WARUM NANO-PARTIKEL AUS VERPACKUNGEN UNSERER GESUNDHEIT SEHR SCHADEN
- 14. Aug.
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Nanopartikel sind zwischen 1 und 100 nm (Nanometer) gross. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von etwa 75.000 nm und ein rotes Blutkörperchen misst ungefähr 7.000 nm. Nanopartikel sind also extrem klein und verfügen daher über eine (relativ gesehen) enorm grosse Oberfläche sowie über eine höhere chemische Reaktionsfähigkeit als grössere Teile
Diese Eigenschaften führen dazu, dass Nanopartikel von der Industrie sehr vielfältig eingesetzt werden können – ob für Farben, Kosmetika, Sonnenschutzmittel, Textilien, Autos oder was auch immer. Auch in der Medizin können Nanopartikel eingesetzt werden, z. B. um Medikamente gezielt an den Zielort zu transportieren. Dies soll Therapien verträglicher machen können, z. B. Krebstherapien.
Nanopartikel können also zweifellos Vorteile haben. Nichtsdestotrotz weiss man längst, dass mit der Nanotechnologie auch Gefahren einhergehen. Etliche Wissenschaftler warnen daher vor einem allzu sorglosen Einsatz der kleinen Partikel. Sie befürchten schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen, u. a. auf den Darm.
Nanopartikel aus Zinkoxid sind in vielen verschiedenen Lebensmittel-Verpackungen enthalten. Diese Nanopartikel aber können dem Darm so schaden, dass er Schwierigkeiten hat, Nährstoffe aufzunehmen!
Gerade weil Nanopartikel so winzig sind, ist es für sie ein Leichtes, in jeden Winkel unseres Körpers zu gelangen. Ja, sie können problemlos die Zellmembranen durchdringen und dort die Funktionsfähigkeit der jeweiligen Zelle beeinträchtigen. Nach wie vor weiss man viel zu wenig darüber, was Nanopartikel in komplexen Organismen anrichten können.
Forscher der Binghamton University in New York untersuchten die Wirkung von Zinkoxid-Nanopartikeln auf den Menschen, wenn die Partikel in Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden. Veröffentlicht wurde die Studie im Journal Food and Function im April 2018.
Zinkoxid-Nanopartikel verfügen über antimikrobielle Eigenschaften und werden gerne in Verpackungen von Mais, Spargel, Thunfisch und Geflügelprodukten eingesetzt. Bei manchen eingedosten Lebensmitteln könnten sich durch den Kontakt mit der Dose schwarze Verfärbungen entwickeln, was durch Zinkoxid verhindert wird, so dass die Lebensmittel immer gleichbleibend frisch und farbenfroh aussehen.
Das Forscherteam rund um Gretchen Mahler, Professorin für Bioingenieurwissenschaften, überprüfte nun insbesondere den Einfluss der Nanopartikel aus diesen Verpackungen auf das Verdauungssystem des Menschen.
Mit Hilfe der Massenspektrometrie konnten sie zunächst feststellen, wie viele Zinkoxidpartikel sich aus der Verpackung lösen und in das Lebensmittel übergehen.
Es zeigte sich, dass die Zinkmenge in den entsprechenden Lebensmitteln hundertfach höher war als die empfohlene Tagesdosis an Zink.
In früheren Studien hatte man bereits die Auswirkung von Nanopartikeln auf die Zellen der Darmschleimhaut untersucht. Doch kamen damals sehr hohe Nanopartikelmengen zum Einsatz, mit denen man im realen Leben dann wohl doch nicht in Berührung kommt und die dann auch direkt einen Zelltod zur Folge hatten.
Mahler hingegen ging in ihrer Studie anders vor. Sie erklärt:
„Wir wollten die subtilen Wirkungen bei Dosierungen herausfinden, mit denen man tatsächlich in Kontakt kommt, wenn man entsprechend verpackte Lebensmittel isst.“
Es zeigte sich, dass die Zinkoxid-Nanopartikel in diesen üblichen Mengen die Darmschleimhaut so beeinträchtigen, dass die Art und Weise, wie sie Nährstoffe aus dem Nahrungsbrei aufnimmt, verändert war.
Die Nanopartikel bedeckten den Bürstensaum (Mikrovilli) der Darmschleimhaut. Mikrovilli sind winzige fingerförmige Ausstülpungen der Darmschleimhautzellen, die der Oberflächenvergrösserung und somit einer optimalen Nährstoffresorption dienen.
Werden die Mikrovilli jedoch von Nanopartikeln bedeckt, dann kann an diesen Stellen keine Nährstoffresorption stattfinden. Zinkoxid-Nanopartikel reduzieren also die Fähigkeit des Darms zur Nährstoffresorption.
Auch können durch Nanopartikel entzündungsfördernde Prozesse aktiviert werden, was wiederum zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut ( Leaky Gut Syndrom ) führen könnte. In diesem Fall können auch Stoffe in die Blutbahn gelangen, die dort gar nicht hingehören, aber aufgrund der löchrigen Darmschleimhaut diese plötzlich gut passieren können. Ein Leaky Gut Syndrom ist häufig der Anfang von Allergien oder Autoimmunerkrankungen und sollte tunlichst vermieden werden.
Eine gestörte Darmflora steht am Beginn vieler chronischer Krankheiten
Die beste Massnahme, um Nanopartikel aus Verpackungen zu vermeiden, ist natürlich, generell weniger verpackte Lebensmittel zu kaufen und auf Konservendosen ganz zu verzichten. Greifen Sie lieber zu frischem Obst und Gemüse vom Markt, Bioladen oder vom Bio-Bauern. In vielen Bio-Supermärkten kann man sich überdies Pasta, Getreide, Gewürze, Hülsenfrüchte etc. in selbst mitgebrachte Behältnisse abfüllen, so dass man auch bei diesen Lebensmitteln Verpackungen meiden könnte.
Auch Titandioxid ist ein Nanopartikel und weit verbreitet. Wir berichten am Ende dieser Seite über seine Einsatzmöglichkeiten und die Gesundheitsrisiken, die mit Titandioxid in Verbindung gebracht werden: Titandioxid – Ein Stoff, den Sie meiden sollten.
Die Literatur zeigt, dass anorganische Nanopartikel (NPs) nicht nur Immunstörungen im Darm hervorrufen, sondern auch einen moderaten bis starken Einfluss auf die Zusammensetzung und Aktivität der intestinalen Mikrobiota ausüben.
Dabei zeichnet sich ein wiederkehrendes Muster ab, das die Besiedlung des Darms durch pathobionte auf Kosten nützlicher Bakterienstämme begünstigt, wie es bei entzündlichen Darmerkrankungen, kolorektalem Karzinom und Fettlebigkeit, Hashimoto und vielem mehr beobachtet wird.
Quellen:
Newman T, Nanoparticles in food packaging may disrupt gut function, 12. April 2018, Medical News Today
Mahler G et al., ZnO nanoparticles affect intestinal function in an in vitro model, Food; Function, 2018
Chu W., Gut health study recalled after zinc levels in tuna miscalculated, 2. Mai 2018
Lamas et al: Impacts of foodborne inorganic nanoparticles on the gut microbiota-immune axis: potential consequences for host health 2020



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