SEHR WICHTIGE FUNKTIONEN, DANN DER BEDARF UND VORKOMMEN VON VITAMIN B6
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Vitamin B6 ist ein wahrer Alleskönner. Es spielt eine entscheidende Rolle in einer Vielzahl von lebenswichtigen Funktionen im Körper.
Vitamin B6 ist ein wasserlösliches Vitamin, das in drei natürlichen Formen (Pyridoxal, Pyridoxin und Pyridoxamin) in Lebensmitteln vorkommt.
Das wichtigste ist Pyridoxal.
Die natürlich vorkommenden Formen von Vitamin B6 sind inaktiv, also im menschlichen Körper nicht wirksam. Bevor Vitamin B6 seine Wirksamkeit entfaltet, muss es daher in seine aktive Form überführt warden.
Die in der Nahrung vorkommenden inaktiven Formen werden über den Darm aufgenommen. Die Aktivierung findet hauptsächlich in der Leber statt. Zur Aktivierung wird eine Phosphat-Gruppe an die Position 5 im Molekül gebunden. Die aktivierte Form bezeichnet man daher im Fall von Pyridoxal: Pyridoxal-5-Phosphat.
Für die Aktivierung von Vitamin B6 sind Vitamin B2, Magnesium und Zink erforderlich.
Vitamin B6 ist an zahlreichen Aufgaben im menschlichen Körper beteiligt:
Unverzichtbar für das Immunsystem
Auch für ein fittes Immunsystem ist B6 wichtig, z. B. für die Bildung von Antikörpern sowie für die korrekte Funktion von Abwehrzellen, z. B. den T-Helferzellen und den Natürlichen Killerzellen. Das Vitamin reguliert überdies Entzündungsprozesse und fördert die Bildung von Zytokinen (Botenstoffen).
Vitamin B6 für das Nervensysem
Vitamin B6 ist wichtig für die Produktion von Botenstoffen im Gehirn, darunter Serotonin, das unsere Stimmung hebt, aber auch Melatonin, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Ein Mangel kann daher zu schlechter Stimmung, Schlafstörungen und erhöhter Stressanfälligkeit führen.
Melatonin schützt außerdem das Nervensystem vor schädlichen freien Radikalen. Ist der Melatoninspiegel durch einen B6-Mangel zu niedrig, steigt das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson.
Auch der beruhigende Nervenbotenstoff GABA ist von Vitamin B6 abhängig. GABA hilft, Stress zu regulieren und Reize zu filtern..
Ein Mangel an GABA führt zu einer stärkeren Wahrnehmung von äußeren und inneren Reizen (z. B. Krankheitssymptomen).
Vitamin B6 und andere B-Vitamine sind außerdem erforderlich für die Bildung und Erhaltung der Myelinscheiden der Nervenzellen.
Die Myelinscheiden sind die Hüllmembranen der Nervenzellen und ermöglichen eine effiziente Signalweiterleitung. Folgen einer geschädigten Myelinscheide können u. a. muskuläre Schwäche und Gefühlsstörungen sein.
Bildung von Sexualhormonen, Cortisol und Schilddrüsenhormonen
Vitamin B6 wirkt als Coenzym bei enzymatischen Prozessen, die für die Synthese und Regulation von Hormonen essenziell sind. Es unterstützt die Bildung von Sexualhormonen (z. B. Östrogen, Testosteron) und fördert die Produktion von Cortisol in den Nebennieren zur Stressbewältigung.
Auch trägt B6 zur Umwandlung von Schilddrüsenhormonen (T4 in das aktive T3) bei, wodurch wiederum der Energiehaushalt reguliert wird.
Bildung von Zellmembranen
Vitamin B6 spielt eine wichtige Rolle bei der Synthese von Phospholipiden, den Hauptbestandteilen der Zellmembranen. Damit trägt es zur Stabilität und Funktionalität der Zellhülle bei
Abbau von Histamin
Vitamin B6 ist als Coenzym für das Enzym Diaminoxidase (DAO) unentbehrlich. DAO wiederum ist für den Abbau von Histamin im Körper verantwortlich.
Wird Histamin nicht abgebaut, dann würde es sich im Körper anreichern und Beschwerden eines Histaminüberschusses verursachen, z. B. Kopfschmerzen, Hautrötungen, Juckreiz, Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel, Herzrasen oder Atemwegsprobleme.
Ein dauerhaft erhöhter Histaminspiegel kann zudem entzündliche Prozesse im Körper verstärken und das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen.
Schutz der DNA
Vitamin B6 hilft dabei, bestimmte Stoffwechselprozesse im Körper zu steuern, die wichtig für den Schutz der Erbsubstanz (DNA) sind. Es sorgt dafür, dass wichtige chemische Verbindungen für die DNA-Methylierung bereitgestellt werden.
Dieser Vorgang hilft, die DNA stabil zu halten, steuert, welche Gene aktiv sind, und kann so Zellschäden sowie das Risiko für Krankheiten wie Krebs verringern:
Wichtig für sehr viele Enzyme
Mehr als 100 Reaktionen in unserem Stoffwechsel sind von Vitamin B6 abhängig. Das Vitamin wirkt dabei als Cofaktor für zahlreiche verschiedene Enzyme. Cofaktoren sind Hilfsstoffe, ohne die ein Enzym nicht arbeiten kann. Mangelt es an Cofaktoren, so arbeitet das betroffene Enzym nur eingeschränkt und es kommt zu weitreichenden Störungen im Organismus
Erforderlich für den Proteinstoffwechsel
Vitamin B6 ist als Cofaktor nicht nur für Enzyme, sondern auch für viele anderen Proteine sowie für Aminosäuren wichtig.
Nachfolgend einige Beispiele, inwiefern Vitamin B6 im Proteinstoffwechsel aktiv ist:
Wichtig für die Glutathionbildung
Ein Vitamin-B6-Mangel kann beispielsweise zu einem Mangel an den Aminosäuren Glutamin und Cystein führen. Diese sind relevant für die Bildung von Glutathion, einem wichtigen Antioxidans, das in jeder Körperzelle vorhanden ist und den Körper vor freien Radikalen schützt. In der Leber ist Glutathion zudem an zentralen Entgiftungsvorgängen beteiligt
Wichtig für die Taurinbildung
Auch die Bildung der Aminosulfonsäure Taurin aus den Aminosäuren Cystein und Methionin ist von Vitamin B6 abhängig. Taurin ist wichtig für den Energiestoffwechsel, die Entgiftung, die Bildung der Gallenflüssigkeit, schützt das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem. Taurin kann zudem Alterungsprozesse verlangsamen.
Wichtig für Abbau von Homocystein
Vitamin B6 ist gemeinsam mit weiteren B-Vitaminen (Folsäure und Vitamin B12) wichtig für den Abbau des schädlichen Homocysteins, das beim Abbau von Aminosäuren entsteht und normalerweise vom Körper schnell wieder abgebaut wird.
Fehlt B6 oder ein anderes der genannten B-Vitamine, kommt es zu einem erhöhten Homocysteinspiegel. Dies ist ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose), Herzinfarkt und Schlaganfall. Aber auch die Entstehung von Alzheimer, Depressionen, Augenerkrankungen (Makuladegeneration) sowie das Auftreten von Komplikationen in der Schwangerschaft werden durch einen erhöhten Spiegel an Homoxystein begünstigt.
Wichtig für die Entgiftung von Ammoniak
Ammoniak entsteht im Körper beim Abbau von Eiweiß. Die Leber wandelt den giftigen Ammoniak in ungiftigen Harnstoff um, der dann über die Nieren ausgeschieden werden kann.
Vitamin B6 unterstützt diesen Prozess. Ein B6-Mangel kann dazu führen, dass sich Ammoniak im Körper anreichert und das Nervensystem schädigt. (Nicht nur B6, auch Mangan und Zink sind für die Ammoniak-Entgiftung wichtig)
Energiebereitstellung
Vitamin B6 ist essenziell für die Energiegewinnung, da es den Abbau von Kohlenhydraten unterstützt und an der Gluconeogenese, der körpereigenen Zuckerproduktion, beteiligt ist. Letztere ist besonders wichtig für Nervenzellen und rote Blutkörperchen, die auf Glukose als einzige Energiequelle angewiesen sind.
Ein B6-Mangel kann die Zuckerneubildung verlangsamen und zu Unterzuckerung (Hypoglykämie), Heißhunger, Schwäche und Konzentrationsproblemen führen. Zudem ist Vitamin B6 notwendig, um Glykogen, den Energiespeicher in den Muskeln, abzubauen. Fehlt das Vitamin, kann dies zu schneller Ermüdung bei körperlicher Anstrengung führen.
Vitamin B6 fördert zudem die Insulinsensitivität des Gewe bes und wirkt so der Entstehung von Diabetes mellitus entgegen.
Salzsäureproduktion im Magen
Vitamin B6 ist auch an der Bildung von Gastrin beteiligt, dem Hormon, das die Salzsäureproduktion im Magen anregt. Ein Salzsäuremangel verschlechtert die Proteinverdauung im Magen und reduziert die Zersetzbarkeit von schwer verdaulichen Nahrungsbestandteilen.
Weiterhin kommt es bei einem Salzsäuremangel zu einer verminderten Ausschüttung von Gallenflüssigkeit und Bauchspeicheldrüsensekret, wodurch auch insgesamt die Verdauung verschlechtert wird.
Durch unverdaute Nahrungsbestandteile im Dünndarm können Schleimhautentzündungen und Unverträglichkeiten ausgelöst werden. Zudem ist bei einem Salzsäuremangel die Abwehr gegenüber mit der Nahrung aufgenommenen Bakterien und Viren reduziert.
Bildung von Häm
Häm ist ein entscheidender Bestandteil des roten Blutfarbstoffs, des Hämoglobins. Es ist somit sehr wichtig für den Sauerstofftransport im Körper. Auch der rote Muskelfarbstoff (Myoglobin) und zahlreiche Enzyme enthalten Häm.
Vitamin B6 ist an der Häm-Bildung beteiligt, so dass es bei einem B6-Mangel zu einem Sauerstoffmangel kommen kann.
Es gibt aber auch Häm-haltige Enzyme, die bei B6-Mangel nicht mehr in ausreichender Menge gebildet werden können. Diese Enzyme sind wiederum an der Bildung von Hormonen wie den Sexualhormonen, Cortisol und den Schilddrüsenhormonen beteiligt, so dass es bei einem B6-Mangel auch in diesen Bereichen zu Problemen kommen kann.
Schutz vor Krebs
In Studien zeigte Vitamin B6 eine prophylaktische Wirkung gegenüber der Entstehung verschiedener Krebsarten, insbesondere von Tumoren im
Bereich des Magendarmtrakts.
Eine Auswertung von vier Studien zeigte, dass das Risiko für die Entstehung von Dickdarmkrebs bei einem Anstieg der Vitamin-B6-Konzentration im Blut um 100 pmol/ml (Picomol pro Milliliter) jeweils um 49 % sinkt.
Die Normwerte für die Konzentration des Vitamins im Blut werden je nach Quelle unterschiedlich angegeben. Das Doc Medicus Gesundheitslexikon gibt beispielsweise einen Referenzbereich von 32,8 bis 102,5 nmol/l (Nanomol pro Liter) an.
Das Labor Biovis setzt den präventivmedizinischen Bereich von 59,8 bis 261,4 nmol/l an und damit deutlich höher als viele andere Labore.
Zum Vergleich: 100 pmol/ml sind umgerechnet 100 nmol/l. Würde man also z. B. seinen B6-Wert von 60 nmol/l auf 260 nmol/l steigern, so würde sich das Risiko für Dickdarmkrebs um etwa 75 % reduzieren
Symptome eines Mangels
Viele Symptome und Folgeerkrankungen eines Vitamin-B6-Mangels haben Sie bereits in den Abschnitten über die vielfältigen Funktionen von Vitamin B6 erfahren. Hier erhalten Sie nochmals eine kurze Übersicht der häufigsten Symptome
Depressionen und angstzustände
Vitamin B6 spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von Neurotransmittern wie Serotonin und GABA. Diese sind für die Regulierung von Stimmung und Angst verantwortlich. Ein Mangel an Vitamin B6 kann zu einer Störung dieser Prozesse führen, was depressive Symptome und Angstzustände verstärken kann
Erhöhte Reizbarkeit
Ein Mangel an Vitamin B6 kann die Produktion von Neurotransmittern beeinträchtigen, die für die Stimmungsregulierung wichtig sind, wie Serotonin und GABA. Dies kann zu erhöhter Reizbarkeit und emotionaler Instabilität führen
Gefühl der Überforderung, Stressanfälligkeit
Vitamin B6 ist unentbehrlich für die Synthese von Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin und GABA. Diese regulieren die Stressbewältigung und die emotionale Stabilität. Ein Mangel führt zu einem Ungleichgewicht dieser Botenstoffe, was die Stressanfälligkeit erhöht und zu Reizbarkeit oder Angstzuständen führen kann.
Schlaflosigkeit
Vitamin B6 ist wichtig für die Produktion von Serotonin, das wiederum in Melatonin umgewandelt wird, ein Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Ein Mangel an Vitamin B6 kann daher die Melatoninproduktion verringern und zu Schlaflosigkeit führen.
Vitamin B6 ist unentbehrlich für die Bildung von Hämoglobin, dem Protein der roten Blutkörperchen, das Sauerstoff transportiert. Ein Mangel an Vitamin B6 kann die Hämoglobinproduktion vermindern, was zu einer mikrozytären oder hypochromen Anämie führt, die durch Müdigkeit, Schwäche und Blässe gekennzeichnet ist.
Muskelabbau
Vitamin B6 spielt eine zentrale Rolle im Eiweißstoffwechsel und ist notwendig, um Aminosäuren zu synthetisieren und abzubauen. Ein Mangel kann die Proteinsynthese in der Muskulatur beeinträchtigen und zu einem verstärkten Muskelabbau führen, da der Körper Muskelprotein zur Energiegewinnung abbaut.
Energielosigkeit, schnelle Erschöpfung
Vitamin B6 ist durch seine Beteiligung an der Umwandlung von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen in nutzbare Energie für den Energiestoffwechsel unentbehrlich. Ein Mangel führt zu einer ineffizienten Energiegewinnung. Die Folgen sind rasche Erschöpfung, Muskelschwäche und allgemeine Antriebslosigkeit
Gefühlsstörungen, Muskelzuckungen, Krämpfe
Vitamin B6 ist wichtig für die Funktion des Nervensystems. Es ist an der Synthese von Neurotransmittern wie GABA, Serotonin und Dopamin beteiligt. Ein Mangel kann zu einer gestörten Reizweiterleitung der Nerven und damit zu Gefühlsstörungen, Muskelzuckungen und Krämpfen führen.
Eingeschränkte Immunabwehr, Infektanfälligkeit
Für die Produktion und Funktion von weißen Blutkörperchen und Antikörpern, die eine zentrale Rolle bei der Immunabwehr spielen, ist Vitamin B6 unentbehrlich. Ein Mangel kann die Bildung dieser Immunzellen vermindern und die Immunantwort schwächen
Allergien, Autoimmunerkrankungen
Vitamin B6 ist wichtig für die Regulierung des Immunsystems. Es sorgt für ein Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Prozessen. Ein Mangel kann zu einer Fehlsteuerung der Immunantwort führen. Dadurch steigt das Risiko für überschießende Reaktionen wie Allergien und Autoimmunerkrankungen, da das Immunsystem körpereigene Zellen angreifen kann
Verdauungsbeschwerden, Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Ein Mangel kann zu einer Beeinträchtigung der Produktion von Verdauungsenzymen führen, was Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung zur Folge haben kann, sowie zu einer Schwächung der Darmbarriere, wodurch Nahrungsmittelunverträglichkeiten begünstigt werden
Hautirritationen, Risse an den Mundwinkeln
Vitamin B6 ist wichtig, um Hautproteine zu bilden und die Hautzellen zu regenerieren. Ein Mangel kann durch erhöhte Hautempfindlichkeit und gestörte Wundheilung zu trockener, entzündeter Haut, Hautausschlägen und rissigen Mundwinkeln (Cheilitis) führen
Lichtempfindlichkeit
Ein Mangel kann zu einer gestörten Signalübertragung in den Sehnerven und einer erhöhten Empfindlichkeit der Netzhaut führen, was eine verstärkte Lichtempfindlichkeit verursacht
Um einschätzen zu können, wie die eigene Versorgung mit dem Vitalstoff ist und ob man Nahrungsergänzungsmittel einnehmen sollte, empfiehlt sich eine Blutuntersuchung – besonders wenn Symptome vorliegen, die auf einen Mangel hinweisen könnten.
Wichtig ist, dass dabei der Wert für die aktive Form von Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat) gemessen wird, denn nur so kann eine Aussage über die tatsächliche Versorgung des Körpers mit wirksamem B6 getroffen werden.
Ein Mangel an Vitaminen und anderen Mikronährstoffen ist in der heutigen Zeit sehr häufig.
Vitamin-B6-Mangel insbesondere bei Frauen häufig
Verschiedene Studien haben die Häufigkeit eines B6-Mangels in der Bevölkerung untersucht. Dabei wurde die Konzentration des aktiven Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat) im Blut gemessen. Als Mangel wurde ein Wert von unter 20 nmol/l definiert
In einer Studie wiesen über 40 % der jungen erwachsenen Frauen einen Vitamin B6 Mangel auf.
Unabhängig von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln waren die Werte von Frauen im gebärfähigen Alter deutlich niedriger als die von Männern in vergleichbarem Alter. Außerdem zeigte sich, dass die meisten Anwenderinnen oraler Verhütungsmittel von einem Mangel betroffen waren.
Der präventivmedizinische Referenzbereich beginnt etwa bei 60 nmol/l. Die in den Studien angesetzten 20 nmol/l sind also aus präventivmedizinischer Sicht ein extrem niedriger Wert. Würde man 60 nmol/l als Grenze verwenden, so würde entsprechend ein Großteil der Menschen als unzureichend versorgt gelten.
Wie Sie in dem Abschnitt über den Schutz vor Krebs gesehen haben, sind höhere Plasmawerte mit gesundheitlichen Benefits verbunden. So ist das nicht nur für Vitamin B6, sondern für viele Mikronährstoffe. Aus diesem Grund sollte man sich nicht von zu niedrig angesetzten Referenzbereichen täuschen lassen.
Bei Überdosierungen des Vitalstoffs über einen längeren Zeitraum können neuronale Störungen (z. B. Muskelschwäche, Kribbeln in Händen und Füßen, Taubheitsgefühle) auftreten, die nach Absetzen des Präparats wieder verschwinden.
Ganzheitlich arbeitende Ärzte und Heilpraktiker sehen nur ein geringes Risiko einer Überdosierung von B-Vitaminen. Viel größer sind die gesundheitlichen Risiken, die aus einer Unterversorgung mit Vitaminen und anderen Mikronährstoffen resultieren. So ist, wie im vorigen Abschnitt erklärt, ein Großteil der Bevölkerung von einem Vitaminmangel (und weiteren Mängeln an Vitalstoffen) betroffen
Vitamin B6 kommt sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln vor. Die höchsten Gehalte in Bezug auf eine Portionsgröße sind jedoch in tierischen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch und Innereien zu finden.
Die Art und Weise der Lebensmittelzubereitung kann einen erheblichen Einfluss auf den Gehalt an Vitamin B6 in Lebensmitteln haben. Das Vitamin ist empfindlich gegenüber hohen Temperaturen und kann zudem durch umgebendes Wasser aus dem Lebensmittel herausgelöst werden.
DurchschnittlicheVerluste durch die Lebensmittelzubereitung bewegen sich 9m Bereich von 30 bis 40 %, können aber insbesondere bei Lebensmitteln mit großen Oberflächen und langen Garzeiten auch größer sein.
Bei Personen, die z. B. von einem Zinkmangel oder einem Vitamin-B2-Mangel betroffen sind, unter einer geschwächten Leber leiden oder von HPU betroffen sind, ist die Aktivierung von Vitamin B6 eingeschränkt. Diese Personen sollten auf eine aktive Vitaminform (Pyridoxal-5-Phosphat) zurückgreifen. Die Einnahme der inaktiven Form kann hier den Mangel häufig nicht beheben.
Die meisten Personen sind, wie oben erläutert, von einem generellen Mikronährstoffmangel betroffen. Entsprechend bringt es wenig, nur ein einzelnes Vitamin zu supplementieren. An einer einzelnen Stoffwechselreaktion sind oft viele verschiedene Mikronährstoffe als Cofaktoren beteiligt.
Es ist also wichtig, dass dem Körper alle diese Stoffe zur Verfügung stehen. Einen einzelnen Vitalstoff zu supplementieren und den Rest zu vernachlässigen bringt wenig.
Gerade bei den B-Vitaminen ist es empfehlenswert, nicht eines allein einzunehmen, sondern den gesamten B-Komplex.
Da Vitamin B6 für die Herstellung von Serotonin wichtig ist, wird es am besten morgens nach dem Aufwachen eingenommen. Wir schlafen besser und träumen am besten, wenn unser Serotoninspiegel niedrig ist. Andererseits profitieren wir bei Einnahme am Morgen von einem Serotoninschub während des Tages.
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