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SCHILDDRÜSENKNOTEN - URSACHEN UND DIE HEILUNG

Schilddrüsenknoten kommen sehr häufig vor. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein, genauso die Symptome.

Meist sind Schilddrüsenknoten keine eigenständige Erkrankung, sondern können als Folge anderer Erkrankungen auftreten. Die Behandlung richtet sich daher nach der jeweiligen Ursache.

 

Schilddrüsenknoten entstehen, wenn sich das Schilddrüsengewebe an manchen Stellen unkontrolliert vermehrt oder umstrukturiert / oft als Reaktion auf Jodmangel, hormonelle Schwankungen oder Entzündungen.

 

Es handelt sich also um ganz lokale Gewebeveränderungen, um einzelne oder mehrere Verdickungen in der Schilddrüse. Sie können klein oder groß sein, ohne die gesamte Schilddrüse zu vergrößern.

 

Die Knoten können zudem heiß oder kalt sein.

 

Bei heißen Knoten ist die Hormonproduktion überaktiv, bei kalten Knoten werden im jeweiligen Gewebe keine Hormone mehr produziert.

 

Die Knoten werden sehr selten zu bösartigem Krebs. Man geht davon aus, dass nur gut 1 % der Knoten bösartig werden können. Diese Gefahr besteht nur bei kalten Knoten.

 

Knoten können die Schilddrüse vergrößern, müssen es aber nicht. Wenn Knoten die Schilddrüse vergrößern, spricht man von einem knotigen Kropf.

 

Ein Kropf (Struma) bezeichnet eine generelle Vergrößerung der gesamten Schilddrüse, ohne dass zwangsläufig Knoten vorhanden sein müssen. Ein Kropf kann aber auch kombiniert mit schilddrüsenknoten auftreten.

Es handelt sich dann um einen knotigen Kropf.

 

Allein Schilddrüsenknoten kommen dabei deutlich häufiger vor, als ein knotenfreier Kropf.

 

Schilddrüsenknoten sind weltweit verbreitet und ihre Häufigkeit variiert je nach Region, Ernährung und Umweltfaktoren.

In Deutschland haben etwa 30 % der erwachsenen Schilddrüsenknoten, Frauen sind 4-mal häufiger betroffen.

 

Kalte Knoten sind funktionell inaktive Knoten. Sie bilden keine Hormone mehr. Kalte Knoten können auch Zysten sein, also mit Flüssigkeit gefüllte Knoten. Sie sind meist harmlos, aber bei starker Vergrößerung störend.

 

Wenn sich Knoten in bösartige Knoten (Schilddrüsenkrebs) verwandeln, sind es meist kalte Knoten.

 

Heiße Knoten produzieren unkontrolliert Schilddrüsenhormone. Sie werden auch als autonome bezeichnet und können zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen.

 

Heiße Knoten entstehen meist durch Jodmangel, der die Schilddrüse dazu bringt, mehr aktive Zellen zu bilden, um trotz Jodmangel doch noch ausreichend Hormone bilden zu können.

 

Mögliche Ursachen von Schilddrüsenknoten:

 

Genetische Veranlagung

 

Da Schilddrüsenerkrankungen in manchen Familien häufiger vorkommen, liegt oft eine genetische Veranlagung vor. Man hat in diesem Fall im Bereich der Schilddrüse eine genetisch bedingte Schwachstelle.

 

Jodmangel

 

Jodmangel ist eine der Hauptursachen in vielen Ländern mit niedriger Jodversorgung. Bei Jodmangel will sich die Schilddrüse vergrößern, um das wenige vorhandene Jod besser nutzen zu können, um also aus wenig Jod möglichst viele Hormone zu produzieren.

 

Die Zellneubildung läuft nun aber nicht immer perfekt ab, und manche neu gebildeten Zellen degenerieren. Sie verlieren ihre Fähigkeit, Hormone zu produzieren, z. B. in Schilddrüsenarealen, die aufgrund des Mangels nicht mehr mit Jod versorgt werden. Diese funktionslosen Zellen können sich dennoch weiter vermehren. Kalte Knoten entstehen.

 

Selenmangel

 

Auch Selenmangel trägt zur Knotenentstehung bei. Denn Selen spielt eine zentrale Rolle für die Schilddrüse. Es ist einerseits an der Umwandlung Trijodthyronin (T3) beteiligt. Andererseits ist Selen ein wichtiger Bestandteil von körpereigenen Antioxidantien, die die Schilddrüse vor schädlichem oxidativem stress schützen.

 

Vitamin-D-Mangel

 

Verschiedene Studien zeigen, dass es einen Zusammenhang zw. der Vitamin-D-Versorgung und dem Auftreten von Schilddrüsenknoten gibt. Einige beweisen sogar, dass alle Schilddrüsenpatienten Vitamin-D3-Mangel aufweisen.

Bei Schilddrüsenpatienten sollte der Spiegel bei mind. 80 liegen.

 

Andere Nährstoffmängel

 

Neben Jod, Selen und Vitamin D sind noch andere Nährstoffe für die Schilddrüse wichtig. Fehlen diese, können die entsprechenden Mängel die Entstehung von Schilddrüsenknoten begünstigen. Dazu gehören z. B. Eisen, Zink und Omega-3-Fettsäuren.

 

Dies ist zumeist dann der Fall, wenn noch andere Voraussetzungen erfüllt sind, etwa wenn eine Autoimmunerkrankungen vorliegt, die überhaupt erst zu den Nährstoffmängeln führte.

 

Denn bei meisten Autoimmunerkrankungen liegt eine geschädigte Darmschleimhaut vor (Leaky Gut Syndrom), was die Nährstoffaufnahme erschwert.

 

Bei chronischen Erkrankungen können Mängel aber auch auftreten, weil der Bedarf an antioxidativen Nährstoffen bei Krankheiten generell steigt. Zudem werden häufig Medikamente genommen, die Nährstoffmängel hervorrufen können (z. B. Cortison, Methotreaxat u.v.m.)

 

Autoimmunerkrankungen

 

Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow können knotige Veränderungen in der Schilddrüse hervorrufen.

 

Aber auch andere Autoimmunerkrankungen können die Wahrscheinlichkeit von schilddrüsenknoten erhöhen, z. B. Lupus, Rheumatoide Arthritis oder Zöliakie – und zwar indirekt durch chronische Entzündungen, Hormonstörungen oder Nährstoffmängel.

 

Leaky Gut Syndrom und Dysbiose

 

Schon bei  den Nährstoffmängeln habe ich das Leaky Gut Syndrom erwähnt – eine durchlässige Darmschleimhaut, die auch laut vielen Studien gemeinsam mit einer Störung der Darmflora (Dysbiose) an der Entstehung von Schilddrüsenerkrankungen einschließlich Schilddrüsenknoten immer beteiligt ist.

 

Eine unausgeglichene Darmflora (Dysbiose) kann systemische Entzündungen fördern, die die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen und zur Bildung von Knoten beitragen.

 

Ein durchlässiger Darm wiederum kann nicht nur die Nährstoffversorgung gefährden, sondern kann auch das Eindringen von Antigenen in den Blutkreislauf ermögliche, was Autoimmunreaktionen gegen die Schilddrüse auslösen und strukturelle Veränderungen wie eine Knotenbildung begünstigen könnte.

 

Metabolisches Syndrom

 

Zu den Risikofaktoren für die Entwicklung von schilddrüsenknoten gehört auch das metabolische Syndrom, das aus Übergewicht, Insulinresistenz, Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten besteht.

 

Betroffene haben häufiger Knoten in der Schilddrüse. Auch schon allein ein Übergewicht gilt als Risikofaktor für die Entstehung von schilddrüsenknoten.

 

Hormonelles Ungleichgewicht

 

Ein hormonelles Ungleichgewicht z. B. in den Wechseljahren, bei einer Hormontherapie oder wenn hormonell verhütet wird, kann die Entstehung von schilddrüsenknoten über unterschiedliche Mechanismen begünstigen.

 

In den Schilddrüsenknoten befinden sich zahlreiche Östrogenrezeptoren.

Ein hoher Östrogenspiegel bzw. eine Östrogendominanz (wenn im Vergleich zum Progesteron der Östrogenspiegel hoch ist) kann daher das Zellwachstum in der Schilddrüse stimulieren und das Risiko für knotige Veränderungen erhöhen.

 

Hohe Östrogenspiegel können auch autoimmune Prozesse in der Schilddrüse verstärken (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow).

 

Eine Östrogendominanz kann auch eine Schilddrüsenunterfunktion begünstigen, die dann wiederum das Risiko für kalte Knoten erhöht.

 

Toxische Belastungen

 

Umweltgifte wie Schwermetalle oder Pestizide können oxidativen Stress in den Schilddrüsenzellen verursachen, was zu Fehlfunktion und Knotenbildung führen kann.

 

Entzündungen

 

Systemische Entzündungen (z. B. Rheuma, Morbus Crohn) oder chronische Schilddrüsenentzündungen können Knoten begünstigen.

 

Strahlenbelastung

 

Die Schilddrüse ist ein sehr strahlenempfindliches Organ und sollte daher auch bei Röntgenuntersuchungen gut abgeschirmt werden. Denn strahlen können die DANN in den Schilddrüsenzellen schädigen und Mutationen verursachen, die zur Bildung von Knoten oder Krebs führen können.

 

Neben Röntgenstrahlen, können auch CT-Scans oder eine Strahlentherapie bei Krebs die Schilddrüse entsprechend belasten.

 

Naturheilkundliche Maßnahmen bei Schilddrüsenknoten:

 

Mögliche naturheilkundliche Maßnahmen hängen von den entsprechenden Ursachen und der Knotenart ab.

 

Jod- und Selenstatus überprüfen lassen.

 

Vitamin D3 Spiegel bestimmen lassen

 

Werte für Zink, Eisen und Omega-3-Fettsäuren bestimmen lassen.

 

Darmgesundheit verbessern, Leaky Gut Syndrom beseitigen

 

Bei Autoimmunerkrankung den nebenbei naturheilkundlich behandeln.

 

Metabolisches Syndrom natürlich umkehren.

 

Hormonungleichgewicht regulieren

 

(In den Wechseljahren z. B. kann eine Ernährung helfen, die phytoöstrogenhaltige Lebensmittel enthält, wie Sojaprodukte und Leinsamen. Denn Phytoöstrogene besetzen die Östrogenrezeptoren, wirken aber schwächer als das echte Östrogen und können somit dessen starke Wirkung abmildern.)

 

Als pflanzliches Mittel zur Linderung einer Östrogendominanz gilt der Mönchspfeffer.

 

Zusätzlich sind Bewegung und ein gutes Stressmanagement essentiell, denn beides baut stress ab und kann sich so positiv auf den Progestronspiegel auswirken. Stress hingegen sorgt für einen sinkenden Progesteronspiegel.

 

Hier können auch Adaptogene hilfreich sein, wie Ashwagandha und Rhodiola – 2 Pflanzen, die stressresistenter machen können.

 

Wenn alles nicht hilft, bleibt noch die Anwendung bioidentischer Hormonpräparate, die jedoch verschreibungspflichtig sind, so dass Sie einen entsprechend versierten Arzt aufsuchen sollten.

 

Regelmäßig entgiften.

 

Entgiftungskuren unterstützen die körpereigenen Entgiftungsprozesse und fördern so die Ausleitung von Umweltgiften, die bekanntlich ein Risikofaktor für die Entstehung von schilddrüsenknoten darstellen.

 

Entzündungshemmend ernähren

 

Eine entzündungshemmende Ernährungs- und Lebensweise ist die beste Maßnahme, um gegen systemische Entzündungsprozesse vorzugehen, die als weiterer Risikofaktor für Knoten der Schilddrüse gelten.

 

Strahlenbelastung vermeiden

 

Ob sich Schilddrüsenknoten auch von allein wieder zurückbilden können, hängt stark von der Art des Knotens und seiner Ursache ab.

 

Bei kalten Knoten ist eine Rückbildung selten, aber möglich, z. B. wenn der Knoten durch eine Entzündung entstanden ist, die wieder behoben werden konnte.

 

Falls die Ursache ein Jodmangel war, kann eine gute Jodversorgung das Wachstum stoppen oder in sehr frühen Stadien eine Rückbildung ermöglichen.

 

Größere oder verhärtete kalte Knoten bilden sich in der Regel nicht mehr von alleine zurück und bleiben bestehen.

 

Heiße Knoten bilden sich eher nicht von allein zurück und wachsen weiter, bei sie behandelt werden, z. B. mit Operation. Radiojodtherapie soll vermieden werden.

 

Zysten:

 

Schilddrüsenzysten hingegen können sich spontan zurückbilden, besonders wenn sie kleiner als 1 cm sind und die Flüssigkeit vom Körper wieder aufgenommen wird. Komplexe oder große Zysten bleiben eher bestehen.

 

Bösartige Knoten verschwinden nicht von selbst.

 

Bei anhaltenden Wachstum der Knoten kann auch eine OP hilfreich sein.

 

Quellen:

 

Bolat H, Erdogan A. Benign nodules oft he thyroid gland and 25-hydroxy-vitamin D levels in euthyrold patients. Ann Saudi Med 2022 Mar-Apr. 42(2):83-88

 

Fang L, Ning J. Recent advances in gut microbiota and thyroid disease: pathogenesis and therapeutics in autoimmune, neoplastic, and nodular conditions. Front Cell Infet Microtiol. 2024 Dec. 24; 14:1465928

 

Konferenz über die menschliche Schilddrüse, Schilddrüse 2021, M. Kreißl, Schilddrüsenknoten und Schilddrüsenkarzinom

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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