UMWELTGIFTE MIT SELEN ENTGIFTEN
- agneskalaitzis
- vor 2 Tagen
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Selen aktiviert die körpereigenen Entgiftungsenzyme und ist direkt an der Entgiftung von Schwermetallen beteiligt. In Form von Selenhefe - einer Mischung organischer Selenverbindungen - kann das Spurenelement besonders gut entgiften.
Selen ist ein essentielles Spurenelement. Wir müssen es also in ausreichender Menge mit der Nahrung zu uns nehmen. In den USA beispielsweise sind die Böden relativ selenreich. Entsprechend gut ist die Bevölkerung mit Selen versorgt. In Europa hingegen sind die Böden und infolgedessen auch die Nahrungsmittel eher selenarm.
Während daher Menschen in den USA Blutwerte von 100 bis 180 µg Selen pro Liter Blut aufweisen können, liegen die Werte in Deutschland meist nur bei 60 bis 80 µg/l. Ein Selenmangel ist also in unseren Gefilden sehr viel wahrscheinlicher.
Selen hat jedoch so wichtige Aufgaben im Körper, dass ein Selenmangel mit weitreichenden Beschwerden einhergehen kann. So kommt es schon bei Werten von unter 50 µg/l zu einer eingeschränkten Aktivität der Glutathionperoxidasen.
Dabei handelt es sich um körpereigene Enzyme, die für die Entgiftung des Körpers zuständig sind und oxidativen Stress im Organismus reduzieren.
Je besser daher die Selenversorgung, umso besser ist der Körper vor toxischen Substanzen geschützt und umso besser kann er selbst entgiften – ein Zusammenhang, den man schon sehr lange kennt.
Wenn Sie Ihren Hausstaub untersuchen lassen möchten, um zu erkennen, wie stark der Belastungsgrad in den eigenen vier Wänden ist, können Sie dies mit einem Hausstaub-Test erledigen lassen.
Damit wird Ihr Hausstaub (oder auch Autostaub) auf Blei, cadmium, Chrom, Nickel, Quecksilbedr, Kupfer, Arsen, Zink, Zinn und Cobalt überprüft.
So einen Check können Sie hire bekommen:
Ob Cadmium, anorganisches Quecksilber, Methylquecksilber, Thallium oder teilweise auch Silber – sie alle können mit Hilfe von Selen weniger gefährlich werden.
Neben Schwermetallen gibt es natürlich noch viele weitere Gifte, die den Menschen tagtäglich belasten, wie z. B. krebserregende Chemikalien aus Abgasen, Tabakrauch (Passivrauchen), Lebensmitteln (Pestizidrückstände), Schimmelpilzen (Aflatoxine), Verpackungen und Kunststoffen etc.
Auch bei vielen dieser Gifte zeigt Selen entgiftende Wirkung und verschont den Körper daher vor den teilweise schweren Erkrankungen infolge einer chronischen Giftbelastung.
Kein Wunder gilt Selen auch als potentes Mittel für einen wirksamen Krebsschutz. Denn es gilt: Je besser man mit Selen versorgt ist, umso besser ist man auch vor Krebs geschützt. Selenmangel wird hingegen mit einem steigenden Krebsrisiko in Verbindung gebracht.
So soll das Krebsrisiko für Blasenkrebs, Lungenkrebs, Magenkrebs, Speiseröhrenkrebs und Leberkrebs bei Selenmangel um das Zwei- bis Dreifache steigen. In Sachen Schilddrüsenkrebs soll ein Selenmangel das Risiko einer Erkrankung gar um das fast Achtfache erhöhen.
Aktuelle Erkenntnisse bestätigen die entgiftende Wirkung von Selen. 2010 beispielsweise schrieben Ralston et al. von der University of North Dakotain der Fachzeitschrift Toxicology: Je höher der Selenspiegel, umso weniger gefährlich ist es, wenn man Gifte wie z. B. Methylquecksilber zu sich nimmt.
Aus der Viehhaltung ist diese Tatsache ebenfalls bekannt (und zwar schon seit den 1960er Jahren): Wenn Viehfutter wenig Selen enthält, dann führen Quecksilberbelastungen zu gravierenden Gesundheitsschäden. Sind die Tiere dagegen gut mit Selen versorgt, wirkt sich das Schwermetall nicht annähernd so schlimm aus.
Eine selenreiche Ernährung kann aber nicht nur Giftschäden durch Methylquecksilber – eine besonders giftige organische Quecksilberform – vorbeugen, sondern sogar einige der schwerwiegendsten Symptome beheben, die infolge einer Quecksilberbelastung in Erscheinung treten können.
Warum wirkt sich Quecksilber so schädlich aus? Auch das erklären die Forscher aus North Dakota in ihrem Artikel und zwar folgendermaßen:
Methylquecksilber hemmt irreversibel selenabhängige Enzyme, die Selenoenzyme. Zu diesen Enzymen gehört u. a. die weiter oben bereits erwähnte Glutathionperoxidase.
Selenoenzyme beugen im gesamten Körper oxidativen Angriffen vor, ja sie können oxidative Schäden bis zu einem gewissen Grad auch wieder reparieren. Besonders aktiv sind sie im Gehirn und in neuroendokrinem Gewebe.
Letzteres ist eine Art hormonproduzierendes Nervengewebe. Es kommt besonders im Magen-Darm-Trakt vor, aber auch in den Lungen, den Nieren, den Eierstöcken und der Haut.
Werden die Selenoenzyme in diesen empfindlichen Geweben und Organen behindert oder gar inaktiviert, kommt es verständlicherweise zu vielerlei Gesundheitsbeschwerden.
Quecksilber inaktiviert die Enzyme, indem es das Selen an sich bindet. Der zweitliebste Bindungspartner des Quecksilbers ist der Schwefel. Aber an Selen bindet sich das Quecksilber 1.000.000-mal lieber als an Schwefel.
Auf diese Weise werden die Selenoenzyme massiv beschädigt, ihre Neubildung wird verhindert und die körpereigene Entgiftung wird blockiert.
Das erklärt, warum man in Bevölkerungen, wo viel quecksilberbelasteter Fisch gegessen wird, die Ernährung aber insgesamt selenarm ist, immer wieder beobachten kann, dass sich dies negativ auf den IQ der Kinder auswirkt.
Ist die Ernährung hingegen selenreich, scheint auch der häufige Verzehr von quecksilberbelastetem Fisch nicht zu schaden. Das Selen kann hier den IQ der Kinder sogar verbessern.
Im Jahr 2012 testete man die entgiftende Wirkung von Selen in Wanshan, China, einer Region, in der die Menschen an erhöhter Quecksilberbelastung litten. 103 Freiwillige meldeten sich für die Studie. 53 von ihnen erhielten drei Monate lang täglich Selenhefe (100 µg), die übrigen 50 erhielten ein Placebopräparat (Hefe ohne Selen).
Man konnte nun beobachten, dass die Quecksilberausscheidung über den Urin in der Selengruppe stieg, während die Malondialdehydwerte im Urin sanken. Malondialdehyd ist ein wichtiger Marker für oxidativen Stress. Und da eine Quecksilberbelastung immer mit starkem oxidativen Stress einhergeht, deuten sinkende Malondialdehydwerte auf eine sinkende Quecksilberbelastung hin.
Alle diese Fakten legen nahe, dringend die eigene Selenversorgung zu optimieren, um auf diese Weise künftig viel besser vor möglichen Umweltgift- und Schwermetallbelastungen geschützt zu sein.
Kaum aber hat man sich nun dazu entschlossen, Selen einzunehmen oder selenreicher zu essen, stößt man nicht selten auf Informationen, denen zufolge Selen krebserregend sein soll. Auch heißt es manchmal, das Spurenelement könne das Diabetes-Risiko erhöhen.
Wie kommt es dazu, dass Selen mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht wird, zumal es doch auch zahlreiche Studien gibt, die das Gegenteil feststellten?
Ganz einfach: Es kommt darauf an, wie hoch der eigene Selenspiegel ist, und es kommt darauf an, ob man Selen allein zu sich nimmt oder womöglich gemeinsam mit minderwertigen (synthetischen) und viel zu hoch dosierten anderen Nahrungsergänzungen – wie die folgende klinische Studie aus 2013 zeigt:
Bei 35.000 männlichenTeilnehmern über 55 Jahre hatte sich gezeigt, dass jene Männer, die bereits einen überhöhten Selenstatus hatten (in den Zehennägeln gemessen) und Selen zusätzlich einnahmen (200 µg pro Tag), ein um 62 Prozent erhöhtes Risiko hatten, einen Prostatakrebs zu entwickeln.
Nahmen sie zusätzlich Vitamin E (400 IE, was allerdings mehr als dem 30-Fachen des Bedarfs entspricht), dann stieg das Prostatakrebsrisiko um gar 224 Prozent.
Männer aber, die einen normalen oder niedrigen Selenstatus hatten und Selen supplementierten, hatten kein erhöhtes Krebsrisiko.
Selen schadet also nur, wenn es zugeführt wird, man aber bereits viel zu hohe Selenwerte hat. Ähnlich verhält es sich auch mit anderen Mineralien. Mit Eisen beispielsweise sollte man auf keinen Fall überdurchschnittlich gut versorgt sein, da dies nicht nur dem Herz-Kreislauf-System schadet, sondern ebenfalls als ein enormes Krebsrisiko gilt.
Quellen:
Whanger PD, Selenium in the treatment of heavy metal poisoning and chemical carcinogenesis. Dezember 1992, J Trace Elem Electrolytes Health Dis
Li YF et al., Organicseleniumsupplementation increases mercury excretion and decreases oxidative damage in long-term mercury-exposed residents from Wanshan, China. Oktober 2012, Environ Sci Technol
Ralston NV et al., Dietary selenium`s protective effects against methylmercury toxicity. Toxicology. 2010 Nov 28;278(1):112-23. doi: 10.1016/j.tox.2010.06.004. Epub 2010 Jun 16
Wei J et al., The association between dietary selenium intake and diabetes: a cross-sectional study among middle-aged and older adults, Februar 2015, Nutrition Journal
Zachara BA et al., Selenium supplementation on plasma glutathione peroxidase activity in patients with end-stage chronic renal failure. Biol Trace Elem Res, Januar 2004
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Turker O et al., Seleniumtreatment in autoimmune thyroiditis: 9-month follow-up with variable doses. Juli 2006, J Endocrinol




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