MACHT SITZEN KRANK? WAS SAGT WISSENSCHAFT DAZU:
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Die meisten Menschen verbringen einen Großteil ihres Tages sitzend – sei es im Büro, im Auto oder in der Freizeit vor dem Fernseher.
Das lange Sitzen erhöht jedoch die Risiken für viele Krankheiten. Durch ein paar kleine Veränderungen in Ihrem Alltag können Sie Ihre Gesundheit dennoch schützen.
Stress, unregelmäßige Arbeitszeiten und Kantinenessen sind bekanntermaßen nicht gut für die Gesundheit. Oft unterschätzt wird aber ein weiterer wichtiger Faktor:
Die Bewegungsarmut der meisten Berufstätigen.
Bei einem Bürojob sitzt man fast den ganzen Tag. Damit verbrennt man nicht nur wenige Kalorien, sondern schadet auch den Blutgefäßen.
Bereits nach einer Stunde nehmen die Gefäßfunktionen in den Beinen um bis zu 50 Prozent ab. Mit Gefäßfunktion ist die Fähigkeit der Blutgefäßwand gemeint, sich nach Bedarf auszudehnen und wieder zusammenzuziehen.
Auf diese Weise werden die Durchblutung bzw. der Blutdruck reguliert. Kommt es hier langfristig zu Funktionsstörungen, steig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die verminderten Gefäßfunktionen spielen dabei die größte Rolle, doch auch ein erhöhter Cholesterinspiegel und ein erhöhter Taillenumfang infolge der Bewegungsarmut sollen zum erhöhten Krankheitsrisiko beitragen.
Aber auch andere chronische Erkrankungen werden deutlich wahrscheinlicher, wenn man viel sitzt, etwa Diabetes und Krebs. Zudem beschleunigt das viele Sitzen den Alterungsprozess.
Saurabh Thosar und seine Kollegen von der US-amerikanischen Indiana University wollten herausfinden, wie man diesen schädlichen Auswirkungen von zu langem Sitzen effektiv vorbeugen kann.
Elf normalgewichtige und gesunde männliche Studienteilnehmer nahmen an zwei Studien teil. Die Teilnehmer der ersten Studie mussten drei Stunden lang stillsitzen, ohne die Beine zwischendurch zu bewegen.
Nach einer, zwei und drei Stunden überprüften die Wissenschaftler mit einem Blutdruckmessgerät und Ultraschall die Funktion der Oberschenkelarterie. Die Gefäßfunktion war bereits nach 60 Minuten um die Hälfte reduziert!
Beim zweiten Test saßen die Teilnehmer zwar auch drei Stunden lang, nach einer halben Stunde sowie nach eineinhalb und zweieinhalb Stunden durften sie jedoch für jeweils fünf Minuten aufs Laufband und gingen mit einer Geschwindigkeit von etwas mehr als drei Kilometern pro Stunde.
Dabei stellte sich heraus, dass kurze moderate Spaziergänge zwischendurch dafür sorgen, dass der Körper
Die Gefäßfunktionen unverändert aufrechterhalten kann.
Als Ursache vermuteten die Forscher die erhöhte Muskelaktivität und die stärkere Durchblutung durch die Bewegung.
In einer Studie, veröffentlicht im JAMA Oncology Magazin, untersuchte man, welche Auswirkung langes Sitzen auf das Risiko hat, an Krebs zu sterben.
Die Studie wurde an rund 8000 Personen mit einem Durchschnittsalter von 69.8 Jahren durchgeführt.
Die Forschungsergebnisse zeigten, dass das Risiko an einer Krebserkrankung zu sterben umso höher ist, je mehr Zeit man im Sitzen verbringt.
Wurden dagegen 30 Minuten einer sitzenden Aktivität mit einer leichten körperlichen Aktivität ersetzt, sank die Krebssterblichkeit um 8 %. Eine mässige bis starke körperliche Aktivität während 30 Minuten.
Liess die Krebssterblichkeit sogar um ganze 31 % sinken.
Mässige körperliche Aktivitäten sind zum Beispiel Golf spielen, Reiten, aber auch Rasenmähen und generell Gartenarbeit.
Starke körperliche Aktivitäten sind Joggen, Schwimmen, Tennis und schwere handwerkliche Arbeiten. Natürlich kommt es dabei auch immer auf den eigenen Körper an und wie sehr man sich bei den Aktivitäten verausgabt.
Es ist allerdings auch nicht sinnvoll, eine halbe Stunde Sport zu treiben und den Rest des Tages passiv zu verbringen.
Eine Übersichtsarbeit veröffentlicht im Magazin Annals of Internal Medicinekritisiert, dass in vielen Studien der Fokus auf das Ausüben von sportlichen Aktivitäten gelegt wird
Und nicht auf das Reduzieren sitzender Tätigkeiten.
Quellen:
Saurabh Thosar et al., Effect of Prolonged Sitting and Breaks in Sitting Time on Endothelial Function,Medicine & Science in Sports & Exercise, September 2014
Gilchrist SC, Howard VJ, Akinyemiju T, et al. Association of Sedentary Behavior With Cancer Mortality in Middle-aged and Older US Adults. JAMA Oncol. Published online June 18, 2020
Dr. David Alter et al., Sedentary Time and Its Association With Risk for Disease Incidence, Mortality, and Hospitalization in Adults: A Systematic Review and Meta-analysis, Annals of Internal Medicine, 2015



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