WIE EINE GESUNDE ERNÄHRUNG DIE KINDERPSYCHE STABILISIERT
- agneskalaitzis
- 30. Juli 2025
- 3 Min. Lesezeit

Eine gesunde Ernährung steht derzeit insbesondere im Zusammenhang mit der Kindergesundheit im Fokus der Wissenschaft. Denn Kinder werden immer dicker, und die Ernährung zählt zu den wichtigsten Ursachen des kindlichen Übergewichts.
Wer nun jedoch übergewichtig ist, leidet nicht nur unter dem Gewicht an sich. Oft haben übergewichtige Kinder ein nur geringes Selbstwertgefühl und ein negatives Körperbild. Auch leiden sie eher unter Depressionen als Normalgewichtige.
In einer Studie, die Mitte Dezember 2017 im Fachjournal BMC public Health veröffentlicht wurde, zeigte sich, dass die genannten psychischen Probleme geringer waren, wenn die Kinder eine gesunde Ernährung erhielten – und zwar unabhängig davon, ob sie nun übergewichtig waren oder nicht.
Ein Team der Sahlgrenska Academy der University of Gouthenburg in Schweden nutzte für diese untersuchung die Daten einer großen prospektiven Kohortenstudie, der Identificatin and Prevention of Dietary-and Lifestyle-Induced Health Effects in Childern and Infants Sutdy.
Teilnehmer waren 7.675 Kinder zw. 2 und 9 Jahre aus 8 europäischen Ländern.
Die Forscher untersuchten nun die Ernährung der Kinder über einen Zeitraum von 2 bis 3 Jahren. Sie schauten außerdem nach dem Selbstwertgefühl der Kinder, nach möglichen seelischen Problemen und dem Verhältnis zu den Eltern und Gleichaltrigen.
Studienautorin Dr. Louise Arvidsson erklärte:
„Wir stellten fest, dass es Kindern psychisch umso besser geht, je gesünder sie essen. Sie haben weniger emotionale Probleme, gesündere Beziehungen zu anderen Kindern und ein höheres Selbstwertgefühl. Eine gesunde Ernährung kann also ganz offensichtlich das psychische Wohlbefinden von Kindern verbessern“.
Interessant war dabei, dass die Ernährung das psychische Wohlbefinden von Kindern völlig unabhängig vom Gewicht und dem jeweiligen sozioökonomischen Status beeinflusste. Die Ernährung konnte die Psyche der Kinder also auch dann positiv beeinflussen, wenn ihre Eltern weniger wohlhabend oder nicht so gebildet waren.
Ganz konkret sahen die Ergebnisse der Studie folgendermaßen aus: Wenn Kinder viel Obst und Gemüse zu sich nahmen (400 bis 500 g pro Tag) verfügten sie über eine ausgeglichene Psyche, hattenien hohes Selbstwertgefühl und gesunde Beziehungen zu den Eltern und Gleichaltrigen.
Wurden häufig Vollkornprodukte verzehrt, kamen die jeweiligen Kinder besser mit ihren Kameradenzurecht als Kinder, die eher Weißmehlprodukte konsumierten. Wenn Kinder gerne Fisch aßen (2 – 3 Mal wöchentlich) hatten sie ein besseres Selbstwertgefühl und keine Probleme mit Gleichaltrigen.
Der Zusammenhang war außerdem in beide Richtungen zu beobachten:
Kinder, die psychisch ausgeglichen waren, aßen gerne Früchte.
Je höher ferner ihr Selbstwertgefühl war, umso weniger Zucker aßen sie.
Selbst direkt in der Studie war der Unterschied zu erkennen, da die Kinder, die sich ungesund ernährten, häufiger die Studie abbrachen als die gesund essenden Kinder.
Wurde ferner die Ernährung im Laufe von 3 Jahren immer weiter optimiert und gesünder gestaltet, verbesserte sich auch das psychische Wohlbefinden der Kinder. Wie schon andere Forscher vermutet hatten, ist es also tatsächlich so, dass die Emotionen die Ernährung beeinflussen und umgekehrt die Ernährung die Emotionen reguliert.
Ganz so neu ist der Ansatz nicht. Denn man weiß längst, dass z. B. eine Ernährung, die reich an Zucker und ungesunden Fetten ist, die Intelligenz von Kindern senkt, dass eine ungesunde Ernährung das ADHS-Risiko erhöht und dass ADHS umso stärker ausgeprägt ist, je eher das jeweilige Kind an Nährstoffmängeln leidet und sich ungesund ernährt.
Auch bei erwachsenen liegen bereits Studien vor, die zeigen, wie gut die Ernährung Depressionen bis hin zur Schizophrenie beeinflussen kann.
Quellen:
Newman T, Diet ist he kea to kids health and happiness, Medical Newas Today, 23.12.2017
Arvidsson L, Lissner L, et al, Bidirectional associations between psychosocial well-being and adherence to healthy dietary guidelines in European children: prospective findlings from the IDEFICS study, BMC Public Health, 14. 12.2017
Macht M, How emotions affect eating: A five-way model, appetite, Januar 2008
Rankin J, Baker JS, et al, Psychological consequences of childhood obesity: psychiatric comorbidity and prebvention, Adolesc Health Med Ther, Nov 2016




Kommentare