NATÜRLICHE BLUTVERDÜNNER OHNE NEBENWIRKUNGEN UND WAS SAGT DIE WISSENSCHAFT
- 5. Feb.
- 12 Min. Lesezeit

An Herz-Kreislauferkrankungen sterben weltweit die meisten Menschen. Um einem verfrühten Tod durch Herzinfarkt, Schlaganfall und Embolien vorzubeugen, schlucken daher Millionen Menschen regelmäßig Blutverdünner.
Doch gibt es auch sehr viele Lebensmittel, Kräuter, Gewürze und Nahrungsergänzungsmittel, die als natürliche Blutverdünner fungieren können.
Natürliche Blutverdünner eignen sich daher insbesondere für Menschen, die vorbeugen möchten und die Fließeigenschaften ihres Blutes so verbessern möchten, dass sie gar nie in die Verlegenheit kommen, pharmazeutische Blutverdünner zu benötigen.
Der Begriff Blutverdünner ist ein wenig missverständlich, da das Blut nicht wirklich verdünnt wird. Die Medikamente hemmen lediglich die Blutgerinnung.
Da an der Blutgerinnung verschiedene Prozesse beteiligt sind, können Blutverdünner auch über ganz unterschiedliche Mechanismen die Blutgerinnung reduzieren und so das Blut dünnflüssiger Machen.
In Europa nehmen die meisten Betroffenen Cumarine, die auch Vitamin-K-Antagonisten genannt werden, da sie die Wirkung des Vitamin K blockieren. Vitamin K wird im Körper zur Bildung von Gerinnungsfaktoren benötigt. Wird das Vitamin K nun blockiert, können die Gerinnungsfaktoren nicht gebildet werden und das Blut wird dünnflüssiger, gerinnt also nicht mehr so leicht.
Zur Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten gehört das bekannte Phenprocoumon (das als Marcumar ® im Handel ist) sowie Warfarin, das eher in den USA im Einsatz ist. In der Schweiz ist es nicht erhältlich. In Deutschland wird es unter dem Namen Coumadin ® verkauft.
Weitere Blutverdünner sind die Heparine, die meist injiziert oder per Infusion verabreicht werden. Falls Sie schon einmal operiert wurden und nach der Operation die sog. Thromboseprophylaxe-Spritzen bekommen haben, dann handelte es sich hierbei höchstwahrscheinlich um Heparin. Heparine wirken anders als die Vitamin-K-Antagonisten. Sie beschleunigen die Wirkung von körpereigenen Gerinnungshemmern (Antithrombin).
. Eine relativ neue Gruppe der blutverdünnenden Medikamente wird direkte oder neue orale Antikoagulanzien (NOAK) genannt. Diese Blutverdünner hemmen direkt die Gerinnungsfaktoren. Obwohl sie erst seit 2008 im Umlauf sind, werden sie schon sehr oft verordnet. Dazu gehören Eliquis® (Apixaban), Pradaxa® (Dabigatranetexilat) und Xarelto® (Rivaroxaban).
Rivaroxaban ist ein Kassenschlager von Bayer. Er ist als Xarelto® im Handel und brachte Bayer im Jahr 2023 einen Umsatz von 4 Milliarden Euro. 2021 lag er noch bei 4,7 Milliarden. Der Umsatz ist somit rückläufig, da in China und Großbritannien preiswertere Generika auf dem Markt sind. Der Wirkstoff ist nicht unumstritten.
Erst war der Blutverdünner nur zur Thromboseprophylaxe zugelassen. Doch ist dieser Markt eher klein. Daher wurde an über 15.000 älteren Patienten eine Phase-III-Studie durchgeführt, die zeigen sollte, dass Xarelto® nicht schlechter als Warfarin ist.
Das Mittel bestand und wurde 2010 auch zur Schlaganfallprophylaxe zugelassen, ein 20-Milliarden-Euro-Markt.
Im Jahr 2011 schon konnte Bayer 0,7 Millionen Tagesdosen an den Mann bringen (allein in Deutschland). Ein Jahr später waren es 25,5 Millionen Tagesdosen – ein Zeichen für die Spitzenkompetenz von Bayers Marketingabteilung, nicht aber für die uneingeschränkte Verträglichkeit des Medikaments.
Bereits 2012 gingen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 750 Meldungen zu unerwünschten Wirkungen von Xarelto® ein, darunter 58 Todesfälle. In den ersten acht Monaten des Jahres 2013 waren es 968 Fälle unerwünschter Wirkungen mit 72 Todesfällen, wie der Spiegel seinerzeit berichtete.
Blutverdünner sind gut bekannt für ihre Nebenwirkungen.
Das Hauptproblem ist die schwierige Dosierung, die für jeden Betroffenen ganz individuell eruiert werden muss. Es dauert daher stets einige Zeit, bis man mit der richtigen Dosis "eingestellt" ist. Und auch dann kann sich die Situation immer wieder ändern.
Aus diesem Grund müssen viele Cumarin-Patienten mindestens einmal pro Monat zum Arzt, um sich checken zu lassen. Ein anderer Teil der Patienten ist in der Lage, mit einem Messgerät die Gerinnungsfähigkeit des Blutes (den INR-Wert) eigenständig zu Hause zu kontrollieren und die Dosis der Medikamente entsprechend anzupassen.
Der INR-Wert (INR für International Normalized Ratio) liegt bei gesunden Menschen bei etwa 1 oder knapp darunter.
Ist der Wert erhöht, ohne dass Blutverdünner eingenommen werden, liegt ein gesundheitliches Problem vor, z. B. ein Vitamin-K-Mangel. Denn Vitamin K reguliert die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Fehlt es, kommt es zu Gerinnungsstörungen.
Muss das Blut nun medikamentös verdünnt werden (zur Prävention von Thrombosen und Embolien), dann nimmt man vom Blutverdünner so viel, dass der INR-Wert auf 2 bis 3 steigt. In manchen Fällen mit besonders hohem Blutgerinnselrisiko lässt man den Wert sogar auf 3,5 bis 4,5 steigen.
Der medikamentös erzielte Wert unterscheidet sich also vom Wert des gesunden Blutes ganz enorm. Das Blut wird viel stärker "verdünnt", als dies beim gesunden Blut der Fall ist. Was ist die Folge?
Es kann zu inneren Blutungen kommen. Bleiben diese geringfügig, merkt man sie nicht. Doch kommt es zu einem stetigen Blutverlust, den der Körper permanent kompensieren muss.
Sind die Blutungen stärker, erkennt man sie daran, dass plötzlich Blut im Urin ist oder im Stuhl. Zahnfleischbluten kann auftreten oder Nasenbluten. Man bekommt blaue Flecken unter der Haut, auch wenn man sich nur leicht gestoßen hat.
Besonders bedenklich ist es, wenn sich die Blutungen im Gehirn ergeben. Dies kann langfristig zu einer schnelleren Entwicklung von Demenz führen: Blutverdünner erhöhen Demenzrisiko und außerdem genau das auslösen, was die Blutverdünner eigentlich verhindern sollen: Schlaganfall.
Bei bestehenden Nierenschäden können die Medikamente überdies nicht schnell genug wieder ausgeschieden werden, so dass die inneren Blutungen einen tödlichen Verlauf nehmen können.
Muss man die Blutverdünner langfristig nehmen (länger als 1 Jahr), können sie sich negativ auf den Knochenstoffwechsel auswirken, die Knochendichte mindern und somit eine Osteoporose begünstigen.
Besonders verwunderlich ist das nicht, da die Vitamin-K-Antagonisten die Wirkung des Vitamin K mindern – und Vitamin K ist nicht nur zur Bildung der Gerinnungsfaktoren erforderlich, sondern auch für gesunde Knochen unentbehrlich.
Selbst die neuen Blutverdünner schaden den Knochen, zwar auf eine andere Weise, da sie das Wachstum der Osteoblasten hemmen, doch ist das Ergebnis mehr oder weniger dasselbe wie bei den Vitmain –K-Antagonisten.
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Blutverdünner werden ja meist älteren Menschen verordnet, die oft gleichzeitig noch viele weitere Medikamente nehmen, wie z. B. Blutdrucktabletten, Blutzuckersenker, Statine, nicht-steroidale Entzündungshemmer (ASS und Co.) und vieles mehr.
Gerade letztere verstärken die Wirkung der Blutverdünner sehr stark, da sie ja selbst häufig blutverdünnende Eigenschaften mit sich bringen.
Ebenfalls verstärkend auf Blutverdünner wirken manche Antidepressiva, manche Antibiotika, Schilddrüsenhormone, manche Schmerzmittel etc.
Auch pflanzliche Arzneimittel sind manchmal nicht empfehlenswert, wenn Blutverdünner eingenommen werden. Johanniskraut beispielsweise – ein beliebtes pflanzliches Antidepressivum – verträgt sich mit den Blutverdünnern nicht so gut und setzt deren blutverdünnende Wirkung herab.
Ginseng, Gingko, Sägepalme, Engelwurz (Dong Quai), Ingwer, Weihrauch, Mutterkraut und viele weitere mehr treten ebenfalls in Wechselwirkung mit den Blutverdünnern.
Eine krankhafte Gerinnungsneigung bzw. Thromboseneigung des Blutes kann tatsächlich angeboren sein, was aber eher selten der Fall ist. Die Ursachen liegen vielmehr in der allgemeinen Lebens- und Ernährungsweise der Betroffenen.
Meist kommt es in den Venen zu Thrombosen, also dort, wo das Blut langsamer fließt. Der Blutfluss könnte jedoch beschleunigt werden, nämlich dann, wenn sich der jeweilige Mensch regelmäßig bewegen würde. Bewegung ist daher eine der besten Maßnahmen, um das Blut dünnflüssig und in Schwung zu halten.
Sitzende oder stehende Tätigkeiten – womöglich noch in Kombination mit Übergewicht – sind hingegen Gift für den Blutfluss und damit auch Gift für die Gefäße.
Eine andere Ursache für die Entstehung von Blutgerinnseln sind Schäden in den Blutgefäßwänden. An diesen Stellen bilden sich gerne Ablagerungen (Arteriosklerose) und Blutgerinnsel. Löst sich dann ein Blutgerinnsel und bleibt schließlich in einem nachfolgenden engeren Blutgefäß stecken, ist die Thrombose bzw. Embolie da.
Zu Schäden in den Gefäßwänden und auch zu einer erhöhten Gerinnungsneigung des Blutes sowie zu Ablagerungen kommt es insbesondere aufgrund der folgenden Ursachen:
Bewegungsmangel (auch durch Bettlägerigkeit)Rauchen (verengt die Blutgefäße und führt gleichzeitig zu Schäden an den Blutgefäßwänden), ungesunde Ernährung mit Antioxidantien- und Vitalstoffmangel, Fettstoffwechselstörungen, hoher Homocysteinspiegel, Blutzuckerschwankungen (Diabetes), Bluthochdruck, Übergewicht, synthetische Hormone (Antibabypille!), chronisch entzündliche Erkrankungen, wie z. B. rheumatische Erkrankungen, Tumorerkrankungen, Autoimmunerkrankungen etc. und Medikamente.
So ist z. B. ein erhöhter Homocysteinspiegel meist die Folge eines Vitamin- und Antioxidantienmangels. Auch der Fettstoffwechsel, der Blutzuckerspiegel und der Blutdruck, vom Gewicht ganz zu schweigen, lassen sich hervorragend mit der Ernährung beeinflussen und regulieren.
Die entsprechenden vorbeugenden Maßnahmen klingen wenig spektakulär, sind aber von spektakulärer Wirkung:
Bewegung/Sport, nicht rauchen, kein Alkohol, gesunde Ernährung, fehlende Vitalstoffe über Nahrungsergänzungen, Übergewicht reduzieren und der Verzehr natürlicher Blutverdünner in Form von Lebensmitteln, Kräutern und Gewürzen.
Zu den blutverdünnenden, gefäßschützenden Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln gehören laut verschiedener Untersuchungen aus den letzten Jahren u. a. die folgenden:
Natto, Nattokinase, Bromelain, Kurkuma, Ingwer, Zimt, Capsaicin, Knoblauch, Brennnessel und Basilikum, dunkle Schokolade und OPC.
Die folgenden Lebensmittel (und viele weitere mehr) können ebenfalls als natürliche Blutverdünner fungieren, werden aber unten nicht näher beschrieben. Bei Zwiebeln, Rotweinextrakt und Ginseng können Sie jedoch für weitere Informationen in unserer Suche finden.
Nattokinase wird aus fermentierten Sojabohnen gewonnen und gilt als stark fibrinolytisch (gerinnungshemmend).
Kalifornische Wissenschaftler konnten 2006 in einem In-Vitro-Versuch eine signifikante Senkung der Blutgerinnung und Blut-Viskosität durch das Enzym Nattokinase nachweisen.
Daher warb so mancher Hersteller erst auch begeistert damit, dass Nattokinase ein natürlicher Blutverdünner sei und Blutgerinnsel rasch auflösen könne, was natürlich recht schnell unterbunden wurde. Denn Nahrungsergänzungsmittel dürfen nicht mit Heilaussagen beworben werden – ob die Aussage nun stimmig ist oder nicht.
In einem Review der britischen University of West London aus dem Jahr 2011 untersuchte man sechs Studien zum Thema Bromelain und Blutverdünnung.
Es zeigte sich, dass Bromelain – das bekannte Enzym aus der Ananas – zur Behandlung von akuter Thrombophlebitis ( Thrombose der oberflächlichen Venen) geeignet ist, da es das Zusammenklumpen der Blutplättchen (Blutgerinnung) reduziert, eine herzschützende Wirkung hat und die Bildung von –blutgerinnseln verhindert.
Bromelain + Papain Kapseln finden Sie z. B. hier:
Kurkuma ist ein Gewürz, das inzwischen sehr gut erforscht ist und viele positive Eigenschaften für die Gesundheit bereithält, ganz gleich ob Entgiftung, Leberschutz, Zahnpflege, Blutzuckersenkung oder Krebsprävention.
In Sachen Herz-Kreislauf-Schutz und natürliche Blutverdünnung schrieb die University of Maryland Medical Center mit Stand April 2014 über Kurkuma:
„Studien zeigen, dass Kurkuma Arteriosklerose vorbeugen hilft und die Blutplättchen am Verklmpen hindert, somit Blutgerinnseln vorbeugt“.
Die blutverdünnende Wirkung von Kurkuma scheint so beeindruckend zu sein, dass man gar empfiehlt, Kurkuma-Nahrungsergänzungen zwei Wochen vor einer geplanten Operation abzusetzen.
n einer koreanischen Studie von 2012 wurden die gerinnungshemmende Eigenschaften von Curcumin – dem isolierten Wirkstoff aus Kurkuma – untersucht. Überraschenderweise waren die blutverdünnenden Effekte von Curcumin so gut, dass es hieß, ein täglicher Verzehr des Gewürzes Kurkuma könne langfristig die gesunden Fließeigenschaften des Blutes aufrechthalten.
Ein Auszug aus Kurkuma – Curcuperin finden Sie ebenfalls über den oben genannten Link.
Auch der Ingwer gilt als natürlicher Blutverdünner. Aufgrund seiner scharfaromatischen Geschmacksstoffe ist er ein äußerst beliebtes Gewürz oder auch – häufig gezuckert und schokoliert – ein gern genaschter Snack.
In einer australischen Studie von 2003 wurde die Aktivität von isolierten Substanzen aus dem Ingwer auf die Blutgerinnung getestet. Die Ingwerstoffe verdünnten das Blut besser als Aspirin.
Auch Zimt wirkt gerinnungshemmend, aber ebenfalls meist in Form von Extrakten, wie z. B. dem ätherischen Zimtöl oder einem Zimtdestillat. Ein wässriger Extrakt aus Zimt (Zimttee) hatte keinen blutverdünnenden Effekt. Auch dies spricht dafür, dass die zimtspezifischen Inhaltsstoffe hochdosiert genommen werden müssten, um eine medizinische Wirkung zu erzielen.
Eine australische Studie aus dem Jahr 2014 zeigte, dass Capsaicin – der scharfe Wirkstoff aus der Chilischote (auch Cayenne Pfeffer genannt) – als natürlicher Blutverdünner fungieren kann und die Thromboseentwicklung verzögerte.
Knoblauch hat u. a. laut einem Artikel von Kritchevsky vom Wistar Institute of Anatomy and Biology in Philadelphia (veröffentlicht 2003 in Trends in Food Science and Technology) viele hilfreiche Eigenschaften in Bezug auf die Gesundheit der Gefäße und des Blutes:
Knoblauch soll den Cholesterinspiegel senken sowie den Blutdruck und die Gerinnung hemmen bzw. Blutgerinnsel auflösen, so dass die kleine Knolle all jene Faktoren beeinflusst, die andernfalls zu Herz-Kreislauferkrankungen führen würden.
Interessant ist, dass auch Lebensmittel, die als Vitamin-K-reich gelten, wie z. B. Brennnesseln und Basilikum das Blut verdünnen können – wie Untersuchungen ergeben haben. Allerdings kam hierbei nicht das grüne Blatt zum Einsatz, sondern ein wässriger Extrakt, also Brennnessel- bzw. Basilikumtee.
Nichtsdestotrotz sollten Sie Vitamin K nicht als Feind betrachten, wie das manche Ärzte heute noch immer tun und ihren Patienten konkret von gesunden Lebensmitteln abraten, nur weil diese Vitamin-K-reich sind.
Denn gerade die Vitamin-K-reichen Lebensmittel gehören mit zu den gesündesten Lebensmitteln überhaupt, z. B. Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, Kräuter und alle grünen Blattgemüse.
Inzwischen weiß man, dass der Verzehr dieser Lebensmittel bei der Einnahme von Blutverdünnern keine Probleme bereitet. Die Dosis der Blutverdünner muss lediglich entsprechend angepasst werden und man sollte täglich am besten ähnliche Vitamin-K-Mengen zu sich nehmen, um starke Schwankungen zu vermeiden.
Vitamin-K-reiche Lebensmittel haben daher auch für Blutverdünner-Patienten mehr Vorteile als Nachteile. Denn die genannten Lebensmittel liefern natürlich nicht nur Vitamin K, sondern auch viel Calcium, Magnesium, Chlorophyll und die so wertvollen sekundären Pflanzenstoffe.
Die Wirkstoffe in natürlichem Kakao sind derart stark, dass dunkle Schokolade (mit hohem Kakaogehalt und möglichst wenig oder keinem Zucker) zu einem regelrechten Heilmittel wird:
Kakao enthält so viele hochkonzentrierte Flavonoide und OPC, dass 2003 im American Journal of Clinical Nutrition von einer Studie berichtet wurde, in der die Teilnehmer 28 Tage lang entweder eine Nahrungsergänzung mit den Wirkstoffen des Kakao oder ein Placebo erhalten hatten.
Am Ende der Versuchszeit war die Blutgerinnung signifikant zurückgegangen, was zeigt, dass sich Kakao sehr gut als natürlicher Blutverdünner eignet.
OPC ist natürlich nicht nur im Kakao enthalten. Auch im Traubenkernextrakt und dem Rotweinextrakt sind relevante OPC-Mengen vorhanden.
Das OPC hält für das Herz-Kreislauf-System hervorragende Eigenschaften bereit:
Als kraftvolles Antioxidans schützt OPC die Blutgefäßwände vor oxidativem Stress und vor Angriffen freier Radikale. Die Blutgefäße bleiben auf diese Weise elastisch und stabil. Es können sich keine Schäden und somit auch keine Ablagerungen bilden.
Überdies gehört die chronische Veneninsuffizienz (die meist mit Krampfadern einhergeht) zu jenen Indikationen, für die es im Hinblick auf OPC die meisten wissenschaftlichen Belege zu geben scheint.
OPC wirkt hier nachweislich sehr vorteilhaft. Es erleichtert den Schmerz und lindert die Schwellung, ist also für das gesamte Gefäßsystem und somit auch für einen verbesserten Blutfluss ein gutes natürliches Hilfsmittel.
Schon die Aufzählung der natürlichen Blutverdünner zeigt, wie gut eine gesunde Ernährung mit der entsprechenden Nahrungsergänzung vor einer übermäßigen Blutgerinnung, vor Blutgerinnseln und einem verlangsamten Blutfluss schützen kann.
Hauptsächlich die Flavonoide (bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe) sind es, die aus den genannten Lebensmitteln natürliche Blutverdünner machen. Daher ist eine Ernährung, die insbesondere aus pflanzlichen Lebensmitteln zusammengestellt wird, auch eine so gute Gesundheitsprävention und Krankheitsvorsorge, wenn es um Herz-Kreislauf-Probleme geht.
Wenn Sie also reichlich flavonoidreiche und ballaststoffreiche Gemüse und Früchte essen, wenn Sie ab und zu dunkle Schokolade naschen, wenn Sie üppig mit Kurkuma, Ingwer und Zimt würzen, wenn Sie Ihre Mahlzeiten mit Knoblauch und Zwiebeln verfeinern, gelegentlich Brennnesseltee trinken und bei Bedarf zu bestimmten Nahrungsergänzungen greifen, wie z. B. OPC, Curcumin, Rotweinextrakt oder Capsaicin und auch genügend Bewegung - gerne an der frischen Luft - haben, sollte nicht nur Ihr Blut in bester Verfassung bleiben.
Auch Ihre Gefäße sind besser geschützt. Es sollten sich keine Ablagerungen mehr bilden und Ihr Herz-Kreislaufsystem hat bessere Chancen, bis ins hohe Alter gute Arbeit zu leisten.
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