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VERDAUUNGSBESCHWERDEN BEHEBEN - DIE URSACHE FINDEN UND GEZIELT ANGEHEN

vor 13 Stunden
6 Min. Lesezeit

Viele Menschen leiden an Verdauungsproblemen, die ganz unterschiedliche Ursachen haben können. Um die passende Therapie zu wählen, ist es wichtig, zunächst jene Ursache zu finden, die beim einzelnen Betroffenen auch tatsächlich vorliegt. Werden hingegen nur symptomatisch wirksame Arzneimittel eingenommen, kommt es oft nur vorübergehend zu einer Linderung

 

Verdauungsprobleme können die Folge von Lebensmittelintoleranzen, also Lebensmittelunverträglichkeiten sein, z. B. einer Laktoseintoleranz, Glutenintoleranz, Histaminintoleranz oder einer Fructoseintoleranz. Die Symptome dieser Intoleranzen reichen von Unwohlsein, Magenschmerzen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung bis hin zu Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Stimmungsschwankungen.

 

Gerade Blähungen und chronische Verstopfung oder chronischer Durchfall sind häufige Verdauungsprobleme mit ganz unterschiedlicher Ursache. 

 

Verdauungsprobleme können die Folge einer Fructoseintoleranz sein. Diese äussert sich nach dem Verzehr von Früchten und anderen fructosehaltigen Lebensmitteln mit Bauchschmerzen und Durchfall. Eine Fructoseintoleranz kann man mithilfe eines Atemtests nachweisen.

 

Eine Laktoseintoleranz führt ebenfalls zu Verdauungsproblemen, wie Durchfällen, Blähungen und Bauchkrämpfen - und zwar nach dem Verzehr von Milch und fast allen Milchprodukten. Die Laktoseintoleranz kann genau wie die Fructoseintoleranz über einen Atemtest nachgewiesen werden. 

 

Eine Histaminintoleranz kann neben anderen Symptomen wie Fliessschnupfen, Kopfschmerzen, Juckreiz, geletentlich Schüttelfrost, Herzklopfen und Atemnot ebenfalls zu Verdauungsproblemen führen, etwa zu Durchfall und Blähungen - meist nach dem Genuss von Wein, Sekt, Bier, reifem Käse, Sauerkraut, Rohwurst, Schokolade und Tomatenprodukten.

 

Bei einer Histaminintoleranz können allerdings auch manche Früchte zu diesen Symptomen führen, z. B. Erdbeeren, Ananas, Zitrusfrüchte und Kiwi. Sie gehören zu den so genannten Histaminliberatoren, was bedeutet, dass sie zwar kein Histamin enthalten, aber im Körper die Freisetzung von Histamin fördern. Die Histaminintoleranz kann über einen Bluttest nachgewiesen warden.

 

Eine Glutenintoleranz zeichnet sich dadurch aus, dass der Betroffene das Gluten, ein Protein in Getreide nicht verträgt und darauf mit Verdauungsproblemen, wie Durchfall, Blähungen, Völlegefühlen reagiert, manchmal auch mit Erbrechen, Appetitlosigkeit und Benommenheit.

 

Eine Glutenintoleranz kann nur dann über Stuhl- und Bluttests sowie über eine Dünndarmspiegelung bzw. Biopsie diagnostiziert werden, wenn es sich um eine Zöliakie handelt. Diese ist jedoch eher selten.

 

Die Glutensensitivität ist hingegen deutlich häufiger und lässt sich durch die typischen Zöliakie-Tests nicht nachweisen. Stattdessen bessern sich die Symptome (einschliesslich der Verdauungsprobleme) einfach dann, wenn man kein Gluten mehr isst. Bei einschlägigen Symptomen ist eine glutenfreie Ernährung daher eine gute Idee, um herauszufinden, ob in diesem Bereich ein Problem liegen könnte.

 

Eine Sorbitintoleranz beschreibt eine Empfindlichkeit gegenüber des Zuckeraustauschstoffes Sorbit, der in zuckerfreien Kaugummis, in vielen Light-Produkten, Lutschpastillen, in Zahncreme, aber auch in manchen Früchten enthalten ist, wie z. B. in Birnen, Pfirsichen, Aprikosen, Äpfeln, Pflaumen und in Trockenfrüchten.

 

Ab einer bestimmten Menge Sorbit reagiert jeder Mensch mit Verdauungsproblemen, wie Blähungen und Durchfall. Sorbitintolerante reagieren allerdings schon bei sehr kleinen Mengen mit den genannten Symptomen. Auch die Sorbitintoleranz kann wie die Fructoseintoleranz über einen Atemtest nachgewiesen werden.

 

Neben Nahrungsmittelunverträglichkeiten kann auch ein kranker Magen zu Verdauungsproblemen führen, z. B. eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung). Häufig wird das Bakterium Helicobacter pylori für Magenschleimhautentzündungen, aber auch für Magengeschwüre oder Zwölffingerdarmgeschwüre verantwortlich gemacht. Bei Magenproblemen wird den Bakterien daher meist mit starken Antibiotika-Therapien zuleibe gerückt.

 

Man weiss mittlerweile jedoch, dass viele Faktoren die Magenschleimhaut angreifen können und dass zudem auch viele gesunde Menschen ohne Magenbeschwerden das Helicobacter-Bakterium in sich tragen. Daher ist es fraglich, ob dieses Bakterium wirklich die Ursache für Magenprobleme darstellt.

 

Beispielsweise kann Stress die Abwehrkraft des Magens so weit senken und sein Milieu dahingehend verändern, dass sich das Bakterium überhaupt erst ansiedeln bzw. sich so weit vermehren oder verändern kann, dass es pathogenen Charakter annimmt.

 

Einen ähnlichen Einfluss hat auch die Ernährung. Lebensmittelzusätze, minderwertige Nahrungsmittel und gleichzeitig zu wenige Vitalstoffe führen im Verdauungstrakt zur Entstehung von Giften, die zur Reizung der Magenschleimhaut führen können – und somit auch anfällig für Helicobacter pylori machen können. 

 

Die meisten Verdauungsprobleme haben einen ungesunden Darm als Ursache. Ein gesunder Darm ist im Umkehrschluss der Schlüssel zu einer gesunden Verdauung. Dabei spielt vor allem eine gesunde Darmflora eine wichtige Rolle.

 

Der Darm beherbergt zehnmal mehr Mikroorganismen als die Gesamtmenge aller Zellen des menschlichen Körpers. Und genau diese Mikroben bilden unsere Darmflora. Längst ist bekannt, dass ein Grossteil des Immunsystems im Darm lokalisiert ist und mit der Darmflora in Zusammenhang steht. Schon allein diese Tatsache zeigt, dass es keine gute Idee ist, die Darmflora zu vernachlässigen. Mit einer kranken Darmflora wird inzwischen auch nicht nur ein schwaches Immunsystem in Verbindung gebracht, sondern nahezu jede chronische Erkrankung.

 

Eine gestörte Darmflora kann zu einem Leaky-Gut-Syndrom und all seinen Folgen führen, zu einem Reizdarm, zu chronischen Entzündungen im Darmbereich, langfristig auch zu Divertikeln und Darmkrebs.

 

Eine wichtige Massnahme gegen Verdauungsbeschwerden ist daher, alles zu vermeiden, was in irgendeiner Form die Darmflora schädigen könnte, wie z. B. eine ungesunde Ernährung, ein unüberlegter Einsatz von Antibiotika und anderen Medikamenten, aber auch Bewegungs- und Schlafmangel. Gleichzeitig können Massnahmen helfen, die beim Aufbau einer gesunden Darmflora helfen.

 

Bei Blähungen, dünnem Stuhl, Blähbauch und Bauchkrämpfen - insbesondere nach fetthaltigem Essen - könnte es sich um eine Bauchspeicheldrüsenschwäche handeln.

 

n diesem Fall bildet die Bauchspeicheldrüse zu wenige Verdauungsenzyme, so dass der Stuhl auch aufgrund des unzureichend verdauten Fettes glänzt. 

 

Oft erhalten Menschen mit Verdauungsproblemen eine Reizdarm-Diagnose – eben dann, wenn der Arzt keine Ursache findet, also meist wenn zahlreiche Untersuchungen keine Ergebnisse brachten, einschliesslich Magen- und Darmspiegelungen.

 

Beim Reizdarm liegen oft die o. g. Intoleranzen vor. Es kann aber auch ein MCAS (Mastzellaktivierungssyndrom) vorliegen, an die Ärzte oft nicht denken. 

 

Divertikel sind Ausstülpungen in der Darmschleimhaut. Meist bleiben sie symptomlos. Wenn jedoch Nahrungsreste in die Ausstülpungen gelangen, können sie sich dort entzünden. Eine Divertikulitis entsteht, die sich in Durchfall, Schmerzen, Abgeschlagenheit, harter Bauchdecke bis hin zu Fieber äussern kann.

 

Immer häufiger werden chronisch entzündliche Darmerkrankungen diagnostiziert: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Es handelt sich um Autoimmunerkrankungen, die schubweise verlaufen und im Schub die Lebensqualität drastisch einschränken.

 

Betroffene müssen im Schub gelegentlich auch in die Klinik und erhalten dort starke Medikamente. Lesen Sie im obigen Link, was Sie selbst bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen tun können, um die damit in Zusammenhang stehenden Verdauungsprobleme und anderen Symptome zu lindern.

 

Neben dem Meiden des Lebensmittels gibt es noch viele andere Massnahmen, die Sie bei einer Nahrungsmittelallergie ergreifen können und die dabei helfen, dass zu einer bestehenden Nahrungsmittelallergie nicht noch weitere kommen, was oft der Fall ist, wenn man das betreffende Nahrungsmittel einfach meidet, ohne sich um die tatsächlichen Ursachen der Allergie zu kümmernkann sich in Verdauungsproblemen zeigen, etwa in Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Blähungen.

 

Wenn sich Durchfall und Verstopfung abwechseln, glaubt man nicht selten, einfach „nur“ am Reizdarmsyndrom zu leiden. Doch lohnt es sich, eine Nahrungsmittelallergie überprüfen zu lassen. Denn wenn dabei eine Allergie ans Tageslicht kommt, verbessern sich die Beschwerden schnell, sobald Sie das entsprechende Lebensmittel meiden.

 

Neben dem Meiden des Lebensmittels gibt es noch viele andere Massnahmen, die Sie bei einer Nahrungsmittelallergie ergreifen können und die dabei helfen, dass zu einer bestehenden Nahrungsmittelallergie nicht noch weitere kommen, was oft der Fall ist, wenn man das betreffende Nahrungsmittel einfach meidet, ohne sich um die tatsächlichen Ursachen der Allergie zu kümmern.

 

Bei einer Dünndarmfehlbesiedlung kommt es zu Durchfall, Bauchschmerzen, einem Blähbauch und dem Gefühl, dass Blähungen nicht abgehen. In diesem Fall ist der Dünndarm mit übermässigen Milchsäurebakterienmengen besiedelt.

 

Die Bakterien fangen nun die Kohlenhydrate aus der Nahrung ab und fermentieren diese unablässig, wodurch Gase entstehen. Da diese zwar aus dem Dickdarm leicht entweichen könnten, nicht aber aus dem Dünndarm, entstehen die genannten Schmerzen und ein aufgeblähter Bauch.

 

Gelangt die von den Bakterien gebildete Milchsäure auch noch in den Blutkreislauf, kann dies zu Konzentrationsstörungen oder sogar Verwirrtheitszuständen führen.

 

Abgesehen von den genannten Massnahmen kommen bei Verdauungsproblemen auch die folgenden Mittel und Therapien in Frage.

 

Aufbau der Darmflora und Darmreinigung

Präbiotika

Low DODMAP-Diät testen

Fermentierte Nahrungsmittel essen

Nur noch Wasser trinken

Vitalstoffreiche und entzünduingshemmende Ernährung

Hocksitzhaltung auf der Toilette

Heilpflanzen gegen Verdauungsprobleme

 

So genannte Karminativa sind spezielle Heilpflanzen, die das Verdauungssystem stimulieren, so dass es besser arbeiten kann. Diese Pflanzen enthalten grosse Mengen an ätherischen Ölen, die effektiv Gase aus dem Magen-Darm-Trakt beseitigen und Schmerzen in dieser Region lindern können.

 

Ausserdem verbessern sie die Peristaltik (Kontraktionsfähigkeit) des Magens. Zu den besten Karminativa gehören Koriander, Zimt, Ingwer, Wacholder, Anis, Fenchel, Klee, Kümmel, Dill, Pfefferminze, Thymian und Süssholz. Als Tee oder als Gewürz im Essen können diese Heilkräuter Verdauungsprobleme lindern.

 

Die Darmgesundheit kann in manchen Fällen auch mithilfe immunstärkender Heilpflanzen wie Kurkuma, Knoblauch, Zwiebeln, Rosmarin und Oregano unterstützt warden.

 

Wenn es eher Durchfall ist, der öfter plagt, können Zubereitungen aus adstringierenden Pflanzen hilfreich sein, z. B. Blutwurz (Potentilla erecta), getrocknete Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus), Brombeerblätter (Rubus fruticosus) und Salbei (Salvia officinalis) oder das aus Südamerika stammende Drachenblut, ein rotes Baumharz.

 

Quellen:

 

 

 

 
 
 

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