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WARUM CHRONISCHE ENTZÜNDUNGEN DAS KREBSRISIKO ERHÖHEN


Entzündungen sind wichtige Prozesse im Körper. Sie gehören zum Immunsystem und helfen dabei, Infektionen zu bekämpfen und verletztes Gewebe zu reparieren. Doch auch bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Krebs spielen sie eine bedeutende Rolle. Wenn man jedoch weiß, wie sich Entzündungen hemmen lassen, kann man bereits viel gegen Krebs und viele andere Erkrankungen tun.

 

Heute wird Krebs nicht mehr nur als eine Ansammlung entarteter Zellen gesehen, sondern als ein Netzwerk verschiedener Zelltypen, die zusammen das sogenannte Tumormikromilieu (TME) bilden. Dieses TME besteht aus Krebszellen, Bindegewebszellen und Immunzellen. 

 

Sie alle gemeinsam beeinflussen die Entwicklung des Tumors – wobei auch Entzündungen immer beteiligt sin, und Vitamin D3 Mangel.

 

Allerdings gibt es unterschiedliche Entzündungsformen rund um die Krebsentstehung und -ausbreitung:

 

Einerseits kann das Immunsystem Krebszellen erkennen und mit Hilfe von entzündlichen Prozessen zerstören, was als „tumorsuppressive“ Entzündung bezeichnet wird.

 

Andererseits können entzündliche Prozesse aber auch das Wachstum von Krebs fördern, indem sie das Immunsystem daran hindern, Krebszellen anzugreifen, und eine Umgebung schaffen, die das Tumorwachstum begünstigt.

Diese „tumorfördernde“ Entzündung ist besonders gefährlich, da sie das Immunsystem dazu bringt, den Tumor zu unterstützen, anstatt ihn zu bekämpfen.


Oft sind es die Tumorzellen selbst, die diese tumorfördernden entzündlichen Prozesse einleiten, die ihr eigenes Wachstum fördert. Dazu senden die entarteten Zellen Signale aus, die bestimmte Immunzellen anlocken. Diese wiederum schütten Botenstoffe aus, die das Immunsystem täuschen und dazu bringen, die Krebszellen zu schützen.

 

Entzündliche Prozesse spielen auch eine Rolle bei der Reaktion des Körpers auf Krebstherapien, wie Chemotherapie oder Strahlentherapie.

 

Diese Behandlungen sollen Krebszellen zerstören, können aber auch eine entzündliche Reaktion auslösen – man spricht dann von therapiebedingten Entzündungen.

Diese können sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Einerseits können sie das Immunsystem aktivieren und dazu beitragen, verbleibende Krebszellen zu eliminieren (tumorsuppressive Entz.).


Andererseits können sie aber auch eine Umgebung schaffen, die das Überleben von Krebszellen fördert und zu einer Resistenz gegenüber der Therapie führt (tumorfördernde Entz.).


Auch viele Ernährungsgewohnheiten und Umweltbedingungen können entzündliche Prozesse fördern, z. B. Rauchen, zu viel Alkohol, Bewegungsmangel, Stress, Schlafmangel, Übergewicht, Wassermangel, Vitalstoffmangel, Umweltgifte und natürlich eine ungesunde Ernährung (zu viel Zucker und raffinierte Kohlenhydrate, zu viele Omega-6-Fettsäuren, Transfette, Lebensmittelzusatzstoffe, schadstoffbelastete Lebensmittel, bei Unverträglichkeiten z. B. auch Gluten und Milchprotein etc.).

 

Entzündliche Prozesse können nicht nur vorhandene Krebszellen und Tumoren fördern, sondern auch dazu beitragen, dass ein Krebs überhaupt erst entsteht. Es handelt sich dabei um chronische entzündliche Prozesse, die zu einem wichtigen Risikofaktor für Krebs zählen, was schon in den JaHREN 2005 UND 2006 IN DER ÄTZTE-ZEITIUNG UND ANDEREN FACHJOURNALE THEMATISIERT WURDE.

 

Glücklicherweise sind es jedoch nur etwa 15 bis 20 Prozent aller Krebsfälle, die auf langanhaltende entzündliche Prozesse zurückzuführen sind. Chronische entzündliche Prozesse können beispielsweise durch chronische Infektionen oder Autoimmunerkrankungen vorhanden sein.

 

Die auslösenden entzündlichen Prozesse können lange vor der eigentlichen Krebsentstehung bestehen und die betroffenen Gewebe so verändern, dass sie anfälliger für die Entwicklung von Tumoren werden.


Denn entzündliche Prozesse können Mutationen in den Zellen fördern - und zwar folgendermaßen: Entzündliche Prozesse führen zur Entstehung von freien Radikalen (reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffverbindungen), die das Erbgut schädigen und die betroffene Zelle mutieren lassen können.

Gleichzeitig fördert ein entzündliches Umfeld das Wachstum bzw. die Vermehrung der mutierten Zelle, so dass ein Tumor entstehen kann.


Bestimmte Bakterien und Viren können ebenfalls entzündliche Prozesse auslösen, z. B. manche Darmbakterien, die auf diese Weise das Risiko für Darmkrebs erhöhen.

 

Die Metastasierung, also die Ausbreitung von Krebszellen auf andere Organe, ist für die meisten krebsbedingten Todesfälle verantwortlich. Entzündliche Prozesse spielen auch hier eine Schlüsselrolle.

Sie können Krebszellen dabei helfen, sich von ihrem Ursprungsort zu lösen, in das umliegende Gewebe einzudringen und sich über das Blut- oder Lymphsystem im Körper zu verbreiten.


Zusätzlich erhöhen entzündliche Prozesse die Fähigkeit der Krebszellen, in neuen Geweben Fuß zu fassen und dort zu neuen Tumoren heranzuwachsen.

 

Wenn Entzündungen nun so eng mit der Krebsentstehung und Krebsausbreitung in Verbindung stehen, dann müsste die Hemmung entzündlicher Prozesse eine wichtige Komponente in der Prävention und Therapie von Krebserkrankungen darstellen.


Antiinflammatorische Medikamente (antiinflammatorisch = entzündungshemmend) zählen auch tatsächlich zu den häufig eingesetzten Arzneimitteln bei chronisch entzündlichen Erkrankungen. Gleichzeitig werden natürlich auch chronische Infekte intensiv bekämpft (bzw. die beteiligten Bakterien oder Viren), um die entsprechenden entzündlichen Prozesse zu lindern und so das Krebsrisiko zu senken.


Chronisch entzündliche Erkrankungen können häufig auch auf natürliche Weise therapiert und die entsprechenden entzündlichen Prozesse gehemmt und reduziert werden. Gleichzeitig muss oxidativer Stress bekämpft werden bzw. die Zellen müssen vor der schädlichen Wirkung des oxidativen Stresses geschützt werden.

 

Wie gut eine Zelle Schäden durch oxidativen Stress reparieren kann, hängt von der genetischen Ausstattung ab. Diese Kapazität ist umso schneller erschöpft, wenn Gifte und schädliche Einflüsse die Überhand gewinnen. 

 

Wichtig ist daher, die Entgiftungsorgane stets zu entlasten und zu unterstützen. Dazu zählen die Leber, die Nieren, das Lymphsystem und den Darm.

Umweltgifte aller Art sollten überdies regelmäßig ausgeleitet werden. Dabei hilft unsere Anleitung zur Entgiftung.

 

Chronische Erkrankungen gehen in den meisten Fällen mit chronisch entzündlichen Prozessen einher – ob Arteriosklerose, Rheuma, Diabetes, Asthma, Arthritis, Muskelentzündungen, Psoriasis, Hashimoto, COPD, Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen und viele andere mehr.

 

Selbst die häufig als harmlos eingeschätzte nicht-alkoholische Fettleber gilt als chronische Erkrankung, die therapiert werden sollte, da sie andernfalls das Krebsrisiko erhöht. Das Fett macht die Leber empfindlich gegen oxidativen Stress. Freie Radikale können nun leichter die Leberzellen angreifen und beschädigen. 

 

Es kommt zur krankhaften Bindegewebsvermehrung und Krebs.

 

7 Prozent der Leberkrebsfälle sind mittlerweile auf die nicht-alkoholische Fettleber zurückzuführen.

 

Quellen:

 

Greten FR, Grivennikov SI. Inflammation and Cancer: Triggers, Mechanisms, and Consequences. Immunity. 2019 Jul 16;51(1):27-41.

 

Moon DO. Curcumin in Cancer and Inflammation: An In-Depth Exploration of Molecular Interactions, Therapeutic Potentials, and the Role in Disease Management. Int J Mol Sci. 2024 Mar 2;25(5):2911.

 

Han Y, Jo H, Cho JH, Dhanasekaran DN, Song YS. Resveratrol as a Tumor-Suppressive Nutraceutical Modulating Tumor Microenvironment and Malignant Behaviors of Cancer. Int J Mol Sci. 2019 Feb 20;20(4):925.


Ärztezeitung: Wie chronische Entzündungen Krebs den Weg ebnen, 15.11.2005


Rakoff-Nahoum S. Why cancer and inflammation? Yale J Biol Med. 2006 Dec;79(3-4):123-30.

 

Huang DQ, Singal AG, Kono Y, Tan DJH, El-Serag HB, Loomba R. Changing global epidemiology of liver cancer from 2010 to 2019: NASH is the fastest growing cause of liver cancer. Cell Metab. 2022 Jul 5;34(7):969-977.e2.

 

 

 
 
 

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