebedingter) Lungenentzündung Linderung brachte, die Patienten beispielsweise statt 12 Tagen nur 9 Tage in der Klinik bleiben mussten.

 

Tierstudien mit Schweinegrippeviren (H1N1-Viren) zeigten, dass die Gabe von rotem Ginseng mit Vitamin C Abwehrzellen (T-Zellen und NK-Zellen) aktivierte, Viren an der Entwicklung hinderte und die virenbedingten Entzündungsprozesse in der Lunge reduzierte, was folglich die Überlebensrate erhöhte.

 

Weitere Studien in Sachen Grippe zeigten, dass ein Vitamin-C-Mangel das Risiko für eine Grippeerkrankung erhöht (anfällig für Grippeviren macht) und bei bestehender Grippe zu einem schwereren Verlauf führen kann. Bei Sepsis oder dem Akuten Atemnotsyndrom (ARDS) liegen bislang uneinheitliche Studienergebnisse vor, so Hemilä in seiner Übersichtsarbeit.

 

Obwohl all diese Hinweise zur Wirkung von Vitamin C (gegen Viren und Bakterien) sehr vielversprechend klingen und obwohl das Vitamin auch in hohen Dosen (bei der hier empfohlenen kurzfristigen und therapeutischen Anwendung) keine Schäden verursacht, wird an allen Stellen wieder einmal gebetsmühlenhaft das Folgende wiederholt:

 

„Die in Studien verabreichten Dosen befinden sich weit über den empfohlenen Tagesdosen und es gibt derzeit noch nicht genügend Belege, die eine Anwendung von hohen Dosen Vitamin C bei Lungenentzündungen rechtfertigen würden. Sie sollten daher keinesfalls hohe Vitamin-C-Dosen einnehmen, da dies Nebenwirkungen, wie Durchfall haben kann.“

 

Fazit: Es besteht also die Möglichkeit (auch wenn dies noch nicht zu 100 Prozent wissenschaftlich bewiesen ist), eine schwere und u. U. tödliche Erkrankung mit hohen Dosen Vitamin C zu lindern oder abzuwenden.

 

Dennoch wird dringend davon abgeraten, es auch nur zu versuchen, weil man dann möglicherweise Durchfall bekommen könnte. Einen Durchfall, der nicht bei jedem auftritt, der überdies – falls eine solche Überempfindlichkeit vorliegen sollte – nach Absetzen des Vitamins reversibel ist und keine bleibenden Schäden hinterlässt.

 

Andere Nebenwirkungen, die hohen Vitamin-C-Dosen oft nachgesagt werden, wie etwa ein erhöhtes Risiko für Nierensteine sind erstens bei der kurzzeitigen Vitamin-C-Hochdosis-Therapie in Krisenzeiten nicht relevant .

 

Zweitens deutet alles darauf hin, dass das Nierensteinrisiko unter hohen Vitamin-C-Gaben (das überdies sehr gering ist) weniger aufgrund des Vitamins steigt, sondern andere Ursachen hat, also z. B. nur dann steigt, wenn man gleichzeitig mit Magnesium unterversorgt ist oder chronisch dehydriert ist. 

 

Quellen:

 

Zhang, J., Rao, X., Li, Y. et al. Pilot trial of high-dose vitamin C in critically ill COVID-19 patients. Ann. Intensive Care 11, 5 (2021)

 

Hemilä H, Vitamin C and SARS coronavirus, Journal of Antimicrobial Chemotherapy 52(6):1049-50, Januar 2003

 

Hemilä H et al., Vitamin C for preventing and treating the common cold, Cochrane Database Syst Rev. 2013 Jan 31;(1):CD000980. doi: 10.1002/14651858.CD000980.pub4

 

Sasazuki S et al., Effect of vitamin C on common cold: randomized controlled trial, August 2005, European Journal of Clinical Nutrition volume 60, pages9–17(2006)C

 

HC, Jarvis K, The effectiveness of vitamin C in preventing and relieving the symptoms of virus-induced respiratory infections, J Manipulative Physiol Ther. 1999 Oct;22(8):530-3

 

Hemilä H, Vitamin C and Infections, Nutrients. 2017 Apr; 9(4): 339

 

Kim H et al., Red ginseng and vitamin C increase immune cell activity and decrease lung inflammation induced by influenza A virus/H1N1 infection, J Pharm Pharmacol. 2016 Mar;68(3):406-20. doi: 10.1111/jphp.12529. Epub 2016 Feb 21

 

Medical Association, Shanghai 2019 Expert Corona Disease, Umfassender Behandlungskonsens

 

Vitamin C, Fact Sheet for Health Professionals, abgerufen am 8.4.2020

 

 

 

 
 
 

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